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Schläger zu sechs Jahren verurteilt

Neuruppin Schläger zu sechs Jahren verurteilt

Am Neujahrstag hatte der 41-jährige Angeklagte die 61-jährige Mutter seiner Ex- Lebensgefährtin in ihrer Wohnung in Wittenberge überfallen, sie ausgeraubt, geschlagen und mit einem Messer in den Oberschenkel gestochen. Dafür wurde der Alkoholiker am Dienstag zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt. Darin ist ein vorangegangenes Urteil enthalten.

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Am Dienstag wurde ein gerichtsbekannter Schläger vor dem Landgericht Neuruppin verurteilt.

Quelle: dpa

Neuruppin. Es läuft nicht rund im Leben von René S. Ist es noch nie. „Der Angeklagte ist ein Mensch, der von Anfang an keinen Platz im Leben gefunden hat“, sagte der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann. Immer wieder kommt der 41-jährige René S. mit dem Gesetz in Konflikt, zumeist dann, wenn er Alkohol getrunken hat.

Frau in ihrer eigenen Wohnung überfallen

So wie in der Silvesternacht dieses Jahres in Wittenberge: Da überfiel er die Mutter seiner Ex-Freundin in ihrer Wohnung und beraubte die 61-Jährige. Die erste große Strafkammer des Landgerichts Neuruppin verurteilte René S. am Dienstag zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren. Darin ist noch ein Urteil des Neuruppiner Amtsgericht von einem Jahr und drei Monaten aus 2015 enthalten. Rene´ S. hatte seine damalige Lebensgefährtin krankenhausreif geprügelt.

Nach Auffassung der Strafkammer, die sich im wesentlichen auf die Aussage des Opfers stützte, hatte sich in der Tatnacht folgendes abgespielt: Der in Kyritz lebende Angeklagte hielt sich Silvester in Wittenberge auf - aus welchen Gründen auch immer. Er hatte von einer Gerichtsverhandlung gesprochen, was ihm aber niemand glaubte.

Angeklagter wollte sein Opfer abziehen

„Es war kein Freundschaftsbesuch, sondern er wollte die Frau abziehen“, sagte Richter Lechtermann. Wie schon öfter stieg René S. über die Balkontür ein und ließ durch die Wohnungstür eine dritte Person ein. Eine Person, die er namentlich nicht kannte und dessen Identität bis heute für das Gericht unbekannt ist. Obwohl die Wohnungsinhaberin bereits aus vorangegangenen unschönen Begegnungen mit dem Angeklagten nicht erfreut war über den Besuch, machte sie gute Miene zum bösen Spiel und trank mit. René S. hatte beim Betreten der Wohnung ein Messer in der Hand, das er ablegte, dafür aber das Handy der Frau einsteckte. „Damit war sie völlig von der Außenwelt abgeschlossen und ihm ausgeliefert“, sagte Lechtermann.

Für das Gericht war klar, dass der unbekannte Dritte im Laufe der Nacht die Wohnung verließ, als die beiden anderen einschliefen. Die alkoholisierte Frau wachte von Ohrfeigen auf. René S. warf eine Schnapsflasche in den Fernseher, verlangte ihre EC-Karte und die Pin. Als sie sich weigerte, schlug er zu und stach ihr dann in den Oberschenkel. Er durchwühlte die Schränke und fand schließlich ihr Portemonnaie mit etwas Kleingeld. Am späten Nachmittag des Neujahrstages ließ er die Frau in ihrem Zustand hilflos zurück. Erst eine Tag später packte ihn die Reue und er benachrichtigte ihre Tochter.

Angeklagter beteuerte seine Unschuld

Der Angeklagte hatte bestritten, etwas mit der Tat zu tun gehabt zu haben und alles auf den unbekannten Dritten geschoben. Diese Version überzeugte das Gericht nicht. „Sie haben sich eine wunderschöne Geschichte ausgedacht, die nicht wahrer wird, je öfter sie man erzählt“, so Lechtermann.

Das Gericht ging bei René S. von einer verminderten Steuerungsfähigkeit aus, da er Alkoholiker ist. Er hat eine lange kriminelle Karriere hinter sich, seit 1992 wird er immer wieder straffällig: Wegen Diebstählen, Körperverletzungen und Raub steht er immer wieder vor Gericht„Sie sind ein Gewohnheitskrimineller. Das muss man so sagen“, so Lechtermann. Von einer Unterbringung in einer Entziehungsanstalt sah das Gericht ab, weil es den Angeklagten nicht für Therapiefähig hält. „Sie haben schon alles hinter sich gebracht im Laufe der Jahre. Doch alle Maßnahmen, Sie vom Alkohol weg zu bekommen, sind gescheitert“, sagte Lechtermann.

Nun muss René S. seine Zeit im Gefängnis absitzen.

Von Dagmar Simons

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