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Schlossgartenfest war gut besucht

Rheinsberg Schlossgartenfest war gut besucht

Es sollte ein Ort der Muße sein. Und einer der Musen. Kronprinz Friedrich residierte dort in Glanz und Gloria – später war es Prinz Heinrich, der das Schloss zu dem machte, was es heute wieder ist: ein Musentempel. Dass er wieder in einstigem Glanz strahlt, wurde am Sonnabend mit einem großen Schlossgartenfest gefeiert: mit Führungen, Musik und Tanz.

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Die Tänzerinnen der Jugendkunstschule wagten das höfische Menuett.

Quelle: Fotos(3): Regine Buddeke

Rheinsberg. Durch die Bäume klingt barocke Musik. Schon von Weitem lockt sie zum Salon, einem Pavillon inmitten einer Rondell-Anlage im Rheinsberger Schlosspark. Das Barockorchester der Kreismusikschule Neuruppin versteht sich darauf, das barocke Flair heraufzubeschwören, das einstmals durch den Schlossgarten wehte, als Prinz Heinrich dort residierte und das Kleinod zum Musentempel werden ließ. Diesen Geist sicht- und hörbar zu machen, mühten sich die Organisatoren des Schlossgartenfestes, das am Sonnabend bei Kaiserwetter eine Vielzahl Flaneure, Interessierte und Hobby-Historiker anzog.

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Rundum gelungen: das Schlossgartenfest zog am Sonnabend viele Besucher ins idyllische Ambiente rund ums Schloss, das ganz im Geiste von Prinz Heinrich gepflegt wird. Führungen, Musik, eine Lesung und höfische Spiele und Tänze zogen die Neugierigen in Scharen an. Am frühen Abend konnte man noch einer Probe zur Oper „Tosca“ beiwohnen, die bald im heckentheater Premiere hat.

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Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg hat innerhalb der Veranstaltungsreihe „Preußisch Grün“ eine Jubiläumsausstellung im Schloss sowie im Park installiert – anlässlich der fortschreitenden Sanierung der Rheinsberger Prachtanlage. „Rheinsberg 25 – Wiedererweckung eines Musenhofes“ ist der Titel – das Schlossgartenfest gibt tiefe Einblicke dank vielfältigster Führungen unter den verschiedensten Blickwinkeln.

Erstklässler aus Rheinsberg spielen „Das Bäumchen“

Erstklässler aus Rheinsberg spielen „Das Bäumchen“.

Quelle: Regine Buddeke

Um Mathias Gebauer scharen sich gut 30 Neugierige. Gebauer, seines Zeichens Garten-Fachbereichsleiter, kann viel über die historische Wiederherstellung des Schlossgartens berichten – etwa dass damals kein Zaun, sondern eine Hecke den Park umgab, dass Blumen nur in den großen Pflanzgefäßen vor dem Schloss wachsen. „Das ist Konzept. Der Garten sollte naturnah wirken“, sagt er. So habe man sich auf abwechslungsreiche Gehölzränder beschränkt. Er erzählt von den 100 Jahre alten Roteichen, von den Linden, die 1738 gepflanzt wurden und aus deren Stockaustrieben neue Linden nachgezogen werden. Die Hofgärtnerei kümmert sich um die Orangerie, die recht neuen Pomeranzenbäume. Gebauer erklärt, wie und warum das Heckentheater seinerzeit angelegt wurde, in dem die Gäste später noch eine Szenenprobe zur Oper „Tosca“ belauschen können.

Tipps von den Schlossgärtnern

Tipps von den Schlossgärtnern.

Quelle: Regine Buddeke

Vor dem Orchestergraben tummeln sich gerade die Spielsüchtigen. Renate Müller-Schäfer vom Hoftheater Schau und Spiel samt Tochter Bente – beide im aufwendigen Barockkostüm – spielen mit den Umstehenden ein Kreisspiel, bei dem fast alles über Augenkontakt abläuft. „Es gibt uralte Kinderspiele“, erzählt sie. „Und die kommen auch heute noch gut an.“ Die Umstehenden haben Spaß, versinken in graziösen Hofknicksen und tänzeln behende umeinander herum, so sie angeblinzelt werden.

Höfisch geben sich auch die Tänzer der Jugendkunstschule Neuruppin unter Leitung von Grit Maruschke und Regie von Sebastian Eggers. Ob Menuett oder Reigen – es ist ein schönes Bild, wenn die Ballerinas in weißem Reifrock an verschiedenen Stellen des Gartens ihre Kreise drehen.

Szenisches von der Jugendkunstschule Neuruppin

Szenisches von der Jugendkunstschule Neuruppin.

Quelle: Regine Buddeke

In der Feldsteingrotte spielt das Horntrio der Musikschule ein barockes Ständchen. Ein wenig später folgt eine Buchpräsentation: Chefarzt und Autor Dirk Fahlenkamp wird heitere Diskurse zwischen Friedrich dem Großen und dessen Kammerdiener Fredersdorf lesen.

Die Besucher haben die Qual der Wahl – alle Führungen kann man nicht besuchen. Eine fokussiert sich auf Nymphen, Grotten und Wasserfälle, eine andere auf das „Sorgenkind Hofgärtnerei“. Eine dritte zeigt die zeitgenössischen Skulpturen der Jubiläumsausstellung.

In der Hofgärtnerei stehen die Gärtner mit Rat und Tat zur Seite. Während die Führungsmüden sich an Kaffee, Kuchen und Eis stärken oder der Vorführung der Erstklässler der Allende-Schule zuschauen, die – passend zum Thema – „Das Bäumchen“ aufführen, scharen sich andere um die Profis und lassen sich Tipps für den heimischen Garten geben.

Eine der vielen Führungen durch den Schlossgarten

Eine der vielen Führungen durch den Schlossgarten.

Quelle: Regine Buddeke

Organisatorin Gitty Oeckel von der Stiftung ist sehr angetan vom Zuspruch – bereits seit einem Jahr ist sie mit der Planung des Schlossgartenfestes beschäftigt. „Ich bin begeistert“, sagt sie angesichts des zahlreichen und sehr interessierten und fachkundigen Publikums. „Viele kommen sehr gezielt“, hat sie bemerkt. Auch Petra Wesch, Kunstpädagogin und mit der Reihe „Preußisch-Grün“ betraut, ist zufrieden. „Wir wollten zeigen, wofür so ein Garten da war. Und da ist. Und wir wollten viele Akteure aus der Region.“

Von Regine Buddeke

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