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Wittstocker Schmuggler in Röbel

Verbrüderung der Feinde Wittstocker Schmuggler in Röbel

Die „Kunnerbanderes“ sind eigentlich Schmuggler in Wittstock. Am Freitagabend zogen sie jedoch durch Röbel, zusammen mit den dortigen Amtskollegen. Auch kam es erneut zur Verbrüderung, die seit 2001 alle zwei Jahre gefeiert wird.

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Wittstocks Vize-Bürgermeister Dieter Herm (l.) bei der Verbrüderung.

Quelle: Konrad Utecht

Röbel / Wittstock. Haben sich am Freitagabend etwa die „Kunnerbanderes“ aus Wittstock in den Röbeler Festumzug eingeschmuggelt? Denn unter den ersten Bildern des bunten Festaufzuges ragte das Begrüßungsschild: „Wittstock grüßt Röbel“. Tatsächlich marschierten dahinter 22 dieser„Kunnerbanderes“ (Schmuggler).

Bis 1867 schleusten Schwarzhändler verborgen im Dickicht der Wittstocker Heide alles das ein, was es in Preußen nicht gab oder teurer war als beim mecklenburgischen Nachbarn. Seither wird die Wittstocker Heide im Volksmund auch als Schmugglerheide bezeichnet.

Vor knapp 150 Jahren musste diese Gilde ihr erträgliches Handwerk aufgegeben. Die Schmugglerei hatte ein Ende, nachdem Mecklenburg dem Deutschen Zollverein 1867 beigetreten war.

Die Schmuggler aus Wittstock und Röbel marschierten gemeinsam durch die Müritzstadt

Die Schmuggler aus Wittstock und Röbel marschierten gemeinsam durch die Müritzstadt.

Quelle: Konrad Utecht

Zwischen beiden Nachbarn diesseits und jenseits der Wittstocker Heide hat es in der Geschichte auch immer wieder Grenzstreitigkeiten gegeben. Obwohl diese längst beigelegt sind und fast in Vergessenheit gerieten, gab es bis vor wenigen Jahren keine offizielle Versöhnung zwischen den ehemals zerstrittenen Gemeinden

Erst im Jahr 2001 haben sich die Wittstocker mit den ehemals verfeindeten Wredenhagenern, Bollewickern und Röblern am einstigen Grenzbach Daber verbrüdert. Seitdem wird die „Verbrüderung“ alle zwei Jahre neu bekundet.

Am vergangenen Freitagabend haben die Oberhäupter der betroffenen Grenzgemeinden ihren Freundschaftswillen im Röbeler Bürgergarten erneuert. Für Wittstock saß der stellvertretende Bürgermeister Dieter Herm mit am Tisch und unterzeichnete die Urkunde. Auch wenn es im ersten Moment aussah, als sei diese Beurkundung ein offizieller Akt, so muss sie dennoch mit einem Augenzwinkern betrachtet werden. Denn längst sind diese Gemeinden eng befreundet und arbeiten in der Tourismusförderung zusammen.

Wichtig ist ihnen, dass die Schmugglerheide weiter an historischer Bedeutung gewinnt und von Radwanderern noch mehr angenommen wird. Allerdings müsse der noch ausstehende Radfahrweg umgehend errichtet werden, hieß es von den Röbeler Tourismusfreunden.

Was wäre aus dem Abend geworden, wenn nicht schließlich die Kunnerbanderes zum Zuge gekommen wären. Von den einstigen Schmugglern haben sie lediglich noch die historische Bezeichnung für ihre Theatergruppe. In ihrer Vorführung haben sie gezeigt, dass das Schmugglerleben auch seine lustigen Seiten hatte.

Von Konrad Utecht

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