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Salus Klinik Lindow feiert 20-jähriges Bestehen

Lindow Salus Klinik Lindow feiert 20-jähriges Bestehen

In Lindow werden seit 1997 Menschen mit psychosomatischen und Suchterkrankungen behandelt. Am Mittwoch freuen sich Mitarbeiter, Kollegen und Partner über eine Brandenburger Erfolgsgeschichte.

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Mit Klinikleiter Johannes Lindenmeyer (vorn) machen die Geschäftsführer der Salus Kliniken einen Rundgang..

Quelle: Peter Geisler

Lindow. „Vor etwas mehr als 20 Jahren gab es hier eine Stunde Null. Das gibt es selten bei Kliniken – es war ein kompletter Neuanfang“, erinnert sich Johannes Lindenmeyer, Direktor der Salus-Klinik Lindow. „Wir wussten, wir mussten viel tun, um erfolgreich zu werden.“

Rückblickend auf zwei Jahrzehnte konnten sich die Gäste bei der gestrigen Jahrestagsfeier davon überzeugen, dass dieses Ziel erreicht worden ist – und weit mehr als das. Zum 20-jährigen Bestehen der Rehabilitationsklinik für Sucht und Psychosomatik kamen zahlreiche Kollegen und Freunde, um mitzufeiern und bei einem Rundgang das Gelände zu besichtigen.

Aufwendige Sanierungsarbeiten bringen die alten Gebäude in die Gegenwart

Eine bewegte Geschichte liegt hinter dem ersten Spatenstich für die Klinik im Jahr 1996. Zwei Jahre zuvor hatte Geschäftsführer Alfons Domma den Zuschlag für den Betrieb einer medizinischen Rehabilitationsklinik für Psychosomatik und Sucht bekommen.

Als 1997 der erste von 80 Patienten einzieht, sind Sanierung, Innen- und Umbauten der bestehenden Gebäude und Neubauten erledigt. „Nicht nur die Arbeiten waren aufwendig, auch das riesige Gelände musste gepflegt werden; zudem ist die Klinik sehr abgelegen und gleich zu Anfang kam die Zeit der Reha-Krise“, sagt Lindenmeyer.

Ein Ort mit vielen Gesichtern

Die ursprünglichen Gebäude, 1914 als Frauengenesungsheim erbaut und im Ersten Weltkrieg als Lazarett genutzt, wurden im Anschluss wieder zu einem Kur­zentrum und Genesungsheim für Jedermann. 1932 aus finanziellen Gründen geschlossen, diente es im Zweiten Weltkrieg erneut als Lazarett und wurde anschließend unter sowjetische Administration gestellt. Mit dem Abzug der Russischen Armee ging das Gelände in den ursprünglichen Besitz der Deutschen Rentenversicherung über.

Mittlerweile stehen in der Suchtabteilung 181 und in der Psychosomatik 92 Betten für Patienten zur Verfügung. Suchterkrankungen wie Tabak- und Alkoholsucht über illegale Drogen bis hin zur Spielsucht sowie psychosomatische Erkrankungen werden dort individuell behandelt.

Pionierarbeit an einer Klinik „aus dem Nichts“

„Ihre Klinik ist aus dem Nichts nach der Wende hier entstanden, Sie haben hier mit großer Beharrlichkeit Pionierarbeit geleistet“, sagte Isabella von der Decken, persönliche Referentin der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler. Das Ergebnis lasse schon rein äußerlich erkennen, wie sehr es hier darauf ankomme, dass es den Patienten gut geht.

Stephan Fasshauer, Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Berlin-Brandenburg, machte in seiner Ansprache die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Klinik deutlich. Als „großen Glücksfall“ bezeichnete der Dekan der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) Edmund Neugebauer die praxisnahe Zusammenarbeit mit der Klinik Lindow, die seit Februar 2015 besteht. Studenten der Psychologie kommen wöchentlich dorthin und werden vor Ort betreut.

„Universitäre Anbindung war immer unser Ziel“

Zur besonderen Wertschätzung des Standortes überreichte Neugebauer Lindenmeyer eine Urkunde der Theodor-Fontane-Hochschule. „Es war immer unser Ziel, eine universitäre Anbindung zu haben“, sagte Lindenmeyer. Ein Ausbildungsinstitut direkt in die Klinik zu integrieren, habe es vorher noch nicht gegeben.

Auch die Forschungsarbeit, die an der Klinik betrieben wird, schilderte Mike Rinck von der Universiteit Nijmegen und der Ruhr-Universität Bochum als sehr ergiebig. Aufgrund der Größe der Klinik könnten Studien wie etwa das Anti-Alkohol-Training mit einer großen Anzahl Patienten stichhaltige Ergebnisse liefern.

Entwicklungen wie eine elektronische Patientenakte, Aufnahmebriefe für Neuzugänge, Therapeutenrotationen und Arbeitstherapien zur Rückkehr an den Arbeitsplatz ermöglichen es, mehr Zeit mit den einzelnen Patienten und Patientengruppen zu verbringen und sie individuell zu versorgen. Auch Suchtprävention wie das dort entwickelte Programm „Lieber schlau statt blau“ ist ein Erfolg der Klinik.

Von Christina Koormann

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