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Ruhestand mit Modelleisenbahn

NWG-Chef seit 25 Jahren Ruhestand mit Modelleisenbahn

Seit 25 Jahren ist Walter Tolsdorf Chef des größten Wohnungsunternehmens in der Region. Mit einem Empfang hat sich der 65-jährige Neuruppiner am Montag als Geschäftsführer der Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft (NWG) in den Ruhestand verabschiedet. Als Kreistagsabgeordneter macht er weiter – und freut sich auf sein Hobby Modelleisenbahn.

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Robert Liefke (l.) ist ab Januar Chef der NWG.

Neuruppin. Mit einem Loblied von Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) wurde am Montag Walter Tolsdorf, seit 25 Jahren Geschäftsführer der Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft (NWG), offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Tolsdorf, der im November seinen 65. Geburtstag feierte, hatte im August 1990 die Leitung des größten Wohnungsunternehmens in der Region übernommen und die städtische Firma sicher durch alle Irrungen und Wirrungen gesteuert. „Die Eigenkapitalquote liegt bei 42 Prozent, die Leerstandsquote unter fünf Prozent“, betonte Golde. Gleichwohl sei Tolsdorf stets bescheiden und gelassen geblieben.

Für Maren Kern, Vorstand der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen (BBU), ist Tolsdorf wegen seiner Kontinuität und Verlässlichkeit sogar eine „Institution der Wohnungswirtschaft“. Der CDU-Mann habe das Stadtbild von Neuruppin entscheidend geprägt. Von den rund 5000 Wohnungen im Bestand der NWG seien gut 80 Prozent modernisiert. Dafür seien rund 140 Millionen Euro investiert worden. Dennoch betrage der durchschnittliche Quadratmeterpreis für eine NWG-Wohnung gerade mal 4,66 Euro. „Das ist außerordentlich niedrig“, betonte Kern.

Für seine „herausragenden Verdienste“ wurde Tolsdorf mit der Ehrennadel der BBU in Gold geehrt. „Sie haben sich weit über die NWG hinaus für die Wohnungswirtschaft in Berlin und Brandenburg eingesetzt“, sagte Klaus-Peter Hillebrand, Vorsitzender des Verbandsausschusses der BBU. Denn Tolsdorf gehörte in den vergangenen Jahren auch mehreren Gremien des Verbandes an und wird in einigen wohl auch trotz seines Ruhestandes noch etwas mitarbeiten.

„Ich bleibe der Stadt treu“, versicherte Tolsdorf sichtlich gerührt und dankte seinen Mitarbeitern sowie seiner Familie. Tolsdorf wird seinem Nachfolger Robert Liefke, der ab Januar die Geschicke der NWG übernimmt, noch bis Ende März als Berater zur Seite stehen. Am Montag hatte der Neuruppiner jedoch erst einmal eine andere Aufgabe zu meistern: Mehr als 100 Gäste waren in den Seegarten gekommen, um sich bei Tolsdorf zu bedanken. Darunter waren die Chefs von Sparkasse und Raiffeisenbank ebenso wie der Landrat, die Vorsitzenden des Kreistages sowie der Neuruppiner Stadtverordnetenversammlung. Sogar der Wittstocker Bürgermeister Jörg Gehrmann, die zwei Geschäftsführer der Ruppiner Kliniken, der Präsident des Landgerichtes, Egbert Simons, sowie die einstige Neuruppiner Bürgermeisterin Silke Bringmann wünschten Tolsdorf für seinen neuen Lebensabschnitt alles Gute.

Langeweile wird der Neuruppiner wohl kaum haben. Denn als Kreistagsabgeordneter der CDU macht Tolsdorf ebenso weiter wie als Handelsrichter. Zudem bleibt er Chef des Aufsichtsrates der Inkom, die sich um die Wirtschaftsförderung kümmert. Hinzu kommt, dass Tolsdorf seit wenigen Tagen Ehrenmitglied der Neuruppiner Feuerwehr ist (die MAZ berichtete). Auch dort will er sich einbringen. Schließlich gibt es da neben der Familie, zu der Enkel Marvin-Antonio gehört, auch noch ein Hobby, dem er sich künftig wieder etwas mehr widmen möchte: der Modelleisenbahn.

Von Andreas Vogel

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