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Salpetersäure-Unfall: Größtenteils harmlos

Walsleben (Ostprignitz-Ruppin) Salpetersäure-Unfall: Größtenteils harmlos

Drei Wochen nach dem schweren Salpetersäure-Unfall an der Autobahn-Raststätte Walsleben liegt jetzt das Ergebnis der Bodenuntersuchung vor. Der Landkreis hatte sie in Auftrag gegeben, um die Folgen des Unglücks für die Natur abschätzen zu können.

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Nur in Spezialanzügen konnten sich Feuerwehrleute dem Laster nähern, um die Säure schließlich abzupumpen.

Quelle: Reyk Grunow

Neuruppin. Der Unfall mit einem Salpetersäure-Transport an der Autobahnraststätte Walsleben-Ost Mitte August hatte weniger drastische Folgen als zunächst befürchtet. Das geht aus einem Gutachten hervor, das vom Umweltamt der Kreisverwaltung in Auftrag gegeben wurde. Fachleute hatten dafür Bodenproben von der Unglücksstelle analysiert. Gut drei Wochen nach dem Großeinsatz von mehr als 300 Feuerwehrleuten und anderen Helfern liegt das Ergebnis der Untersuchungen jetzt vor. Offenbar ist bei dem Unglück nur wenig der hoch aggressiven Salpetersäure ins Erdreich gesickert.

Einen Eindruck vom gefährlichen Einsatz der Feuerwehr an der Autobahn vermittelt dieses Video, das die Feuerwehr Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) gedreht hat:

Dass im Boden nur wenig Säure zu finden ist, dürfte auch an den enormen Mengen an Neutralisationsmitteln liegen, die die Feuerwehr verteilt hatte, um die gefährliche Säure unschädlich zu machen. Die Salpetersäure selbst war so aggressiv, dass sie innerhalb weniger Minuten sogar die Chemikalienschutzanzüge der Feuerwehr angegriffen hat, die extra für solche Einsätze mit gefährlichen Stoffen ausgerüstet sind. Die Anzüge konnten nur noch vernichtet werden.

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Walsleben, 14. August 2017: Auf dem Rastplatz Walsleben (Ostprignitz-Ruppin) entdeckt der Fahrer ein Leck in seinem Fahrzeug. Der Laster hatte Salpetersäure geladen, ein Tank wurde beschädigt. Die Feuerwehr rückte zu einem Großeinsatz aus.

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„In der Tat muss dort kein Boden ausgetauscht werden“, fasst Vize-Landrat Werner Nüse die Schlussfolgerung der Gutachter knapp zusammen. Die Säure war demnach nur in die obersten Bodenschichten gelangt und konnte auch dort nur in eher geringer Konzentration nachgewiesen werden. In so geringer, dass an der Unglücksstelle laut Gutachten „bezüglich der Schutzgüter Boden, Grundwasser und Nutzpflanze derzeit kein weiterer Handlungs- oder Sanierungsbedarf angezeigt ist“. Heißt übersetzt: Das Umweltamt muss nichts unternehmen, um einen eventuellen Schaden von der Natur abzuwenden. Die Experten schließen auch aus, dass Salpetersäure durch den Boden bis ins Grundwasser gelangen konnte.

300 Feuerwehrleute aus fünf Kreisen im Einsatz

Am Abend des 14. August hatte der Fahrer eines Gefahrguttransports mit 23 Tonnen stark ätzender Salpetersäure bei einer Pause an der Raststätte Walsleben bemerkt, dass aus dem Tank seines Lastwagens Säure ausläuft. Das hatte innerhalb kürzester Zeit zu dem größten Feuerwehreinsatz der vergangenen Jahre im Norden des Landes geführt.

Mehr als 300 Feuerwehrleute aus fünf Landkreisen versuchten, der Gefahr Herr zu werden. Einen Tag lang musste auch die A 24 bei Walsleben gesperrt werden. Mehrere Feuerwehrleute kamen wegen der aggressiven Dämpfe ins Krankenhaus. Die Bewohner mehrerer Häuser wurden evakuiert. Der Einsatz war extrem anstrengend.

Die Ursache des Unglücks ist weiter unklar

Wie es zu dem Unglück kam, ist weiter unklar. Die Polizei ließ den Lastwagen im Auftrag der Staatsanwaltschaft sicherstellen. Ein Gutachter hat das Fahrzeug untersucht. Bis Mittwoch lag sein Bericht aber noch nicht vor.

Die Raststätte war schon kurz nach dem Feuerwehreinsatz wieder benutzbar. Der Teil der Zufahrt, auf dem der Lastwagen gestanden hat, ist jedoch noch immer abgesperrt. Die Salpetersäure hatte Teile der Leitplanke dort regelrecht zerfressen. Das Gras ist großflächig verätzt.

Von Reyk Grunow

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