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Ostprignitz-Ruppin Rüthnicker mit Leib und Seele
Lokales Ostprignitz-Ruppin Rüthnicker mit Leib und Seele
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16:56 18.10.2017
Hannes Rosenberg ist auch beim Backofenfest in Rüthnick immer tatkräftig zur Stelle. Quelle: Regine Buddeke
Rüthnick

Er gehört zu Rüthnick wie das Salz in der Suppe: Hannes Rosenberg ist ein Urgestein des Ortes. „Unsere Familie lebt seit 300 Jahren hier“, sagt der 59-Jährige. Dass ihn im Dorf und auch darüber hinaus jeder kennt, hat mehrere Gründe. Zum einen wäre da sein Beruf: Als Elektroingenieur mit eigener Firma hat er auch in Rüthnick schon so manches Kabel verlegt oder eine komplette Elektroinstallation geplant und ausgeführt.

„Eigentlich wollte ich Förster werden“, erzählt Hannes Rosenberg. Das klappte jedoch nicht. Stattdessen jobbte er bei seinem Schwager, der Elektriker war. „Das hat mir viel Spaß gemacht. Und wurde schnell zu meinem Traumjob.“ Mit 16 begann er eine Lehre als Elektro-Installateur, hängte ein Studium als Elektroingenieur daran und arbeitete danach eine Weile in einem Berliner Volkseigenen Betrieb (VEB) in der Planungsabteilung. Nach sechs Jahren hatte er von der Hauptstadt indes genug. „Ich wollte schon immer wieder hierher zurück“, bekennt er. Das gleiche galt für seine Frau, mit der er seit 35 Jahren verheiratet ist – auch Petra Rosenberg ist überzeugte Ruppinerin.

Hannes Rosenberg in seinem Büro. Quelle: Regine Buddeke

Nach der Rückkehr in die Mark versuchte Hannes Rosenberg, sich selbstständig zu machen: Zu DDR-Zeiten kein ganz leichtes Unterfangen. 1986 stellte er den entsprechenden Antrag – zu der Zeit war er bei einem dem Neuruppiner Unternehmen angestellt. Die Genehmigung ließ auf sich warten – er kündigte dennoch seinen Job. „Ich war vier Wochen arbeitslos – das war ungewollt und eine schwierige berufliche Situation für mich“, erinnert er sich.

Dann kam endlich die rettende Genehmigung: 1987 eröffnete der frischgebackene Jungunternehmer seine eigene Firma. „Da stand ich da – ohne Material und ohne Leute“, sagt er rückblickend. Einstellen durfte er nicht. „Es war ne happige Zeit: Lehrjahre“, sagt er. Tagsüber war er auf seinen Baustellen, abends setzte er sich an die Buchhaltung. „Mit Ein-Finger-Adler-Suchsystem auf einer alten Erika“, sagt er und schmunzelt. Die ersten beiden Jahre war er ein Ein-Mann-Betrieb. Natürlich habe seine Frau ihn unterstützt, wo sie konnte. Aber sie hatte natürlich ihren eigenen Job und zwei Kinder galt es auch noch zu versorgen. „Rechnungen schreiben war nicht einfach damals: Es gab drei verschiedene Preislisten“, sagt er. Eine für die VEB, eine für Privat und Kirche und die dritte für PGH (Produktionsgenossenschaft des Handwerks).

Eigentlich wollte Hannes Rosenberg Förster werden

„In den ersten beiden Jahren habe ich praktisch kein Geld verdient“, bekennt er. „Wenn ich heute überlege, was ich mir damals die Finger wundgeschrieben habe – und heute ist es nur ein Mausklick“, stellt er fest. Dennoch hatte er sich nach den zwei Durstjahren einen festen Kundenstamm aufgebaut – Private, Betriebe und vor allem LPG. Dann kam die Wende. Und schon brach alles weg, was er sich mühsam erarbeitet hatte. Fast alle LPGs wurden aufgelöst. Er durfte zwar nun Leute einstellen – hatte aber kaum noch Aufträge. Dazu musste man sich erst einmal in die neuen Systeme der Marktwirtschaft einarbeiten. „Desaster“, sagt er. Während der Durststrecke hat er sich mit Landwirtschaft über Wasser gehalten. „Ich bin ja auf dem Bauernhof groß geworden – da lernt man Ackerbau und Viehzucht“, sagt er. Er setzte auf Schweinezucht und Bullenmast – hatte 20 Schweine im Stall, zwei Bullen und jedes Jahr 100 Gänse.

Seine Elektrofirma gibt es seit 30 Jahren

Die Fragen bleiben: Wie bildet man aus? „Duales System kannten wir nicht.“ Irgendwann wurde eine Innung gegründet, auch das neugeschaffene BQZ für die Handwerks-Azubis war eine große Hilfe. „Die Zeit für Theorieausbildung hatte ich ja nicht“, sagt er. 1990 stellte er drei Mitarbeiter ein, mit dem wirtschaftlichen Aufschwung wuchs auch diese Zahl. „1995 hatte ich zwölf Mitarbeiter und drei Lehrlinge“, erzählt er. Gute Mitarbeiter – alles ehemalige DDR-Elektriker. Das Spektrum war breit: von Straßenbeleuchtung über große TV-Anlagen oder Installation in denkmalgeschützten bauten. „Keine 0-8-15-Lösungen“, sagt er stolz. Mit Planung kennt er sich aus. Eine Talsohle kam – auch die war irgendwann durchschritten. „Die Politik hat uns ein böses Manko beschert – alle gut ausgebildeten Lehrlinge sind in den Westen abgewandert. Das spüren wir jetzt.“ Von den 15, die er in all den Jahren ausgebildet hat, sind gerade mal noch vier in der Region. Inzwischen hat sich Hannes Rosenbergs Arbeit mehr und mehr in sein vor 25 Jahren gegründetes Ingenieurbüro verlagert. Die Gesellen sind alle in Rente, keine Azubis in Sicht. Zwei Mitarbeiter hat er noch – seine Kinder wollen die Firma nicht übernehmen. Dennoch hat er es sich nicht nehmen lassen, vor einem Monat mit einer großen Party sein 30-jähriges Betriebsbestehen zu feiern. Statt Geschenken hat er sich Spenden für die Reparatur der Rüthnicker Kirchturmuhr gewünscht. „1800 Euro sind zusammengekommen – ein schöner Anfang“, freut er sich.

Hannes Rosenberg ist aktiv ins Gemeindeleben eingebunden

Und da ist man auch schon bei Hannes Rosenbergs weiteren Aktivitäten, seinem sozialen Engagement. 1994 hat er den Rüthnicker Heimatverein mitbegründet, dem er heute noch vorsteht. „Der ging aus einem Arbeitskreis Dorferneuerung hervor – das Dorf rückte zusammen, Leute zogen zu – die wollten wir integrieren“, erklärt er. Schon zu DDR-Zeiten war Hannes Rosenberg Gemeindevertreter – auch heute noch.

Dazu ist er seit 20 Jahren begeisterter Jäger. Und nach wie vor Landwirt: „Wildacker, ökologische Vorrangflächen, Getreideanbau“, zählt er auf. Dazu züchtet er Hühner und Tauben. Und betreibt eine Weihnachtsbaum-Plantage. „Die müssen jetzt aber erst einmal wieder nachwachsen“, sagt Hannes Rosenberg.

Von Regine Buddeke

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