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Schon 2780 Biotonnen

Ostprignitz-Ruppin Schon 2780 Biotonnen

Die Zahl der Biotonnen in Ostprignitz-Ruppin hat sich innerhalb von acht Monaten fast verdoppelt. Für Abfallexperten des Kreises ist das wenig überraschend. Schließlich gibt es in den braunen Tonnen weder Fliegen noch Maden, auch kein schlechter Geruch entweicht, da die Deckel mit Filter und einer Gummilippe ausgestattet sind. Zudem muss nur die Leerung bezahlt werden.

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Mitarbeiter der Kreisverwaltung stellten die neuen Biotonnen mit Filter und Gummilippe auch in Supermärkten in Neuruppin, Kyritz und Wittstock vor.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Kein Geruch, keine Fliegen, keine Maden. „Mit dem Filter sind alle zufrieden“, sagt Myga Chrzanowski. Die Sachgebietsleiterin Abfallwirtschaft in der Kreisverwaltung in Neuruppin ist es ebenfalls. Denn innerhalb von acht Monaten hat sich die Zahl der Biotonnen, die in Ostprignitz-Ruppin aufgestellt wurden, nahezu verdoppelt. Am 31. Dezember waren es 1513 Behälter, die vor allem im Altkreis Neuruppin standen, zum 1. September waren es kreisweit schon 2780 Biobehälter.

Die braune Tonne wirkt wie ein Komposter

Die gestiegene Nachfrage führte Myga Chrzanowski am Mittwoch nicht zuletzt auf die neuen Deckel zurück. Denn in diesen ist ein Filter gegen Geruchsbelästigung integriert, zudem sind die Deckel mit einer Gummilippe ausgestattet. „Die braune Tonne wirkt wie ein Komposter.“ Die Bioabfälle wie verfaultes Obst, Speisereste sowie Rasen- und Heckenschnitt sacken dadurch schneller in sich zusammen, als in den alten Biotonnen ohne Filter und Gummilippe. „Das bringt einen Vorteil an dem Volumen, das man in den neuen Tonnen entsorgen kann“, so die Sachgebietsleiterin. Hinzu kommt, dass der Landkreis seit diesem Jahr keine Anschlussgebühr mehr für die Biotonne erhebt. Gezahlt werden muss lediglich für jede Leerung, und zwar 4,58 Euro.

„Der Filter hat gezogen“, sagte Landrat Ralf Reinhardt. Der SPD-Politiker hat keine Biotonne. Ralf Reinhardt wohnt in der Prignitz. Diese hat bisher Biotonnen ebenso wenig eingeführt wie der Landkreis Oberhavel. Dabei sollen bis zum Jahr 2019 pro Einwohner und Jahr rein rechnerisch 30 Kilo Bioabfall entsorgt werden.

Von der Landesvorgabe noch weit entfernt

Von dieser Vorgabe ist auch Ostprignitz-Ruppin noch weit entfernt. Denn bis zum Jahreswechsel gab es die Biotonne allein im Altkreis Neuruppin. Erst seit Januar wird sie ebenfalls in der Kyritzer und Wittstocker Region angeboten. Seitdem stieg der Bioabfall von 6,7 Kilo je Einwohner und Jahr auf 7,7 Kilo. Sachgebietsleiterin Chrzanowski zeigte sich dennoch optimistisch, dass die vom Land vorgegebenen Zahlen bis 2019 in Ostprignitz-Ruppin erreicht werden können. Immerhin steht der Landkreis beim zweiten Teil der Vorgaben in diesem Bereich, den Grünabfällen, schon recht gut da: 40 Kilo­gramm je Einwohner und Jahr sollen gesammelt werden. Der aktuelle Durchschnittswert liegt bei gut 38 Kilo. „Wir sind mit den Zahlen zufrieden“, betonte die Abfallexpertin. Der Andrang nach den braunen Tonnen hat zwar nach den Werbeaktionen des Kreises zu Beginn des Jahres inzwischen etwas nachgelassen. Doch Chrzanowski setzt auf den Aha-Effekt. Wenn der Nachbar eine Biotonne habe und damit zufrieden sei, würden sicher weitere Anwohner in der Nachbarschaft neugierig auf den braunen Behälter werden. Schließlich landet derzeit viel Biomüll noch in der grauen Restmülltonne, die dann schnell stinkt und in der sich Fliegen und Maden wohl fühlen.

Der Biomüll wird vergärt

Die in Ostprignitz-Ruppin eingesammelten Bioabfälle werden in einer speziellen Anlage bei Rüdersdorf in Märkisch-Oderland vergärt. Dazu werden sie in einem Behälter mit einer Flüssigkeit berieselt und 28 Tage bearbeitet. Dabei entsteht Biogas und Wärme.

Die Wärme wird genutzt, um den Behälter mit den Bioabfällen zu beheizen sowie um Kompost und Kaminholz zu trocknen. Nach den 28 Tagen landet die Hälfte des Bioabfalls auf dem Kompost, die andere Hälfte wird mit neuen Bioabfällen aufgefüllt.

Die Biotonne gibt es in Ostprignitz-Ruppin nur als 120-Liter-Behälter. Sie werden meist alle 14 Tage geleert, der Tourenplan samt Telefonnummer findet sich in der Abfallfibel. Die Filter halten zwei Jahre, die nächsten gibt es 2018.

Von Andreas Vogel

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