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Schauspieler Christian Berkel plaudert

Lesung in Sewekow Schauspieler Christian Berkel plaudert

Die Geschichten von Ferdinand von Schirach standen bei der Lesung am Sonnabend zwar im Mittelpunkt. Doch Schauspieler Christian Berkel plauderte auch über Dreherlebnisse, Persönliches und Privates. Zum Beispiel darüber, ob er gern mit Kollegin und Ehefrau Andrea Sawatzki zusammen vor der Kamera steht.

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Nach der Lesung signierte Christian Berkel Bücher.

Quelle: Björn Wagener

Sewekow. „Ich habe Ingrid klein gemacht“, mit diesen Worten meldete Friedhelm Fähner der Polizei telefonisch den Mord an seiner Frau. Zuvor hatte er „mit einer Axt ihr Gesicht geteilt und 17 weitere Schläge benötigt, um Arme und Beine abzutrennen“.

Starke Nerven brauchten die Zuhörer für die Geschichten, die Schauspieler Christian Berkel („Der Kriminalist“) am Sonnabend in der Sewekower Max-Schmeling-Halle las – Fälle des bekannten Strafverteidigers Ferdinand von Schirach. Sie entwickeln sich häufig aus einer bürgerlich-biederen Umgebung heraus, in der alles so wohlgeordnet erscheint.

Da ist der angesehene Arzt, der jahrzehntelang von seiner Frau gedemütigt und beschimpft wird, bis er sie mit der Axt „klein macht“; da ist die gemütliche Bierzelt-Idylle, die in einer grausamen Orgie aus Vergewaltigung und Brutalität endet. Die Abgründe der menschlichen Psyche sind zuweilen nur schwer zu ertragen. Das weiß auch Berkel. Deshalb schiebt er eine Geschichte um Drogenhandel nach, die beinahe entspannend wirkt, auch wenn es hier ebenfalls nicht ohne Blut abgeht. „Man könnte den ganzen Abend mit sehr extremen Fällen füllen, aber das wäre dem Publikum kaum zuzumuten“, sagt er. Wie zum Durchatmen brauche es zwischendurch etwas leichtere Kost. Der Mann auf der Bühne weiß, worauf es ankommt, um sein Publikum bei der Stange zu halten.

Schauspieler Christian Berkel plauderte auch über Privates

Schauspieler Christian Berkel plauderte auch über Privates.

Quelle: Björn Wagener

Unterhaltsam auf ganz andere Weise wurde es, als Berkel nach rund anderthalb Stunden den letzten Buchdeckel zugeklappt hatte. Denn da begann ein Frage-Antwort-Spiel, bei Gäste aus dem Publikum zu Wort kamen und es vor allem Moderatorin Heidi Schäfer gelang, Berkel Dreherlebnisse hinter den Kulissen oder auch private und persönliche Dinge zu entlocken. Ob er gern mit seiner Frau – Schauspielerin Andrea Sawatzki – gemeinsam vor der Kamera stehe? „Ja, das tue ich, aber der Stoff muss passen. Ein harmonisches Paar zu spielen, wäre zu nah an der Wahrheit – dann schon lieber, wo man sich fetzt.“ Ob die beiden Söhne (16 und 13) in die Fußstapfen der Eltern treten wollen? Der Große gehe mehr in Richtung Fußballmanagement, aber der Kleine werde wohl eine künstlerische Richtung einschlagen. Das Theaterspielen hält Christian Berkel zuweilen für problematisch. „Wenn das Stück erfolgreich ist, spielt man es eventuell vier Jahre lang.“ Das mache die Zeitplanung kompliziert. Über Tom Cruise, mit dem Berkel in „Operation Walküre“ zu sehen war, sagt er: „Er war wie die Mutter der Kompanie, ein sehr warmherziger Mensch.“

Christian Berkel signierte am Schluss seines Sewekow-Gastspiels Bücher des Autors, die erworben werden konnten. Ortsvorsteher Martin Schäfer hatte Berkel mit dem Auto aus Berlin abgeholt und direkt nach der Lesung wieder nach Hause gebracht.

Von Björn Wagener

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