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Sani-Helden erobern die Feuerwehr

Wittstock Sani-Helden erobern die Feuerwehr

Die Kinder vom neuen Schulsanitätsdienst „Sani-Helden“ der Diesterweg-Grundschule in Wittstock unternahmen am Mittwoch einen Ausflug in die Feuerwache. Es wurde ein lehrreicher und amüsanter Nachmittag mit Jugendwartin Jennifer Dürkoop. Die Gründung einer Jugendrotkreuzgruppe steht kurz bevor.

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Die „Sani-Helden“ mit Jennifer Dürkoop in der Wittstocker Feuerwache.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. „Hiiillffeee“, schallt es am Mittwochnachmittag vom Obergeschoss der Wittstocker Feuerwache. Doch niemand eilt heran – das wäre auch überflüssig. Denn es ist nur ein Stimmentest. Die Kinder vom Schulsanitätsdienst „Sani-Helden“ des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) erobern buchstäblich die Feuerwache, schlüpfen in viel zu große Jacken und Helme, dürfen die Fahrzeughalle erkunden und erfahren, was eine Feuerwehr alles kann: löschen, retten, bergen. Dröge Theorie? Nicht mit der Jugendfeuerwehrwartin Jennifer Dürkoop. Sie kriecht mit den Knirpsen an der Wand des Raumes entlang, um zu demonstrieren, wie man sich in einem verqualmten Raum orientieren kann. Sie zeigt ihnen am praktischen Beispiel, was eine Flamme braucht, um zu lodern und mimt auch gern einmal die Unwissende. „Aber ich hab’ mein Handy vergessen, ich muss da noch mal rein, kann mich ja im Schrank verstecken, da findet mich das Feuer nicht“, erzählt sie.

Das soll wohl ein Scherz sein

„Das soll wohl ein Scherz sein“, meint eines der Kinder aus der Runde und trifft damit genau ins Schwarze. Denn in ein brennendes Haus zurückzulaufen, ist der größte Fehler, den man machen kann, schärft sie den Knirpsen sein. So vergeht die Lehrstunde wie im Fluge.

Sie ist Teil der Ausbildung für den jüngsten Nachwuchs des DRK. „Der Besuch in der Feuerwache soll den Kindern klar machen, was die Aufgaben der Feuerwehr sind und wie sie mit dem DRK zusammenarbeitet“, erklärt die Ersthelferin Monique Thienelt. Sie leitet den Schulsanitätsdienst „Sani-Helden“ der Diesterweg-Grundschule in Wittstock und wird dabei von Lena und Stephan Ingendahl unterstützt. Die Gruppe besteht erst seit Ende September. Weil die Resonanz aber sehr groß war, sei sie sogar geteilt worden – eine richtet sich an Schüler der 3. und 4. Klasse, die andere an Sechstklässler. Die zurzeit 16 jüngeren Kinder kommen mittwochs von 13.45 Uhr bis 14.45 Uhr; die sieben älteren montags zur gleichen Zeit in der Schule zusammen. Demnächst werde es darum gehen, wie unterschiedliche Verletzungen und Wunden versorgt werden“, sagt Monique Thienelt. Sie plane, in späteren Runden Vertreter der Wasserwacht mit Boot und Anhänger heranzuorganisieren und auch ein Luftzelt aufzubauen, samt „Verletzten“ mit geschminkten Wunden.

Jugendrotkreuzgruppe folgt im Januar

„Man kann gar nicht früh genug damit anfangen, den Nachwuchs heranzubilden“, sagt Monique Thienelt. Der Erfolg spreche für sich. „Wir hatten noch keine Abbrecher.“ Auch die Resonanz der Eltern sei durchweg positiv. Manche Kinder aus der Gruppe der Sechstklässler seien sogar traurig, dass die Sache mit den „Sani-Helden“ bald für sie zu Ende geht, weil sie die Grundschule verlassen. Aber dafür gibt es demnächst eine Lösung. Denn bereits im Januar 2017 soll eine Jugendrotkreuzgruppe ins Leben gerufen werden, die sich an Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 27 Jahren richtet. „Die ist dann auch für alle da, nicht nur für Schüler der Diesterweg-Grundschule.“

Damit wird das Heranführen des Nachwuchses zum DRK und Katastrophenschutz klar strukturiert. Die Sani-Helden sind der Einstieg, die Jugendrotkreuzgruppe der weitere Schritt, der später im besten Fall zu aktiven Mitstreitern führt. Für Monique Thienelt wäre es auch denkbar, die Sani-Helden an anderen Grundschulen zu etablieren. „Aber dann müssten die Schulen Interesse signalisieren.“ Denn die Kinderbetreuung ist eine zeitintensive ehrenamtliche Sache. Schließlich sollen die Treffen informativ und abwechslungsreich gestaltet werden. Mo­nique Thienelt übernimmt diese Aufgabe gern. „Der schönste Lohn ist das Lachen der Kinder, oder wenn sie einfach Danke sagen.“

Von Björn Wagener

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