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Ostprignitz-Ruppin Sachsens Blech in Rheinsberg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Sachsens Blech in Rheinsberg
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00:29 20.08.2015
Zusammenspiel: Ralf Glitscher, Emanuel Mütze, Frank Eisersdorf, Dariua Mütze (v. l.) Quelle: Regine Buddeke
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Rheinsberg

Ein feierliches Rondeau eröffnet die Zeitreise. Musik aus fünf Jahrhunderten versprechen die vier Dresdener Blechbläser den 60 Gästen, die am Sonntag in die Rheinsberger Sankt Laurentius-Kirche gekommen sind, um den Sommermusiken zu lauschen. Die vier Herren haben zwei Trompeten, Posaune und Bassposaune im Gepäck. Mit denen lässt sich Händels Wassermusik ganz wunderbar spielen, bevor eine Galliard Battaglia von Samuel Scheidt ins Kirchenschiff donnert. Eine Galliard, so erfährt man im Vorfeld, ist ein Tanz. Das Battaglia wiederum ist dem Italienischen entlehnt und bezeichnet ein musikalisches Schlachtengemälde. Das berühmteste ist „Wellingtons Sieg“ – eine Ode Beethovens an den Sieg bei Waterloo.

„Verglichen damit ist die, die wir jetzt spielen, nur ein kleiner Ehekrach“, sagt Posaunist Frank Eisersdorf, der die Stücke mit informativen Anekdoten aufpeppt. Etwa, dass die eigene Bearbeitung des Präludiums und Fuge von Buxtehude anlässlich eines Konzertes in Lübeck – „der Höhle des Löwen“ – geschrieben wurde. Buxtehude war Organist in Sankt Marien in Lübeck. Wo übrigens Bach zu Fuß hin pilgerte, von Arnstadt aus, nur um den Meister spielen zu hören und noch mehr, weil er dessen Nachfolge als Organist antreten wollte. Zu dumm nur, dass die Stelle nur im Doppelpack mit Buxtehudes Tochter zu haben war: Bach lehnte ab, wie schon etliche vor ihm und wurde lieber Thomaskantor. „Ein Bild der Tochter gibt es nicht“, scherzt Eisersdorf. Ein Werk von Bach hingegen schon – ehrwürdig-getragen und strahlend schön schwingt sich die Sinfonia in den Äther.

Zwei Trompeten im Wechselspiel: Buxtehudes Fuge verlangt einiges an Können. Quelle: Regine Buddeke

Ein kurzer Abstecher in die spaßige Muse wird versprochen: beim Jägerchor aus Webers „Freischütz“ zeigt Blech, was Blech kann: Jeder Ton mutiert hier automatisch zum Jagdhorn. Noch ein wenig Tschaikowski, dann kommt der Sprung ins 20. Jahrhundert. Was hat Klezmer mit Hochwasser zu tun? Als dem Komponisten Manfred Weiss im Jahr 2002 das Elbehochwasser sein Komponierhäuschen wegspülte – mitsamt den unverhofft aus der Gefangenschaft befreiten Goldfischen – bekam er Hilfe aus den Reihen des Bläserquartetts. Zum Dank schrieb er den Herren eine Suite – mit besagtem Klezmer darin.

Auch zum „Le petit negre“ von Debussy gibt es eine Anekdote. Der Komponist entschuldigte sich im Vorwort des Buches, in dem besagtes Stück neben vielen anderen steht, für den folgenden Inhalt. Glatte Tiefstapelei – die Miniatur klingt eigentlich ganz fein und schafft den Brückenschlag zum Jazz, der dann folgt. Ein Ragtime des bekannten Scott Joplin muss zwischendrin nach kleiner Panne erst einmal diskutiert werden. „Das ist eben live“, entschuldigt Eisersdorf die kurze Pause. Dann kommt ein Blues – von dessen Erfinder William Christopher Handy, dem Sohn freigelassener Sklaven. Wer sonst sollte dem Blues seine Seele eingehaucht haben? Der Sprung zum Gospel und Dixieland ist nun nicht mehr weit – die Zeitreise nähert sich dem Ende.

Das mit Herzblut und Teamgeist vorgetragene Programm hat die Zuschauer mitgerissen – natürlich muss es Zugaben geben: „Just a closer walk with thee“ ist ein bekannter Gospel, der von vielen Musikern quer durch alle Genres interpretiert wird. Mit „Abend wird es wieder“ verabschieden sich die Dresdener, die schon oft in Rheinsberg spielten. Bleibt also zu hoffen, dass ihre „Blechkultour“ sie auch im nächsten Jahr wieder in der Prinzenstadt führt.

Von Regine Buddeke

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