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Ruppiner Kliniken: Epilepsiezentrum zertifiziert

Neuruppin Ruppiner Kliniken: Epilepsiezentrum zertifiziert

An den Ruppiner Kliniken ist das erste Epilepsiezentrum für Kinder und Jugendliche in Brandenburg zertifiziert worden. Die Leitende Ärztin Karen Müller-Schlüter rechnet mit steigenden Patientenzahlen.

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Hatte die Zertifizierung angestrebt : die Leitende Ärztin Karen Müller-Schlüter.

Quelle: Frauke Herweg

Neuruppin. Das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) und das Zentrum für Neuropädiatrie an den Ruppiner Kliniken sind als erstes Epilepsiezentrum für Kinder und Jugendliche in Brandenburg zertifiziert worden. Ähnliche Zentren gibt es erst wieder in Kiel, Berlin oder Dresden. Bundesweit sind 30 solcher Zentren zertifiziert worden. „Doch längst nicht alle sind für Kinder und Jugendliche“, sagt die Leitende Ärztin Karen Müller-Schlüter.

250 junge Patienten mit Epilepsieerkrankungen sind im vergangenen Jahr in Neuruppin dauerhaft behandelt worden. „Und es werden immer mehr“, sagt Müller-Schlüter. Zurzeit nimmt das Zentrum jede Woche fünf neue Patienten auf. In den kommenden beiden Jahren sollen deshalb weitere Fachleute angestellt werden. Zugleich sollen Räume im SPZ ausgebaut werden.

Ein multiprofessionelles Team hilft weiter

Die Ärzte des Epilepsiezentrums versuchen, Patienten mit Medikamenten, einer speziellen Diät oder Stimulationsverfahren weiterzuhelfen. Müller-Schlüter und ihr Team nutzen dabei die Expertise ganz unterschiedlicher Fachleute – auch von Ergotherapeuten etwa oder Logopäden. „Ich möchte nicht den Anfall behandeln, sondern das Kind“, sagt Müller-Schlüter. Wichtig sei, auch Eltern, Kitas und Schulen umfassend zu beraten.

Gemeinsam mit dem Mediziner und Kabarettisten Eckart von Hirschhausen will das Epilepsiezentrum künftig Workshops für Eltern geben, in denen sie den Umgang mit belastenden oder peinlichen Situationen trainieren können. Eltern seien durch die Krankheit ihres Kindes häufig hoch belastet, sagt Müller-Schlüter. „Wir wollen das gesamte Umfeld eines Kindes stärken.“

Häufigste neurologische Erkrankung

Eine Epilepsie-Erkrankung kann – je nach Art – von Entwicklungsstörungen begleitet sein. Zu einer genauen Diagnose gehört deshalb auch eine Überprüfung des Entwicklungsstandes. Experten gehen davon aus, dass sich die Erkrankung bei einem Drittel der Patienten gut diagnostizieren und mit einem Medikament behandeln lässt. In anderen Fällen ist die Behandlung jedoch schwieriger. Etwa ein Drittel der Patienten müssen „trotz allen Wissens“ weiter mit Anfällen leben, so Müller-Schlüter. Epilepsie ist eine der am weitesten verbreiteten chronischen Erkrankungen im Kindesalter und insgesamt die häufigste neurologische Erkrankung.

Von Frauke Herweg

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