Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Schikanöse Grenzkontrollen und ein Sturmtief
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schikanöse Grenzkontrollen und ein Sturmtief
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 30.10.2016
Heidi Schäfer aus Sewekow (l.) nahm erstmals an der Lesung als Vortragende teil. Quelle: Christian Bark
Anzeige
Wittstock

Dass jede Menge Kreativität in ihnen steckt, das haben sechs Teilnehmer des Volkshochschulkurses „Biografisches Schreiben“ am Mittwochabend in ihrer Lesung in der Wittstocker Bibliothek wieder einmal bewiesen. Diesmal war die Initiative, ihre neuen Texte einem breiten Publikum zu präsentieren, sogar von ihnen ausgegangen, wie Kursleiterin Kerstin Morling berichtete. „Ich bin gerade beruflich stark eingebunden“, erklärte die in Potsdam lebende Kursleiterin. Da habe sie diesmal nicht die Zeit gefunden.

Die Textanregungen gingen reihum durchs Publikum. Quelle: Christian Bark

Doch der Gruppenkern, der sich bereits seit vier Jahren zwei bis dreimal im Jahr im Kurs trifft und en bloc einige Tage unter Anleitung von Kerstin Morling fleißig dichtet, philosophiert und eigene Erinnerungen zusammenschreibt, hat bereits ein beachtliches Eigenleben entwickelt. „Es tut gut, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und auch mal über Persönliches sprechen zu können“, lobte Heidi Schäfer aus Sewekow, die seit zwei Jahren regelmäßig den Kurs besucht, die Atmosphäre innerhalb der Gruppe. Freilich werde nicht alles Verfasste vorgetragen, einiges dürfe die Kursräume eben nicht verlassen, weil es zu persönlich sei.

Erinnerungen in Gedichte und Kurzgeschichten verpackt

Doch am Mittwochabend hatte sich auch Heidi Schäfer dazu überreden lassen, zumindest einen ihrer Texte dem Publikum vorzutragen. „Vorher gehörte ich selbst immer zu den Zuhörern“, erklärte sie. Unter der Rubrik „Vergangenes“ berichtete sie aus der Perspektive eines roten Paares Schuhe, das sie schon über 30 Jahre lang durchs Leben begleitete. Als die aus dem Exquisit-Laden gekauften italienischen Schuhe schon mal davor standen, auf einem Flohmarkt verkauft zu werden, habe es ihre Besitzerin doch nicht übers Herz gebracht, sie wegzugeben. Schließlich hatten sie schon während ihrer Trauung und über die Hochzeitsreise auf der Insel Rügen hinweg ihre Füße geschmückt. Zur Veranschaulichung für das Publikum hatte Schäfer die Schuhe sogar dabei.

Manfred Haßfeld aus Kyritz erinnerte sich in der Rubrik wiederum an schikanöse Kontrollen an der Grenze zwischen DDR und CSSR. Nur an jenem Augusttag 1978, als Siegmund Jähn als erster Deutscher mit Sojus 31 im Weltall schwebte, seien die Kontrollen merkwürdigerweise erstaunlich zügig vonstatten gegangen.

Heidi Schäfer hatte sogar ihr rotes Paar Schuhe dabei. Quelle: Christian Bark

Auf ein lokales Ereignis verwies Uta Köhn aus Heiligengrabe. Sie blickte auf den 13. November 1972 zurück, als ein kräftiges Sturmtief die Region verwüstete – darunter auch die Bäume in ihrem Heimatort. Eine Mitschülerin sei beim Schirmaufspannen auf dem Schulhof einige Meter vom Wind davongetragen worden. Was für sie als Kind damals aufregend war, betrachte sie heute kritischer. Besonders den Aspekt, dass die Kinder ohne erwachsene Begleitung von der Schule nach Hause geschickt worden seien. Im Rückblick erinnerte sich Ingrid Meckelburg an ihr altes Radio, zu dessen Tanzmusik sie mit ihrem Vater durch den Raum gefegt sei. Heidemarie Morling holte alte Pramo-Schnittmuster hervor, aus einer Zeit, als man sich seine Kleidung noch selbst mit der Veritas-Nähmaschine geschneidert hatte.

Zudem ließen die Teilnehmer ihre Gedanken in den Rubriken „Köstliches“, „Besinnliches“ und „Tierisches“ spielen. Akustisch untermalt, berichtete Gabriele Merten von einem Tag am Meer – über dessen Gefahren und Annehmlichkeiten. Trauriger wurde es in Manfred Haßfelds Kurzgeschichte „Abschied für immer“, wobei einer Ehefrau nach dem tödlichen Autounfall ihres Mannes nur die Erinnerung an ihren letzten Kuss blieb. Heitere Momente erlebte das Publikum in Uta Köhns Geschichte über die Kastrierung ihres wilden und triebhaften Hauskaters, der daraufhin zum „Altschneider“, wie man einen kastrierten Eber bezeichnet, wurde.

Bibliotheksleiterin Georgia Arndt zeigte sich hoch zufrieden mit der Lesung, die dieses Jahr erstmalig in der Veranstaltungsreihe „Live um 6“ stattfand. „Das ist für das Jahr 2016 zugleich die letzte Lesung in dieser Reihe“, kündigte Arndt an. Dass ihr Schreibkurs womöglich erst Ende kommenden Jahres wieder stattfinden könne, damit wollten sich die Teilnehmer nicht abfinden, wie Heidi Schäfer berichtete. „Wir haben schon eine Lösung für die Fortsetzung gefunden“, verriet sie.

Von Christian Bark

Im Juni hatte ein Großbrand seinen Computerladen zerstört. Das Feuer hatte weit über Neuruppin hinaus für Aufsehen gesorgt. Burkhardt Kaldun musste damals mit ansehen, wie seine Existenz in Flammen aufging. So gut wie nichts ist ihm geblieben. Jetzt startet er in Neuruppin neu.

30.10.2016

Im Waldgebiet der Forstbetriebsgemeinschaft Neuruppin wurde am Donnerstag die Herbstaufforstung eröffnet. Forstminister Jörg Vogelsänger und die Landtagsabgeordneten Thomas Domres und Sven Schröder pflanzten Kiefern, Wildobstgehölze und Winterlinden im ehemaligen Revier Pfefferteich.

30.10.2016
Polizei Ostprignitz-Ruppin: Polizeibericht vom 27. Oktober - Neu eingebaute Fensterbänke gestohlen

Unbekannte haben in Dreetz aus einem im Bau befindlichen Einfamilienhaus mehrere bereits eingebaute Fensterbänke gestohlen. Der Diebstahl ereignete sich laut Polizei in der Straße Am Stadtfeld zwischen Montag und Mittwoch dieser Woche. Dadurch entstand ein Sachschaden von etwa 1000 Euro. Die Kripo ermittelt.

27.10.2016
Anzeige