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Ruf nach mehr Leinenzwang polarisiert

Kyritz Ruf nach mehr Leinenzwang polarisiert

Zur möglichen Ausweitung der Pflicht, Hunde bald im gesamten Kyritzer Stadtgebiet an der Leine führen zu müssen, startete die MAZ eine Umfrage. Schon nach jetzt fünf Tagen wird deutlich, wie sehr das Thema die Leser entzweit. Denn eine Mehrheit wäre zwar dafür, doch es gibt auch viele Stimmen gegen eine entsprechende Änderung der Stadtordnung.

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Vielerorts in Kyritz gilt schon Leinenpflicht. Doch wird sie nun auch auf das gesamte Stadtgebiet ausgedehnt?

Quelle: Peter Geisler

Kyritz. Nach genau fünf Tagen haben bereits 335 Nutzer von MAZ-Online darüber abgestimmt, ob sie eine Ausweitung des Leinenzwangs für Hunde auf das gesamte Stadtgebiet befürworten oder nicht. Dabei wird ersichtlich, dass die mit 55 Prozent bestehende Mehrheit für einen umfassenderen Leinenzwang ist, als er derzeit noch gilt. Gegen diese Erweiterung sprechen sich derzeit 41 Prozent der Umfrageteilnehmer aus. Einem kleinen Teil – 4 Prozent – ist eine Entscheidung in die eine oder andere Richtung egal. So der Stand vom Mittwochnachmittag.

Anlass dieser Umfrage ist die seit Mittwochabend laufende Beteiligung aller Ortsbeiräte der Stadt. Anschließend wird in den entsprechenden Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung diskutiert, welche am Ende eine Entscheidung treffen soll. Dabei geht es im Kern um die Frage, ob der Leinenzwang entsprechend der Hundehalterverordnung des Landes Brandenburg und im Umfeld von bestimmten Einrichtungen wie etwa dem Rathaus selbst und Schulen und Kitas beispielsweise erhalten bleibt, oder ob dieser auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet werden soll.

Zugezogener machte auf Regelungen anderer Städte aufmerksam

Die Verwaltung hat eine dahingehende Satzungsänderung schon erarbeitet. Sie steht nun auf den Tagesordnungen sämtlicher Gremien zur Debatte. Den entsprechenden Auftrag hatten die Stadtverordneten bei ihrer Sitzung Anfang Juli erteilt. Sie waren dazu von einem vor noch nicht langer Zeit in die Stadt gezogenen Kyritzer ermuntert worden.

Derweil ist auch im sozialen Netzwerk Facebook eine Debatte zu diesem Thema entbrannt. Einige äußern sich dort verwundert darüber, welche Rolle der Neubürger beziehungsweise Zugezogene plötzlich spiele. In der Sitzung Anfang Juli aber wurden seine Beweggründe deutlich: Er erklärte sich als besorgter Vater eines Babys, demnächst also eines Kleinkindes, und er wolle nicht verstehen, weshalb es in Kyritz keinen umfassenden Leinenzwang gibt. Denn selbst in einer Stadt wie Cottbus, wo er herkam, gelte dieser überall. Und nicht nur das: Auch in den umliegenden Kommunen von Kyritz ist das längst so, wie er feststellte.

Verwaltung warnt vor möglicher erneuter Klage

Was zu dem Zeitpunkt, als ihm viele Stadtverordneten Verständnis entgegenbrachten, offenbar nicht mehr als Erinnerung präsent war, hat jetzt die Stadtverwaltung in dem Beschlussvorschlag jedoch zu Bedenken gegeben: Im Jahr 2007 gab es nach Klage einer Kyritzer Hundehalterin ein Urteil, wonach die Stadtordnung, die den generellen Leinenzwang schon vorsah, abgeändert werden musste. Demnach sei gerade auf den zur Stadt gehörenden Dörfern keine Gefahrenlage erkennbar, die den Leinenzwang rechtfertigen könnte.

An dieser Situation habe sich laut der Verwaltung nichts geändert. Inwieweit eine Änderung deshalb „bei einer erneuten Klage Bestand haben kann, ist derzeit nicht abzusehen“, wird kritisch bemerkt.

Im Internet schreibt nun beispielsweise ein Nutzer namens Uwe Schulz zur Idee, in der Stadtordnung wieder einen generellen Leinenzwang aufzunehmen: „Ich bin dagegen. Hunde sollten auch ihre Freiheiten haben. Der Neubürger hat garantiert keinen Hund. Bei Risikorassen sehe ich es ein, und außerdem liegt es am Besitzer, wie das Tier drauf ist. Bei uns gibt es sogar einen Hundestrand, da können die Tiere rumtollen und sich kennenlernen und meistens klappt es sogar bei den Besitzern.“ Und ein Jan Duwentester indes äußert sich: „Warum brauchen wir für alles ein Gesetz? Ich habe selbst einen Hund, und es ist für mich ganz normal,dass in der Stadt mein Hund an der Leine geführt wird.“

Zur noch laufenden Umfrage geht es hier.

Von Matthias Anke

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