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Ostprignitz-Ruppin Saisonstart in den Schiedsstellen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Saisonstart in den Schiedsstellen
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16:36 11.03.2018
Manfred Haßfeld ist ehrenamtliche Schiedsperson in Kyritz Quelle: Alexander Beckmann
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Kyritz

Das Frühjahr naht. Die Menschen werden aktiver und kontaktfreudiger. Allerdings steigt damit auch das Risiko, in Streit zu geraten.

Das ist zumindest die Erfahrung von Manfred Haßfeld in Kyritz. Der 73-Jährige ist ehrenamtlicher Leiter der Schiedsstelle der Stadt. Seit 2014 widmet er sich mit Unterstützung von Stellvertreter Thomas Michaelis dem Schlichten.

Nachbarschaftsstreit ist der „Klassiker“

Das typische Umfeld für Konflikte sei nun einmal die Nachbarschaft, weiß Manfred Haßfeld. „Mit dem Frühling sieht man sich wieder auf dem Hof und im Garten. Dann brechen alte Konflikte auf. Die Bäume und Sträucher stehen zu dicht an der Grundstücksgrenze. Zweige wachsen herüber. Bäume werfen Schatten. Die Hecke ist viel zu hoch. Der Hund bellt zu oft und zu laut.“

In solchen Fällen scheint guter Rat oft teuer. Doch vor dem Weg zum Anwalt oder gar zum Richter lohnt sich eine Anfrage bei der Schiedsstelle allemal. Sie bietet neutrale Beratung und versucht zwischen den Streitparteien zu schlichten. Vereinbarungen, die vor dem Schlichter getroffen werden, sind ebenso wirksam wie ein Gerichtsurteil, aber um Größenordnungen preiswerter. Anders als ein Prozess erfolgt das Schlichtungsverfahren stets unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Und sollte es wirklich nichts bringen, bleibt im Anschluss immer noch der Weg zum Gericht, das in der Regel sowieso auf einem Schlichtungsversuch besteht.

Als Anlaufstelle kaum bekannt

Vier Fälle hatten Manfred Haßfeld und Thomas Michaelis im vergangenen Jahr auf dem Tisch. „Diesmal waren es nicht so viele wie sonst“, sagt der Schiedsstellenleiter. Er geht allerdings nicht davon aus, dass neuerdings weniger gestritten wird. „Viele Leute wissen gar nicht, dass es die Schiedsstelle gibt.“ Umso wichtiger sei es, das Polizei und Ordnungsamt in Streitfällen die Beteiligten an die Schiedsstelle verweisen. In den allermeisten Fällen lasse sich nämlich eine einvernehmliche Lösung finden. Auch das ist eine Erfahrung aus den bisherigen vier Jahren im Ehrenamt.

Nächstes Jahr endet die fünfjährige Amtszeit der Schiedsleute wieder. Manfred Hassfeld will nicht ausschließen, dass er sich noch einmal bewirbt. „Es ist wirklich interessant und man lernt eine Menge dabei.“ Schließlich gehören zur Tätigkeit auch Schulungen zu den rechtlichen Grundlagen. „Über die Besetzung der Schiedsstelle entscheide aber nicht ich, sondern die Stadtverordneten.“

In jeder Kommune zu finden

Erst einmal beginnt nun aber wieder eine neue Saison. Gegen ein freundliches Miteinander unter Nachbarn haben die Kyritzer Schlichter selbstverständlich nichts einzuwenden. Sollte es damit aber mal nicht klappen, so bietet sich die Schiedsstelle zumindest als Ratgeber an. Sprechstunden veranstaltet sie jeweils am ersten Dienstag im Monat von 16.30 bis 18 Uhr im Mehrgenerationenhaus in der Perleberger Straße 10. Außerdem sei er fast jederzeit unter 033971/30 89 09 zu erreichen, versichert Manfred Haßfeld – zumindest per Anrufbeantworter. „Wichtig ist, dass die Leute ihren Namen und ihre Rufnummer hinterlassen. Ich rufe dann sofort zurück.“

In der Gemeinde Wusterhausen ist Gesine Tille Schiedsfrau (033979/1 36 71 oder gesine.tille@schiedsfrau.de). Im Amt Neustadt bekleidet Klaus Lehwald das Ehrenamt (klaus.lehwald@web.de). In der Gemeinde Gumtow hilft Dietlind Blumenthal bei Streitfragen weiter (Nachfragen unter 033977/8 79 14).

Von Alexander Beckmann

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