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Ostprignitz-Ruppin SPD unterstützt Umleitungsvorschlag
Lokales Ostprignitz-Ruppin SPD unterstützt Umleitungsvorschlag
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20:45 07.02.2018
Die geplante Umleitung während der Sanierung der L 15 in Wittstock soll über Jabel führen. Das stößt jedoch auf Widerstand. Quelle: Björn Wagener
Wittstock

Ab etwa Ende März beginnt in Wittstock ein Straßenbau, der schon jetzt für großen Unmut sorgt. Dabei geht es um die geplante Umleitung wegen der Sanierungsarbeiten auf der Strecke der Landesstraße 15 zwischen dem Lidl-Kreisel und der Auffahrt zur A 19.

Wichtigstes Detail ist dabei der Bau eines neuen Kreisverkehrs an der Einfahrt zur Jabeler Chaussee und weiter zum Gewerbegebiet Stadtberg. Der Landesbetrieb Straßenwesen hatte als Bauherr auf einer Informationsveranstaltung am 1. Februar angekündigt, den Verkehr während der Bauarbeiten über Jabel und die Gemeindestraße bis zur B 189 führen zu wollen. Das stieß vor allem bei Norbert Beckmann, dem Leiter des Wittstocker Hagebaumarktes, auf Kritik. Er schlug vor, den Verkehr stattdessen über eine Behelfsstraße an der Kreiselbaustelle vorbeizuführen.

Große Sorgen der Mitarbeiter und Kunden

Jetzt bekräftigt er seine Kritik in einem offenen Brief an die „Entscheidungsträger". Die „großen Sorgen unserer Mitarbeiter und Kunden zum jetzigen Stand der Planungen“ hätten ihn dazu bewogen, schreibt er und weist zudem auf Tatsachen hin, die aus seiner Sicht „langfristige Versäumnisse der regionalen Verkehrswegeplanung“ deutlich machten. „Warum verfügt die Stadt Wittstock und nähere Umgebung mit der L 15 immer noch über nur eine einzige Zubringerstraße zur A 19, A 24 und B 189? Der komplette Verkehr aus Richtung Norden, Nordosten, Osten, Südosten und Süden findet nur den Weg zur Autobahn oder Bundesstraße über diese Landesstraße. Der Verkehr von neun Kreis- und Landesstraßen führt hier gebündelt durch das Stadtzentrum Wittstock oder dicht daran vorbei zum Fernverkehr.“ Komme es zu einem Stau auf der Autobahn, dann gehe der komplette Autobahnverkehr in die entgegengesetzte Richtung.

Probleme hätten längst erkannt werden müssen

„Man hätte viel früher erkennen müssen, dass das immer wieder zum Kollaps führt“, so Beckmann, und er liefert auch gleich die Lösung: „Im Süden kreuzt die Landesstraße aus Richtung Kyritz die BAB 24. Im Norden von Wittstock ist es die Landesstraße aus Richtung Meyenburg. Darüber hinaus gibt es weitere Autobahn-Überführungen der Landesstraße aus Richtung Blumenthal. Wären hier bereits früher Autobahnanschlussstellen geschaffen worden, dann hätten wir heute nicht die bevorstehenden Umleitungsprobleme, und das sich daraus ergebende Chaos bliebe sicher überschaubar. Die Wittstocker östliche Umgehungsstraße – wenn man sie denn als solche bezeichnen will – verbindet allenfalls Straßen aus Richtung Südosten mit denen aus Nordosten, aber an keiner Stelle mit einer Bundesstraße, geschweige einer Autobahn, somit wird in keiner Konstellation der Ost-West-Verkehr durch diese Straße entlastet.“

Ärger kommt nicht überraschend

Der Ärger in den Unternehmen in den Gewerbegebieten Pritzwalker Straße und Stadtberg komme daher auch nicht überraschend. Eine Sanierung der am stärksten frequentierten Durchfahrtstraße dürfe nicht einfach zu Vollsperrungen führen. Die Arbeitsstätten von mehr als 1000 Menschen und viele Einkaufsmöglichkeiten würden dadurch buchstäblich von der Umwelt abgeschnitten. Die Umwege seien „unzumutbar“. Angesichts dieser Situation folgert Norbert Beckmann, dass sich darüber offensichtlich niemand tiefgründig Gedanken gemacht habe. Außerdem kritisiert er, dass bei Bauplanungen die Folgen für Unternehmen ignoriert werden, wenn diese von wichtigen Verkehrsadern abgeschnitten werden. Hinzu kämen die Schäden, die ungeeignete Umleitungsstrecken durch die erhöhte Belastung davontrügen. „Ja, die Errichtung von behelfsmäßigen Straßen als vorübergehende Zuwegung der betroffenen Gebiete kostet zusätzliches Geld. Man muss dies aber vernünftigerweise mit ansonsten ausfallenden Steuereinahmen aufrechnen und dafür zusätzliche Geldquellen erschließen“, schreibt Beckmann weiter. Er richtet einen Appell an Straßenplaner und Politiker: „Bitte vergesst nicht, dass es die Steuereinnahmen aus Unternehmen, von Grundstückseigentümern und Arbeitnehmern sind, mit denen eure Tätigkeit finanziert wird.“ Und im Hinblick auf die Landesgartenschau: „Es wäre schade, wenn die Freude darauf durch den Straßenbau schwindet und in Frust und Ablehnung umschlagen würde.“ Deshalb hoffe er auf die Vernunft der Planer.

SPD-Fraktion steht hinter Beckmann

Die SPD-Fraktion der Wittstocker Stadtverordnetenversammlung hat Beckmann bereits überzeugt. Sie unterstützt in einem offenen Brief an Bürgermeister Jörg Gehrmann den Vorschlag des Marktleiters, die anvisierte Umleitung seinen Hinweisen entsprechend zu ändern. „Der Vorschlag von Herrn Beckmann sollte überdacht werden. Die Erreichbarkeit gilt nicht nur für den Hagebaumarkt, sondern für alle im Gewerbegebiet ansässigen Firmen“, heißt es in dem Brief der SPD, der von Wilfried Ulbrig, dem Vorsitzenden der SPD-Fraktion, unterzeichnet ist. Die Fraktion möchte erreichen, dass sich Bürgermeister Jörg Gehrmann für die Änderung der Umleitung einsetzt.

Bereits während des Info-Abends am 1. Februar sprangen Norbert Beckmann auch Vertreter von McDonalds und Aldi zur Seite. Mit der SPD-Fraktion ist die Front der Kritiker nun noch etwas stärker geworden. Im März soll es eine weitere Informationsrunde geben. Ob die Umleitungssituation bis dahin tatsächlich geändert wird, bleibt abzuwarten.

Von Björn Wagener

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