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02:15 14.12.2015
Die Gutskapelle in Horst ist ein schlichter Fachwerkbau und verschlang bisher 345 000 Euro für die Sanierung. Quelle: Christamaria Ruch
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Horst

Wie ein Schachbrettmuster zeigt sich derzeit die Lehmdecke in der Gutskapelle in Horst. Helle und dunkle Abschnitte in den Gefachen wechseln sich ab. Hell bedeutet, dass die Decke bereits durchgetrocknet ist. Wo der Lehm dunkel ist, hinterließen im Oktober wieder Mitarbeiter der Jugendbauhütte ihre Spuren. Die Jugendbauhütten sind ein Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Trägerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd).

Dabei drücken die jungen Leute aus der Jugendbauhütte dem jeweiligen Objekt immer auch einen Stempel auf. Historische Bausubstanz trifft auf Handwerker der Neuzeit. Da sie im freiwilligen Jahr der Denkmalpflege (FJD) tätig sind, setzen sie sich mit alten Bautechniken auseinander. Das FJD in Brandenburg und Berlin wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds der beiden Länder finanziert.

Punktuell wird der Fußboden ausgebessert. Quelle: Christamaria Ruch

„Wir sind froh, dass wir mit der Jugendbauhütte einen Baupartner gefunden haben, mit dem die Arbeiten kostengünstig bewerkstelligt werden können“, sagt Andrea Asse, Bauamtsleiterin der Gemeinde Heiligengrabe. Die Gemeinde ist Eigentümer der Kapelle. Vor allem aus Kostengründen setzt sie auf die Jugendbauhütte. Dabei nimmt der Eigentümer in Kauf, dass die Arbeiten langsam voranschreiten. Denn Jugendbauhütten sind immer nur im Rahmen von Seminarwochen tätig. Will heißen: Die Decke in der Kapelle wird seit fünf Jahren schrittweise restauriert.

Dabei gingen die Jugendbautrupps in den vergangenen Jahren unterschiedlich vor. Die fertigen Deckengefache sehen dementsprechend aus. Bei den hellen Abschnitten ist der sogenannte Kellenschnitt sichtbar. „Dieser markiert eine Fuge zwischen Balken und Gefache“, sagt Andrea Asse. Der Kellenschnitt fehlt bei den jüngsten Arbeiten. Der baubegleitende Restaurator Jochen Hochsieder gab nun Entwarnung: „Der Kellenschnitt ist nicht notwendig“, weil dies damals beim Bau nicht dazugehörte. Deshalb werden die vorhandenen Kellenschnitte im kommenden Jahr überarbeitet und anschließend wird die komplette Decke mit Gefache und Balken geweißt. Auch die Wände erhalten neue Farbe. Dies erfolgt in Abstimmung mit der Landesdenkmalbehörde. Ebenso sind Arbeiten am Fußboden sowie an den Fenstern vorgesehen. „Punktuell bis flächig wird der Fußboden ausgebessert“, so Andrea Asse. Mit Blick auf die Fenster erfolgte dort bereits eine neue Verglasung durch die Jugendbauhütte. Außerdem werden die Innenleibungen und Innenfensterbänke bearbeitet. Bernd Henning, Leiter der Jugendbauhütte Brandenburg/Berlin, sagt auf MAZ-Nachfrage: „Eigentlich wollten wir in diesem Jahr schon fertig sein, aber es gab organisatorische Probleme. Wir gehen davon aus, dass die genannten Arbeiten im kommenden Jahr zum Abschluss kommen.“

Bürgermeister Holger Kippenhahn vor dem Epitaph. Quelle: Christamaria Ruch

Für Holger Kippenhahn, Bürgermeister der Gemeinde Heiligengrabe, lautet die Devise: „Nach und nach und in langsamen Schritten werden die Bauarbeiten fortgesetzt.“ Denn: „Wir unterliegen hier keinem Handlungsdruck, weil die Kapelle nur wenig genutzt wird.“ Gleichzeitig räumt er ein: „Mir ist bewusst, dass die Berliner Schadow-Gesellschaft mit anderen Erwartungen herangeht und die Arbeiten schneller beendet sehen möchte.“

Die Schadow-Gesellschaft stellte 18 000 Euro für die aufwendigen Restaurierungsarbeiten vom Epitaph in der Kapelle in Horst bereit. Seit Frühjahr vergangenen Jahres erstrahlt es bereits wieder in alter Schönheit. Doch wegen der Bauarbeiten an der Decke liegt das Denkmal derzeit eingehüllt im Dornröschenschlaf.

Termin: Für Sonnabend, 12. Dezember, 16 Uhr, lädt die Initiativgruppe Kapelle Horst wieder zur Adventsveranstaltung. Wegen der Baustelle in der Gutskapelle weichen die Organisatoren nun in die gegenüberliegende Schmiede vom Gut Burghof in Horst aus.

Von Christamaria Ruch

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