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Schätze fürs Rheinsberger Literaturmuseum

Ein Fund, zwei Geschenke Schätze fürs Rheinsberger Literaturmuseum

Ohne Geld auszugeben, gelangt das Rheinsberger Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum jetzt an neue, wertvolle Objekte für seine Sammlung. Zu verdanken hat dies die Einrichtung aufmerksamen Besuchern der großen Jubiläumsausstellung über den Schriftsteller und dem Spürsinn des Museumsleiters.

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Der Leiter des Literaturmuseums, Peter Böthig, mit der Wochenzeitung, für die Tucholsky schrieb.

Quelle: Celina Aniol

Rheinsberg. Glück muss man manchmal haben, um ohne Geld an richtige Schätze zu gelangen. Oder auch detektivistischen Spürsinn und nette Gäste. Denn genau auf diese Weise ist die Sammlung des Rheinsberger Literaturmuseums jetzt um einige wertvolle Exponate reicher geworden.

Nummer eins: das Autograf von Kurt Tucholsky. Zugegeben ist der Zuwachs in diesem Fall kein wirklicher Zugewinn. Denn die eigenhändige Niederschrift des Autors in der Erstausgabe seines Buchs „Schloss Gripsholm“ schlummerte bereits im Museumsarchiv. Nur gewusst hat es keiner.

Erst als Museumsleiter Peter Böthig auf der Suche nach passenden Objekten für die große Jubiläumsausstellung über den Schriftsteller und den Ersten Weltkrieg in den Untiefen seiner Sammlungen wühlt, stolpert er gewissermaßen über den Eintrag „Dein Kurt“ auf der ersten Seite des Buchs. Diese Unterschrift, ja, die könnte von Tucholsky stammen, dachte er. Aber der Schriftzug darüber? Nicht unbedingt. „Tucholsky hat viel mit Schriften experimentiert“, erzählt Böthig jetzt. „Da war ich mir einfach nicht sicher.“

Dann wird er auf das Exlibris aufmerksam, einen in Büchern eingeklebten Zettel, der auf den Besitzer hinweist. Darauf prangt der Name „Viktor Achter“. Es ist ein Buchliebhaber aus Mönchengladbach, dessen Sammlung samt Tucholskys Buch 1992 versteigert wurde. In der Handschriftenabteilung der Berliner Staatsbibliothek findet Böthig den entscheidenden Hinweis: Denn sowohl im dort befindlichen Bibliotheksverzeichnis Achters als auch im Auktionskatalog mit Objekten seiner Sammlung steht der Vermerk: Werk mit handschriftlicher Unterschrift des Autors. „Jetzt war ich mir sicher, dass wir einen echten Autografen besitzen.“

Der Orden

Der Orden.

Quelle: Celina Aniol

Nummer zwei und drei: 160 Originalhefte der Wochenzeitung „Jugend“, in der Tucholsky publizierte, sowie der Verdienstorden für Kriegshilfe, den der Autor 1918 vom Kaiser verliehen bekam. Beide Pretiosen erhält das Museum als Schenkungen von Gästen, die dazu von der großen Ausstellung angeregt wurden. Sowohl Josef Walch aus Schwetzingen, früher Professor an der Kunsthochschule in Halle, als auch Andy Proppenberg, ein Militariaberater aus dem märkischen Petershagen, boten ihre zur Schau passenden Schätze dem Museum nach einem Besuch in Rheinsberg an. „Wir hatten unglaubliches Glück bei der Ausstellung mit dem unverhofften Zuwachs“, resümiert Böthig, der den Orden gleich in die Vitrine gelegt hat. „So was kommt nicht so häufig vor.“ Denn allein für das Autograf hätte das Museum schließlich sonst mehrere Tausend Euro ausgeben müssen.

Von Celina Aniol

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