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Schilder warnen vor dem Wolf

Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) Schilder warnen vor dem Wolf

Bislang dachte man, die kürzlich in Potsdam-Mittelmark aufgetauchten Warnhinweise vor Wölfen wären die landesweit einzigen. Doch ganz so ist es nicht. Denn zwischen Kyritz und Lellichow gibt es schon seit geraumer Zeit ähnliche Schilder. Anders als in Mittelmark ist in diesem Fall der Urheber noch unbekannt.

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Wölfe durchstreifen jetzt wohl auch die Region rund um Kyritz.

Quelle: dpa

Lellichow. Der Wolf ist da. Vor wenigen Tagen soll er zweimal über einem Acker laufend bei Lellichow gesichtet worden sein. „Man hatte ihn lange zuvor auch schon auf einem Plattenweg gesehen, aber noch für einen Hund gehalten“, sagt Axel Redepenning, der Ortsvorsteher von Bork-Lellichow, seines Zeichens Polizist und zugleich Spürhundeführer. „Doch jetzt ist es wohl klar, dass es kein Hund war.“ So hätten es ihm Jäger erst diesen Dienstag berichtet.

Dabei wollte Redepennig sich bei Jagdpächtern und Waldeigentümern eigentlich wegen einer anderen Sache erkundigen – die allerdings ebenso mit Isegrim zu tun hat. Denn seit geraumer Zeit sind in den Wäldern zwischen Kyritz und Lellichow Warnschilder angebracht, deren Urheber bislang unbekannt ist. Auf den laminierten Blättern heißt es schwarz umrandet: „Wölfe suchen auch in diesem Gebiet nach Beute. Hunde an kurzer Leine führen. Kinder bitte beaufsichtigen.“

Eines der Schilder, das seit geraumer Zeit zwischen Lellichow und Kyritz vor Wölfen warnt

Eines der Schilder, das seit geraumer Zeit zwischen Lellichow und Kyritz vor Wölfen warnt.

Quelle: Matthias Anke

Pikant ist der kleingedruckte Zusatz, der den Absender darstellen soll: „Amt für öffentliche Sicherheit.“ Denn bei der einzigen dafür infrage kommenden Behörde, dem Amt für öffentliche Sicherheit und Verkehr des Landkreises Ostprignitz-Ruppin in Neuruppin, sind diese Warnschilder nicht bekannt. „Die Schilder sind nicht autorisiert“, sagt Amtsleiter Mathias Wittmoser: „Offenbar war das jemand, der Wölfe nicht mag.“ Laut Wittmoser ist die Warnung daher „Unfug. Die Leute können diese Schilder getrost ignorieren“. Zudem würde seine Behörde sich bei Beschilderungen deutlich zu erkennen geben, die vollständige Amtsbezeichnung verwenden oder eben auch den Landkreis oder Landrat benennen.

Auch das Ordnungsamt der Stadt hat von den Schildern keine Kenntnis

Auffällig indes ist, dass die Hinweise nicht an irgendwelchen Waldwegen angebracht wurden, sondern an Stellen, die von der Landesforstverwaltung als Rettungspunkte ausgewiesen sind. Doch auch die habe damit nichts zu tun, wie jetzt das Kyritzer Ordnungsamt in Erfahrung brachte. Diesem waren laut der Amtsleiterin Veronika Lausch die Schilder bis Anfang dieser Woche ebenso unbekannt.

Dabei sind einige Exemplare bereits seit mindestens Mitte vorigen Jahres vorhanden – und damit viel länger als die vor Kurzem im Landkreis Potsdam-Mittelmark bei Krahne unweit von Lehnin aufgetauchten Warnungen vor Wölfen. Diese galten als landesweit wohl einmalig – und waren es damit offenbar aber eben nicht.

Bei ihnen allerdings ist die Urheberschaft klar. So heißt es: „Achtung! Wolf-Streifgebiet. Jäger empfehlen, Hunde anleinen und Kinder beaufsichtigen. Die Jägerschaft.“ Der MAZ gegenüber begründeten Jäger die Maßnahme damit, dass Kinder auf junge Tiere treffen könnten, aber denken, es wären junge Hunde, und wollen sie streicheln. Dann komme das Muttertier und würde das Kind beißen oder gar töten. Doch selbst Brandenburgs Landesjagdverband zeigte sich erstaunt über diese fast amtlich anmutende Warnung. Pressesprecher Tino Erstling sagte dennoch. „Aber am Inhalt ist nichts falsch. Man soll nicht sagen, dass Kinder keiner Gefahr ausgesetzt sind durch Wölfe.“

Rings ums die Kyritzer Region herum sind Wölfe schon ansässig

Wie jetzt seitens des Landkreises Ostprignitz-Ruppin hieß es dazu allerdings ebenso schon aus der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark und auch aus dem Landwirtschaftsministerium, dass solche Schilder ignoriert werden können. Es handele sich um Angstmacherei. Karl-Heinz Hohmann indes sagt als Mitglied im Präsidium des Landesjagdverbands, dass er zwar nicht zu den Menschen gehöre, die Panik verbreiten: „Aber wir müssen auch sagen, dass wir diese Erfahrung, dass der Wolf Menschen angreift, nicht machen wollen.“

Ein Wolf bewege sich in einem Radius von 60 Kilometern. Damit und mit Blick auf die Sichtung in Lellichow ist ebenso klar: Die Tiere ziehen auch durch die Kyritzer Region, womöglich schon länger. Bekannt ist schließlich, dass sie in der nordöstlich angrenzenden Kyritz-Ruppiner Heide längst ansässig sind. Auch zwischen Vehlgast, Breddin und Havelberg gab es Sichtungen. Und zuletzt sorgten die davon wiederum nur unweit entfernt auf dem Truppenübungsplatz Klietz lebenden Räuber für Aufregung: Einer wurde Ende vorigen Jahres als Rathenower Stadtwolf bekannt.

Von Matthias Anke

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