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Schinkelstraße wird plötzlich Baustelle

Neuruppin Schinkelstraße wird plötzlich Baustelle

Die Neuruppiner Schinkelstraße wird jetzt doch ausgebaut – und zwar schon ab September. Ursprünglich wollte die Stadt Neuruppin schon im Juli mit den Arbeiten beginnen, hatte sie dann aber wegen zu hoher Kosten abgesagt. Eine neue Ausschreibung gab es offenbar nicht.

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Die Neuruppiner Schinkelstraße soll bis 2018 zwischen August-Bebel- und Karl-Marx-Straße ausgebaut werden.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Erst werden die Bauarbeiten kurzfristig abgesagt, dann ist von Umplanung die Rede – jetzt kommt doch alles so, wie ursprünglich vorgesehen: Noch im September will die Stadt Neuruppin beginnen, den nächsten Abschnitt der Neuruppiner Schinkelstraße auszubauen. Das bestätigte Neuruppins Baudezernent Arne Krohn am Montag auf Nachfrage. In wenigen Wochen wird die Straße dazu zwischen Karl-Marx- und August-Bebel-Straße wohl für sämtliche Fahrzeuge gesperrt. Etwa ein Jahr lang geht dort dann gar nichts mehr.

Der Baustart im nächsten Monat kommt überraschend. Anfang des Jahres hatte die Stadt noch vor, im Juli damit zu beginnen, dieses Teilstück der Schinkelstraße zu sanieren. Doch wenige Wochen bevor es losgehen sollte, wurde das Vorhaben plötzlich abgesagt. Das Vorhaben drohte, teurer zu werden als erwartet. Stadt und Stadtwerke hatten bei Ausschreibungen festgestellt, dass das, was die Baufirmen für die Arbeiten verlangen, deutlich über dem liegt, was die Planer ausgerechnet hatten. Es war die Rede davon, die Ausschreibung aufzuheben und das Bauvorhaben neu auszuschreiben – später im Jahr, wenn die Firmen nicht gerade volle Auftragsbücher haben. Die Planer überlegten sogar, gleich die gesamte restliche Schinkelstraße in einem Zug umbauen zu lassen. Der größere Auftrag, so die Hoffnung, könnte für mehr Firmen attraktiv sein und so helfen, die Kosten zu drücken.

Feuerwehr wollte keine größere Baustelle

Doch zu einer neuen Ausschreibung ist es nicht gekommen. Die Schinkelstraße bis zur B 167 zu planen, wäre in so kurzer Zeit kaum möglich gewesen, sagt Arne Krohn jetzt: „Das hat sich als komplett unrealistisch herausgestellt.“ Zumal die Feuerwehr erhebliche Bedenken hatte: Wäre die gesamte Schinkelstraße zwischen B 167 und Karl-Marx-Straße Baustelle, dann würden die Retter mit ihren Fahrzeugen nicht mehr aus der Wache kommen. Der Abschnitt vor der Feuerwehr kann deshalb eigentlich erst ausgebaut werden, wenn die Wehr irgendwann an einen anderen Standort umgezogen ist. Krohn schätzt das auf frühestens 2023. Wenn die Straße doch vorher gebaut werden soll, dann müsste „ein sehr ausgeklügeltes Konzept“ her, wie die Feuerwehr trotz Bauarbeiten ausrücken kann.

Das alles erschien der Stadtverwaltung dann in der kurzen Zeit doch zu kompliziert. Hinzu kamen Zweifel, ob die Baupreise wirklich niedriger ausfallen, wenn Neuruppin den Straßenbau noch einmal ausschreibt. „Das ist ein Vabanquespiel“, sagt der Baudezernent – es könnte gut gehen, kann aber auch noch teurer werden.

Keine Umplanung, keine neue Ausschreibung

Anders als angekündigt hatte die Stadt die Suche nach einer Baufirma im Frühjahr offenbar doch nicht gestoppt. „In so einer Ausschreibung steckt ja auch eine Menge Arbeit“, sagt Arne Krohn jetzt. Die Stadt hatte vor Monaten schon ein Unternehmen gefunden, das die Bauarbeiten in der Schinkelstraße übernehmen sollte – und mit dem will Neuruppin auch jetzt bauen.

In dieser Woche soll die so genannte Bauanlaufberatung stattfinden; erst danach ist klar, wann genau die Schinkelstraße gesperrt wird und in welche Schritten die Arbeiten vorangehen. Voraussichtlich am 29. August sollen die Anwohner bei einer Versammlung informiert werden.

Anders als in früheren Abschnitten erwarten die Planer diesmal keine Probleme mit dem Klappgraben. Der verläuft zwischen Karl-Marx- und August-Bebel-Straße neben der Fahrbahn unter dem Gehweg. Dort sei der Klappgraben aber in so gutem Zustand, dass er nicht saniert werden muss, so Krohn.

Von Reyk Grunow

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