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Ostprignitz-Ruppin Schlossbibliothek verschreckt Kunden
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schlossbibliothek verschreckt Kunden
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02:15 04.02.2016
Der Umzug der Bibliothek ins Freyensteiner Schloss 2015 stößt bei Ortsvertretern bislang auf wenig positives Echo. Quelle: Wagener
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Wittstock

Nach der Schule zieht es Jan Grabowsky oft in die Bibliothek. Statt am Computer Spiele zu zocken, schnappt sich der Zwölfjährige lieber mal ein Buch am Standort im Wittstocker Kontor. „Mindestens einmal in der Woche komme ich her“, sagt der Schüler. Auch in den Ferien habe er schon an Veranstaltungen in der Bibliothek teilgenommen.

Damit gehört Jan zu den über 600 Kindern, die im vergangenen Jahr regelmäßig an den beiden Bibliotheksstandorten der Dosse­stadt Bücher ausgeliehen oder vor Ort gelesen haben. Diese und weitere Erhebungen über das Bibliotheksnetzwerk Wittstock aus dem Jahr 2015 präsentierte Kulturamtsleiterin Dorothea Stüben dem städtischen Kulturausschuss in der vergangenen Woche. „Wir ziehen eine positive Bilanz“, sagte sie. 311 neue Kunden hätten sich 2015 an beiden Standorten registrieren lassen, damit sei die Zahl der Nutzer auf fast 2100 gestiegen.

Die meisten Nutzer sind Frauen

Auffällig sei dabei, dass 66 Prozent davon weiblich und nur 28 Prozent männlich seien, stellte man im Ausschuss überrascht fest. Die restlichen Nutzer seien Einrichtungen oder Vereine. Und Stüben verwies noch auf einen weiteren Trend: Von den 70 682 entliehenen Medieneinheiten seien monatlich 210 elektronische Medien gewesen. Insgesamt verfüge der Kreisverband über rund 9000 E-Books.

Bilanz für 2015

36 049 Medieneinheiten stehen zur Verfügung. Darunter 31 435 in Wittstock und 4614 in Freyenstein. Auf jeden Einwohner kommen somit 2,46 sogenannter Medieneinheiten.

330 Personen umfasst die Benutzergruppe „Ü 60“.

Durchschnittlich 40 Medien wurden pro Öffnungsstunde entliehen.

11 344 Euro konnten durch Benutzungsgebühren eingenommen werden. 20 827 Euro wurden für neue Medien ausgegeben. Davon wurden 3320 angeschafft.

Laut Stüben soll ab März am Standort im Schloss Freyenstein personell aufgestockt werden. Das tue bitter Not, wie von Ortsvorsteher Manfred Engel zu hören war. Er kritisierte, dass die vormalige Mitarbeiterin Christine Neumann nun ausschließlich für den Archepark zuständig sei und nicht zumindest im Winter Dienst in der Bibliothek tun könnte.„Das ist eine Personalentscheidung, die hier nicht zu treffen ist“, antwortete Stüben auf die Kritik.

Doch Engel war noch lange nicht fertig. Der Umzug ins Schloss sei bislang nicht gut im Ort angekommen. Allein schon, weil ein Fahrstuhl fehle und dadurch gerade ältere Interessenten abgeschreckt würden. Und Engel äußerte zugleich einen bösen Verdacht: „Wir haben Angst, dass das erste Schritte sind, den Standort zu schließen.“„Eine Bibliothek schließt man, wenn keiner mehr hingeht“, entgegnete Stüben. Doch genau das befürchte er, so Engel, wenn nicht bald ein barrierefreier Zugang für die Schlossbibliothek geschaffen werde.

Von Christian Bark

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