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Schlaglöcher in Neuruppin bleiben

Land saniert Straße vorerst nicht Schlaglöcher in Neuruppin bleiben

Seit Jahren fordert die Stadt Neuruppin, dass das Land endlich die völlig marode Straße des Friedens saniert. Die nördliche Zufahrt zur Innenstadt gehört zur Landesstraße 167 und ist eine der miserabelsten Pisten weit und breit. Bürgermeister und Landrat machen jetzt Druck aufs Land. Doch das hat noch keinen Plan, was aus dieser Straße einmal werden soll.

Neuruppin, Straße des Friedens 52.9297496 12.8117913
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Die vielleicht schlimmste Holperstraße in Neuruppin: die Straße des Friedens.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Es gibt wenig Hoffnung für die Anwohner an Neuruppins vielleicht schlimmster Holperpiste: Das Land Brandenburg plant zurzeit keine Sanierung der völlig maroden Straße des Friedens. Wann die desolate Kopfsteinpflasterstrecke ausgebaut werden könnte, ist ungewiss.

Bürgermeister Jens-Peter Golde und Landrat Ralf Reinhardt hatten in der vergangenen Woche eindringlich an Verkehrsministerin Kathrin Schneider appelliert. Reinhardt forderte, die Ministerin sollte dem zuständigen Landesbetrieb für Straßenwesen wenigstens erlauben, schon mal eine Planung für den Ausbau der Straße zu beginnen. Ziel sollte es sein, dass diese Strecke spätestens bis 2019 auf Vordermann gebracht wird.

Dann finden überall im Land Feiern zum 200. Geburtstag von Theodor Fontane statt; Neuruppin soll dabei eine zentrale Rolle spielen. Das könnte tausende zusätzliche Besucher in die Stadt locken – zumal im selben Jahr in Wittstock die Landesgartenschau stattfinden soll und die Landesplaner die Gartenschau und die Fontane-Feiern in Neuruppin touristisch eng verknüpfen wollen.

Wichtigste Zufahrt aus Richtung Norden

Die Straße des Friedens als wichtigste Zufahrt zur Neuruppiner Innentadt aus Richtung Norden dürfe dann auf keinen Fall mehr in so miserablem Zustand sein, fordern Landrat und Bürgermeister. Sie prägt schließlich auch für alle Besucher, die mit der Bahn kommen, den ersten Eindruck von der Fontanestadt.

Seit Jahren versucht Neuruppin schon, das Land dazu zu bewegen, die Schlaglochpiste endlich zu sanieren – bisher ohne Erfolg. Auf der Prioritätenliste des Landes steht diese Strecke ziemlich weit hinten. Noch vor Kurzem wollte das Land die Straße sogar am liebsten loswerden. Vor zwei Jahren hatte der damalige Verkehrsminister Jörg Vogelsänger der Stadt oder dem Kreis angeboten, sie könnten die Piste übernehmen und würden für diesen Fall sogar Fördermittel vom Land für eine Sanierung bekommen.

Das Problem dabei: Das Land will nicht nur die 500 Meter am Rand der Neuruppiner Altstadt loswerden. Die Straße des Friedens ist Teil der Landesstraße 167, die von Radensleben durch Lichtenberg, Wuthenow, über den Seedamm, vorbei am Rheinsberger Tor und bis zur Kreuzung mit der B 167 am Neuruppiner Friedhof führt. Zusammen sind das elf Kilometer.

Die Folgekosten einer Übernahme wären enorm

Die zu übernehmen, kam für Stadt und Kreis schon wegen der enormen Folgekosten überhaupt nicht infrage, Fördermittel hin oder her. Beide winken auch heute ab. „Der Landkreis kann sich die Übernahme nicht vorstellen“, erklärt Kreissprecherin Kerstin Pein auf Nachfrage. „Die Straße hat einen enormen Sanierungsbedarf und beinhaltet zudem den Seedamm in Neuruppin als besonderes Bauwerk.“ Die finanziellen Folgen wären überhaupt nicht absehbar. Auch deshalb hat das Land wohl seine Versuche eingestellt, marode Straßen loszuwerden, um so Kosten zu sparen.

Was aus der Straße des Friedens werden soll, kann derzeit niemand sagen. Das Land hat alle seine Straßen in verschiedene Kategorien eingeteilt. Die L 167 ist Teil des sogenannten grünen Netzes. Dazu gehören alle Landesstraßen, die aus Potsdamer Sicht weniger wichtig sind. Derzeit werde ein Konzept ausgearbeitet, wie die Landesregierung mit diesem grünen Netz künftig umgehen will, sagt Steffen Streu, der Sprecher des Verkehrsministeriums. Solange dieser Plan nicht vorliegt, wird an den Strecken wohl gar nichts weiter passieren, auch nicht in Neuruppin. „Im Laufe des nächsten Jahres“ soll das Konzept erstellt werden, so Streu.

Von Reyk Grunow

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