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Schönberg in einer Staubwolke

Unimoto-Dragracing-Meisterschaft: Franzosen knacken Weltrekord Schönberg in einer Staubwolke

Staubig ging es am Wochenende hinter der Schönberger Mustang-Ranch zu. 23 Teams fegten auf 45 Maschinen auf einem Rad über die 100 Fuß lange Strecke, um bei der 9. Deutschen Meisterschaft im Unimoto Dragracing eine gute Zeit zu fahren. Die Franzosen machten das Rennen.

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Jeder Tropfen half gegen die Hitze

Von Null auf Hundert – ohne vorne aufzusetzen.

Quelle: Regine Buddeke

Schönberg. Staub- oder Schlammfahne? Je nach Wetterlage ist beides möglich. Am vergangenen Wochenende war es sehr viel Staub, der in langen Schwaden hinter den Teilnehmern der 9. Internationalen Deutschen Unimoto-Dragracing-Meisterschaft aufgewirbelt wurde. So viel, dass die Linienrichter manchmal kaum zu sehen waren.

Von denen säumen einige die Strecke – ist es doch ganz wichtig zu beobachten, ob nicht eine der heißen, einrädrigen Maschinen vorn aufsetzt. Dann wird sofort die rote Fahne gehisst: ungültig, Lauf vergeigt. Das kam am Samstag recht häufig vor, die Hitze hatte daran einen großen Anteil. Manche Maschine konnte gleich gar nicht starten. „Wassergekühlte Teile – da platzt schon mal der Druckschlauch in der Sonne weg“, weiß Ulf Sobczak vom Motorclub „Rolling Wheels“ Neuruppin, der das Event seit Jahren im Ruppiner Land ausrichtet – seit fünf Jahren nun schon in Schönberg, auf einem Acker hinter der ehemaligen Biker-Kneipe. „Der neue Besitzer hat es uns in diesem Jahr erlaubt, dann wird es wohl im nächsten Jahr auch klappen“, ist der Biker-Chef optimistisch, dass auch die kommenden Rennen in Schönberg stattfinden werden. Denn mittlerweile ist das Ereignis zum Großspektakel geworden. „Wenn ich bedenke, dass wir hier vor fünf Jahren mit 20 Maschinen angefangen haben. Heute sind es 45 – Respekt“, sagt Moderator „Preuße“.

Es knattert, knallt, rattert und dröhnt. Und es riecht intensiv nach Benzin. Ein ums andere Mal stieben meterlange Dreckfahnen hoch, wenn unter ohrenbetäubendem Motoraufheulen die nächste Maschine an der Startlinie von Null auf Hundert beschleunigt und bestenfalls in weniger als drei Sekunden die 100 Fuß bewältigt – und das auf nur einem Rad. Drumherum beäugen die anderen die mit viel Liebe getunten Maschinen – jedes ein Unikat, mit stachelgespickten und schraubenbewehrten Breitreifen wirken manche fragil, manche wie kleine Panzer. Sogar ein schaufelradähnliches Gefährt ist am Start. Hingucken lohnt sich. Auch die Teilnehmer kommen drakonisch daher: Man sieht viel Schwarz, Leder, Tattoos, Piercings und auch mal einen Zöpfchenbart. Mancher der harten Jungs hat denn doch seine Kluft der Hitze angepasst und zeigt sich oben ohne. Regenschirme erweisen sich als guter Sonnenschutz.

Die 23 Teams kommen aus Deutschland, der Schweiz, Polen und Frankreich – deshalb auch der etwas missverständliche Name Internationale Deutsche Meisterschaft, die in diesem Jahr klar von den Franzosen dominiert wurde. In jeder der vier Klassen, mit Ausnahme der Elektroklasse – siegte ein Pilot vom Crafoins FMC. „Ich muss wohl französisch lernen“, scherzt „Preuße“ bei der Übergabe der Pokale – allesamt in schwerer Reifenform. Teamkollege Wolle auf seinem Pfeffi Fighter hatte eigentlich vor, endlich mal vom vierten Platz wegzukommen. „Gute Zeit, aber leider aufgesetzt“, sagt er nach dem ersten Lauf. Der dritte war gleich gar nichts – die Zeitmessanlage stieg hitzebedingt aus, so dass Wolle und einige Leidensgenossen keinen dritten Lauf fahren konnten. Blieb ihm also nur der zweite, der mit 2,73 Sekunden klar unter der 3-Sekunden-Marke und somit recht gut war. Gegen die französische Konkurrenz konnte er damit indes nicht anstinken – Gerald holte auf Alligator einen neuen Weltrekord nach Frankreich. „Der kommt natürlich ins Guinessbuch“, sagt Ulf Sobczak ganz ohne Neid. Wolle holte für Neuruppin in der offenen Klasse den sechsten Platz. Das Unimoto-Virus hat er übrigens an seine Tochter weitergegeben. Cindy fährt schon im zweiten Jahr mit – auf der Mattschwatt. „Den Knacks hab ich von meinem alten Herrn. Schon cool, in so einer Männerdomäne mithalten zu können“, sagt sie. In diesem Jahr leider mit drei ungültigen Läufen – jedes Mal passierte ein Aufsetzer. Söhnchen Connor dagegen war richtig schnell. Allerdings startete der Zehnjährige außer Konkurrenz – auf einer geliehenen Maschine der Franzosen. „Jetzt isse leider kaputt“, sagt der Junge, der am Ziel stürzte – zum Glück ohne Blessur.

Am Abend wird gefeiert. Kaum ist der Staub im Wohnwagen-Camp vom Körper gewaschen, scharen sich die Biker unterm Festzelt. „Curtis Lowe“ sorgt für harten Rock, zwei sexy Grazien für die leichte Muse. Der Tag war heiß, die Nacht wird es sicher auch.

Von Regine Buddeke

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