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Saxofon hoch vier

Rheinsberg Saxofon hoch vier

Das Repertoire des Saxofon-Quartetts Clair-Obscur ist breit gefächert. Die vier Berliner Philharmoniker schreiben sich alles auf die Fahnen und für ihre Instrumente um. Am Sonnabend gastierten sie mit einem umjubelten Konzert in Rheinsberg.

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Beseeltes und perfektes Dream-Team: Christoph Enzel, Kathi Wagner, Maike Krullmann, Jan Schulte-Bunter (v.l.)

Quelle: Regine Buddeke

Rheinsberg. Darauf muss man erst einmal kommen, als Saxofon-Quartett Saint Saëns’ „Karneval der Tiere“ zu spielen. Dass das dann auch noch ein ultimativer Ohrenschmaus und zusätzlicher Hingucker wird, ist ein besonderer Verdienst des Saxofonquartetts Clair-Obscur, bestehend aus dem Saxofon-Satz der Berliner Philharmoniker. Die vier Musiker wagen sich an alles – egal für welches Instrument es einst geschrieben wurde. Am Sonnabend gaben sie vor 80 Zuhörern im Rheinsberger Schlosstheater einen Streifzug durch ihr umfangreiches Repertoire zum Besten.

Mit Ligetis „6 Bagatellen“, geschrieben für Bläserquintett, wird das Konzert eröffnet. Dann die versprochene „Jazz-Suite“: und zwar die erste von Schostakowitsch. „Sie hören: Posaune, Violine, drei Saxofone, natürlich ein Klavier. Nicht zu vergessen Hawaiigitarre, Glockenspiel und Kontrabass“, scherzt Sopransaxofonist Jan Schulte-Bunter und hat damit nicht einmal gelogen: so vielfältig sind die Klangfarben, die das Quartett aus seinen Instrumenten zaubert – zur Suite gehören ein romantischer Walzer, die stampfende Polka und eine Foxtrott, der es in sich hat. Schulte-Bunter lässt eine Schrägbeilage vom Stapel, dass seine Kollegen nur gespielt die Augen rollen: überbordend bemühter Einsatz, Tontrefferquote beschämend. Spaß muss sein. Dass die vier Meister auf ihren „Goldenen“ sind,

Dann ein Werk des Minimal-Meisters Philip Glass: „Mishima“ – eigentlich für Geigen komponiert. „Sie werden hören, mit Saxofonen klingt es besser“, sagt Christoph Enzel. Beim Karneval der Tiere geben die vier ihrem Affen Zucker. Schulte-Bunter zappelt wie ein aufgescheuchtes Huhn und gibt später bei den „Pianisten“ – hier sind es Saxofonisten – den französischen Maestro, dass selbst seine Kollegen vor Lachen kaum weiterspielen können. „Der Elefant“ wird angekündigt: Gelächter im Saal angesichts der vortretenden Kathi Wagner: sie ist hochschwanger. Die Schildkröten: ein Cancan in Zeitlupe; der „Kuckuck“ hat Ouvertüren-Potenzial. Der „Schwan“ ist ein Gedicht. Und kaum vorstellbar, dass das „Aquarium“ nicht aus dem Piano quillt sondern aus vier Saxofonen. Als Zugabe gibts Gershwin. „Ein Glücksfall“ sagt ein Gast beim Gehen. Wohl wahr.


Von Regine Buddeke

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