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Saitenensemble Steglitz spielt Passionskonzert

Lindow Saitenensemble Steglitz spielt Passionskonzert

Gezupft statt gestrichen, Gitarren statt Geigen. Das Saitenensemble Steglitz spielte am Karfreitag in der Lindower Kirche mit Pergolesis „Stabat Mater“ ein ganz besonderes Konzert zur Passionszeit. Das Arrangement stammt vom Ensemble-Chef Walter Thomas Heyn, er besetzte auch den Alt neu: mit einer Klarinette.

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Ungewöhnliches Konzert mit dem Saitenensemble Steglitz.

Quelle: Buddeke

Lindow. So hat man die „Stabat mater“ Pergolesis selten gehört. Ohnehin ist es ein Novum, dass das Saitenensemble aus Berlin Steglitz (SES) zum Karfreitags-Konzert in der Lindower Stadtkirche aufspielt. „Herr Heyn hat angefragt, weil ihm der Termin woanders geplatzt war und wir haben sofort zugesagt“, erzählt Kantorin Karin Baum, die den Komponisten und SES-Chef Walter Thomas Heyn von den Lindower Sommermusiken kennt.

Eine gute Entscheidung, denn diese besondere „Stabat mater“ spielt das Ensemble tatsächlich ausschließlich an Karfreitagen und ist damit die nächsten drei Jahre ausgebucht. Weil es Musik zur Passionszeit ist und um den Tod Jesu geht, bittet das Ensemble darum, auf Applaus zu verzichten. Den gut 50 Besuchern fällt das am Ende sichtlich schwer.

Was nun macht diese „Stabat mater“ so einzigartig? Geschrieben ist das Werk für Streichorchester und zwei Stimmen – Sopran und Alt beziehungsweise Altus. Im Arrangement Walter Thomas Heyns dreht sich vorzugsweise alles um die Instrumente seines Ensembles: Gitarren, Mandolinen, Mandolas und eine Renaissance-Laute. Dazu ein Bass für die tiefen Töne. Wo sonst die Streicher langgedehnte, tieftraurige, wehmütige oder wütende Legati spielen, ist im Saitenensemble der gezupfte Ton die Hauptsache. Das kommt einem zum Anfang fast „spanisch“ vor – indes gewöhnt man sich sehr schnell an diese Töne, die dem Werk eine vibrierende Lebendigkeit verleihen.

Auch was die Stimmen anbelangt, setzt Heyn auf Innovation. Anna Pehrs’ Sopran ist glockenklar und emotional fein austariert – trotz Erkältung – und nimmt die Höhen und Tiefen mit Bravour. Den Alt indes übernimmt ein Ins­trument. „Die Klarinette ist der menschlichsten Stimme am ähnlichsten“, weiß Heyn und hat der Sopranistin also René Schulz als Duettpartner gegeben. Dessen Klarinette gibt Anna Pehrs ganz samtig-weiche Widerworte. In wunderbarer Harmonie verschmelzen die beiden „Stimmen“ zu einem tongewaltigen Werk, das Tränen in die Augen treibt. Ganz still ist es im Kirchenschiff.

Jeweils nach drei Sätzen des Pergolesi-Stücks lässt Heyn die Sopranistin Kompositionen aus seiner Feder passend zur Passionszeit singen: „Es spricht der Unweisen Mund“, „Dies sind die heiligen zehn Gebote“ und „Die beste Zeit im Jahr“ – allesamt nach Luther-Texten vertont. „Wir wollten es nicht völlig katholisch“, erklärt Heyn die eingefügten Werke des großen Reformators. Mit dessen Schaffen befasst er sich schon seit einiger Zeit: pünktlich im Lutherjahr wird seine Luther-Oper uraufgeführt. Wo? Natürlich in Wittenberg.

Von Regine Buddeke

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