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Ostprignitz-Ruppin Sanierungsstart mit gigantischem Holzgestell
Lokales Ostprignitz-Ruppin Sanierungsstart mit gigantischem Holzgestell
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00:17 13.11.2016
Zimmermänner sicherten als erste Maßnahme die Fassade mit einer Balkenkonstruktion. Quelle: André Reichel
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Kyritz

Damit hatte wohl kaum noch jemand gerechnet: Am Wohnhaus Nummer 20 am Kyritzer Marktplatz tut sich endlich etwas. Dieser Tage aufgestellte Halteverbotsschilder an der Parkplatzfläche gegenüber und Warnbaken vor dem lange schon leerstehenden Haus kündeten Bauarbeiten an. Und tatsächlich rollten am Mittwoch die ersten Fahrzeuge vor, beladen mit etlichen dicken Balken.

Mitarbeiter einer Wismarer Zimmerei machten sich sofort daran, daraus eine Stützkonstruktion zu fertigen, die an die Rückseite einer riesigen Filmkulisse erinnert. Von einem pünktlichen Feierabend konnten diese Zimmermänner dabei allerdings nur träumen. Im Schein der Flutlichtanlage des Kranes sägten, bohrten und hämmerten die Fachleute an zwei Tagen lang jeweils bis in den späten Abend hinein. Geplant war dafür eigentlich nur ein Tag. Doch das sei beim besten Willen nicht zu schaffen gewesen, wie die Fachmänner von der Ostseeküste berichteten.

Seit 1993 steht das Gebäude leer

Der Aufbau dieser Stützkonstruktion für die Fassade des maroden Hauses stellt nur den Auftakt für eine längst überfällige Sanierung dar. Dabei wird von dem seit 1993 leerstehenden Haus am Ende zugleich nicht viel mehr als diese die Fassade übrig bleiben, wie die Arbeiter verrieten: Das Gebäudeinnere werde abgetragen und anschließend neu errichtet.

Bei der Arbeitsgemeinschaft „Kyritz lückenlos“ ist die Freude dennoch riesig: Bestehend aus fünf ehrenamtlich tätigen Bürgern kümmert sich diese Gruppe seit vielen Jahren schon um solche maroden, unbewohnten und damit vom totalen Verfall bedrohten Objekte in der Stadt. Sie erfassten diese und hatten dabei auch von Anfang an immer auch das Haus Nummer 20 am Marktplatz mit auf der Liste. „Es freut mich sehr, dass sich jetzt endlich etwas tut, vor allem, da es das letzte, derart vom Verfall bedrohte Haus am Marktplatz ist und es damit gerade auch Touristen immer recht schnell auffiel“, sagte Hans-Jürgen Päzolt als Sprecher dieser AG „Kyritz lückenlos“ der MAZ. Mit der Gebäudeeigentümerin hatte Päzolt vor mehreren Jahren schon Kontakt aufgenommen, und zwar unter anderem, um über Fördermöglichkeiten zu sprechen. Weil dann so lange aber nichts passierte, sei er heute um so erfreuter.

Städtebaumittel werden eingesetzt

Wie aus dem Kyritzer Bauamt zu erfahren war, wird diese Maßnahme auf Initiative der Eigentümerin und mit Hilfe von Städtebaufördermitteln umgesetzt. „Ein Sanierungsgebot mussten wir nicht aussprechen“, sagte Amtsleiterin Katharina Iredi. Die Stadtverordneten hatten dieses Instrument im Jahr 2012 beschlossen, das als Androhung einer Ersatzvornahme zu verstehen ist. Demnach können Eigentümer per Baugesetzbuch zur Sanierung verpflichtet werden. Kommen sie dem nicht nach, finanziert sie die Stadt und fordert das Geld zurück. Darüber dürfte die Eigentümerin wohl aber Kenntnis gehabt haben, die nun nach offensichtlich längerem Zögern von sich aus mit der Sanierung beginnt.

Nach Informationen von Hans-Jürgen Päzolt wurde ein solches Gebot zwischenzeitlich jedoch bei anderen Hausbesitzern ausgesprochen und nur noch nicht umgesetzt. Es handele sich um die Holzhausener Straße 6 und 16 sowie ein Gebäude in der Schulenburg-Straße.

Von André Reichel

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