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Ostprignitz-Ruppin Schadow-Gesellschaft drängt auf Fertigstellung
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schadow-Gesellschaft drängt auf Fertigstellung
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00:19 23.12.2017
Holger Kippenhahn (l.) und Eberhard von Lewinski sind in der Initiativgruppe Kapelle Horst aktiv. Quelle: Christamaria Ruch
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Horst

Die Schadow-Gesellschaft aus Berlin drängt auf die Fertigstellung der kleinen Kapelle in Horst bei Blumenthal. Deshalb stellte sie dem örtlichen Förderverein Burgbau im Landschaftspark zu Horst jetzt noch einmal 5000 Euro zur Verfügung, um das Projekt voranzubringen. Diese Summe solle helfen, dafür zu sorgen, dass wieder Veranstaltungen in der Kapelle stattfinden können, schrieb Klaus Gehrmann, Geschäftsführer der Schadow-Gesellschaft, kürzlich an Holger Kippenhahn, Bürgermeister der Gemeinde Heiligengrabe.

Momentan stehen in der Kapelle noch immer Sanierungsarbeiten aus. „Der letzte Schliff fehlt noch“, sagt Eberhard von Lewinski, der Vorsitzende vom Förderverein. Er hat zudem mit seiner Frau Ingrid die Patenschaft für die Kapelle übernommen. „Unser Ziel ist es, diese Patenschaft immer mit Leben zu füllen.“

Spenden werden gesammelt

Auch wenn der Fußboden mittlerweile fertig ist, so warten die Fensterlaibungen noch auf ihre Vollendung. „Die müssen neu eingeputzt werden“, so von Lewinski. Weil vieles noch unfertig ist, musste die traditionelle Veranstaltung „Advent in Horst“ am dritten Advent in die Schmiede des Gutes verlegt werden. Dabei werden jedes Mal Spenden gesammelt, um weitere Arbeiten erledigen zu können. Im vergangenen Jahr seien so – gemeinsam mit einer Sammlung in der Familie von Lewinski – 2500 Euro zusammengekommen, mit denen die Eingangstür saniert werden konnte.

Die Kapelle in Horst ist ein schlichter Fachwerkbau aus dem Jahre 1688 Quelle: Christamaria Ruch

Trotz aller Anstrengungen in den vergangenen Jahren bleibt die Kapelle, Baujahr 1688, eine Baustelle – aus Sicht der Schadow-Gesellschaft eine unbefriedigende Situation. Denn sie beherbergt ein Epitaph des bedeutenden deutschen Bildhauers und Grafikers Johann Gottfried Schadow. Es erinnert an den Grafen Hans von Blumenthal, der 1794 verstarb. Das Werk wurde zwar für 18 000 Euro restauriert und im Mai 2015 im Rahmen einer großen Veranstaltung an die Gemeinde übergeben. An den Kosten hatte sich – neben anderen Unterstützern – auch die Schadow-Gesellschaft beteiligt.

Sehenswertes Werk meist verhüllt

Aber noch immer bekommt das Epitaph kaum jemand zu Gesicht. Stattdessen ist es abgedeckt und fristet ein Schattendasein wegen der nicht enden wollenden Restaurierungsarbeiten. Lediglich einzelnen Besuchergruppen werde es auf Wunsch gezeigt, so Bürgermeister Kippenhahn. Für ihn sei die Kapelle „nicht das Objekt mit der höchsten Bedeutung“. Dennoch: „Im Rahmen der zeitlichen, verwaltungstechnischen und finanziellen Ressourcen werden die Arbeiten fortgesetzt.“ Dreh- und Angelpunkt sei ein Nutzungsplan für die Kapelle, der bislang noch fehlt. Dabei seien vor allem der Ortsbeirat Blumenthal, die Vereine, die Kirche und auch die Bürger gefragt. „Wir haben keinen Zeitdruck, die Arbeiten an der Kapelle abzuschließen“, so der Bürgermeister.

Das sieht die Schadow-Gesellschaft anders. Wie sehr es ihr auf den Nägeln brennt, das Projekt abzuschließen, ist aus dem genannten Schreiben Klaus Gehrmanns an Bürgermeister Kippenhahn herauszuhören. Der Absender nimmt darin Bezug auf die bis dahin letzte Korrespondenz mit ihm im August 2016: „Schon damals bat ich Sie zu helfen und ein besonderes Auge auf unser gemeinsames Projekt ’Funktionsfähigkeit der Kapelle in Blumenthal’ zu werfen. Jetzt sind anderthalb Jahre vergangen, und man kann die Kapelle immer noch nicht benutzen.“

Daran werden auch die 5000 Euro nicht grundlegend etwas ändern. Denn allein für die Aufarbeitung des ausgelagerten Gestühls werden rund 45 000 Euro veranschlagt, wenn es denn überhaupt wieder vollständig in die Kapelle zurückkehren soll. Denn auch das ist noch offen. Jedoch nannte Claudia Czok, die stellvertretende Vorsitzende der Schadow-Gesellschaft, diese Summe in einem Schreiben an die Hermann-Reemtsma-Stiftung, die sich am Projekt „Kapelle in Horst“ schon einmal finanziell beteiligte.

Reemtsma Stiftung lehnt erneute Förderung ab

Claudia Czok hoffte auf eine erneute finanzielle Unterstützung in der Sache – vergeblich. Noch einmal wolle man sich „angesichts der starken Nachfrage in anderen denkmalpflegerischen Projekten“ nicht daran beteiligen, antwortete Projektleiterin Carolin Vogel. So bleibt nur die weitere Suche nach möglichen Sponsoren.

Trotz allen Bemühens der Schadow-Gesellschaft: Bürgermeister Kippenhahn rechnet in absehbarer Zeit nicht mit einem Schlussstrich unter dem Projekt in Horst. „Die Sanierung der Kapelle muss sicher in den nächsten Monaten und Jahren weitergehen“, sagt er. Das Gestühl komplett zu sanieren und wieder einzubauen, schließt Kippenhahn „eigentlich aus“. Es würde aus seiner Sicht die Nutzungsmöglichkeiten zu sehr einschränken. Vielmehr könne er sich vorstellen, lediglich einen Teil davon zu verwenden.

Einen Lichtblick gibt es bei all den Schwierigkeiten aber doch: Laut den von Lewinskis sei geplant, am Freitag, 8. Juni 2018, ein Konzert in der Kapelle zu organisieren. Damit solle das Dorffest in Blumenthal am Sonnabend, 9. Juni, seinen Auftakt in Horst finden. „Unser Ziel ist es, dass die Kapelle bis dahin so weit fertig ist, dass sie benutzt werden kann“, so Eberhard von Lewinski.

Von Christamaria Ruch und Björn Wagener

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