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Säure-Unfall: Kreis prüft verseuchten Boden

Walsleben Säure-Unfall: Kreis prüft verseuchten Boden

Noch weiß niemand, welchen Schaden die ausgelaufene Salpetersäure an der Raststätte Walsleben angerichtet hat. Das Umweltamt lässt derzeit den Boden untersuchen. Aus der ausgelaufenen Säure hatte sich ein giftiger Nebel gebildet, der sich vor allem auf der A 24 abgesetzt hat.

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Mehrere Tonnen gefährlicher Sondermüll mussten nach dem Einsatz entsorgt werden. Die Menge könnte aber noch viel größer werden.

Quelle: Peter Geisler

Walsleben. Es wird wohl noch Wochen dauern, bis feststeht, was die Ursache des Säure-Unglücks an der Autobahnraststätte bei Walsleben war. Salpetersäure, die aus eine Tankzug auslief, hatte am Montagabend für den größten Feuerwehreinsatz in der Region seit Jahren gesorgt. Mehr als 300 Feuerwehrleute und Helfer von Polizei, Rettungsdienst und Katastrophenschutz aus fünf Landkreisen waren fast 24 Stunden im Einsatz, um die Gefahr von der hochgiftigen Säure in den Griff zu bekommen.

Polizei und Feuerwehr gehen davon aus, dass das Leck in dem 11 000-Liter-Tank erst entstand, nachdem der Fahrer den Laster auf der Zufahrt zur Raststätte abgestellt hatte. Es gibt keine Hinweise, dass der Gefahrguttransport schon vorher Säure verloren hat.

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Walsleben, 14. August 2017: Auf dem Rastplatz Walsleben (Ostprignitz-Ruppin) entdeckt der Fahrer ein Leck in seinem Fahrzeug. Der Laster hatte Salpetersäure geladen, ein Tank wurde beschädigt. Die Feuerwehr rückte zu einem Großeinsatz aus.

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Mehrfach hatten Feuerwehrleute versucht, das Loch im Tank zu schließen. Doch die eingesetzten Keile hielten nicht oder wurde von der aggressiven Säure innerhalb kürzester Zeit zerfressen. Nur mit großem Aufwand war es der Feuerwehr schließlich gelungen, das Fahrzeug leer zu pumpen.

Gutachter der Polizei braucht etwas Zeit

Die Polizei ließ den Lastwagen am Mittwoch von einem Bergungsunternehmen sicherstellen. Polizei und Feuerwehr gehen nicht davon aus, dass den Fahrer des Säurelasters Schuld am Unglück trifft. Bisher konnte aber noch kein Gutachter den Schaden untersuchen. „Es gibt nicht sehr viele Gutachter für derartige Gefahrgutfälle“, sagt die Polizeisprecherin Dörte Röhrs. Voraussichtlich in der kommenden Woche wird eine Experte den Tankwagen unter die Lupe nehmen. Bis sein Gutachten vorliegt, wird jedoch noch einige Zeit vergehen.

Die Zufahrt zur Raststätte Walsleben ist wieder benutzbar. Der Bereich, an dem der defekte Laster stand, bleibt jedoch weiter abgesperrt. Fachleute des Umweltamtes lassen Bodenprobe untersuchen, um festzustellen, wie stark die Erde rund um die Unglücksstelle mit Säure verseucht ist. Die Einsatzleitung der Feuerwehr schätzte, dass vielleicht 1000 Liter der aggressiven Säure aus dem Tank ausgelaufen sein könnten; genau weiß das niemand. Einen Teil konnte die Feuerwehr in Behältern auffangen oder mit Natriumkarbonatlösung neutralisierten. Niemand kann sagen, wie viel Säure im Boden versickert ist. Landrat Ralf Reinhardt rechnet frühestens Anfang der nächsten Woche mit ersten Untersuchungsergebnissen.

Für die Walslebener konnte die Feuerwehr bereits Entwarnung geben. Die Gaswolke die sich aus der ausgetretenen Säure gebildet hatte, hat sich kaum auf den Flächen rund um evakuierten Häuser abgesetzt.

Lesen Sie hierzu: So gefährlich ist Salpetersäure

Feuerwehr forderte Messfahrzeuge aus der Prignitz an

Noch in der Nacht zum Dienstag hatte die Einsatzleitung ein Spezialfahrzeug aus Wittenberge angefordert, das die Belastung der Luft mit dem Gift untersucht hat. „Die Ergebnisse haben uns recht gegeben“, sagt Kreisbrandmeister Wolfgang Hohenwald: „Es war absolut richtig, die Häuser zu evakuieren.“ Zum Glück hat der Wind den Teil der Wolke, der Walsleben erreicht hat, verweht. Der Großteil war auf der Autobahn niedergegangen. Die liegt zwischen den Raststätten in einer Senke, in der sich der schwere Nebel absetzen konnte.

Die Feuerwehr aus der Prignitz hatte zwei dieser Spezialmesswagen für Chemieunfälle zur Verfügung gestellt. Weil die Fahrzeuge extrem teuer im Unterhalt sind und die Mannschaft eine sehr aufwändige Ausbildung braucht, hat nicht jeder Landkreis solche Technik. Wolfgang Hohenwald hält das auch nicht für sinnvoll, so lange die Fahrzeuge so schnell verfügbar sind.

Die Messwagen haben auf der Fahrbahn der A 24 eine regelrechte Giftschicht festgestellt. Zunächst hatte die Feuerwehr vor, verdünnte Lauge aufzutragen, um die Schicht zu neutralisieren. „Zum Glück haben wir uns dagegen entscheiden“, sagt Hohenwald. Die Lauge hätte kaum genügt. Am Ende hat die Feuerwehr mit Streuwagen des Landesstraßenbetrieb mehrere Tonnen ungelöstes Natriumkarbonat direkt auf der Fahrbahn verteilt. Die weiße Schicht war noch lange zu sehen.

Von Reyk Grunow

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