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Ostprignitz-Ruppin Schrittweise zum Wanderwegenetz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schrittweise zum Wanderwegenetz
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00:18 31.12.2017
Martin Bünning (l.) und Jürgen Paul sehen im Entwurf zum Wanderwegenetz in Wittstock und Heiligengrabe weitere Tourismuspotenziale. Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock/Heiligengrabe

Schritt für Schritt. So lautet das Motto bei der Stadt Wittstock, der Gemeinde Heiligengrabe und bei Jürgen Paul. In den kommenden drei bis vier Jahren soll schrittweise ein Wanderwegenetz in beiden Kommunen geschaffen werden.

Die Grundlage dafür liegt nun vor. Der selbstständige Touristiker Jürgen Paul aus Wittstock ist seit Frühjahr dieses Jahres im Auftrag beider Kommunen aktiv und hat Ideen für die Wegeführung zusammengestellt. 160 Kilometer umfasst das Wegekonzept in der gesamten Stadt Wittstock. Heiligengrabe kommt auf weitere 70 Kilometer. „Es gibt ein großes Potenzial an Wanderern, die sich auch in Übernachtungszahlen widerspiegeln“, sagt Jürgen Paul mit Blick auf andere Regionen wie den Rennsteig in Thüringen.

Konzept knüpft an bestehende Pilgerwege an

Das geplante Wegenetz in Wittstock und Heiligengrabe verfolgt den Ansatz, dass es in alle Richtungen in benachbarte Regionen weiterführen und sich dort in vorhandene Wege einbetten kann. Dabei macht das Konzept auch vor Kreis- und Landesgrenzen keinen Halt. Vielmehr knüpft es an bestehende Pilger- oder Wanderwege an. Wittstock und Heiligengrabe sind dabei Vorreiter. Denn nur dort liegen die Routen als Diskussionsgrundlage vor.

Im Dezember stellte Jürgen Paul die geplanten Streckenverläufe im Wittstocker Rathaus vor. Ortsvorsteher von Wittstock, Mitglieder vom Tourismusverein, Tourismusverband und die Landesforstbehörde erfuhren aus erster Hand von dem Wanderwegenetz. Anfang nächsten Jahres ist diese Runde auch in Heiligengrabe geplant. Laut Konzept sind drei Wegeschnittpunkte zwischen Wittstock und Heiligengrabe vorgesehen. „Die Wanderwege in Heiligengrabe passieren das Kloster Stift, die Hohe Heide, den Aussichtsturm bei Blumenthal und den Königsberger See“, sagt Jürgen Paul. Damit geht er auf die Wünsche aus Heiligengrabe ein. Schon jetzt steht fest: „Ein Großteil der Strecken wird multifunktional genutzt. Das bedeutet, dass Wanderer auf bis zur Hälfte der geplanten Wege auf Routen unterwegs sind, die heute schon als Radweg ausgeschildert sind“, sagt Jürgen Paul. Das ausgebaute Radwegenetz in beiden Kommunen umfasst gut 200 Kilometer. Grundsatz ist auch, dass der ehemalige Truppenübungsplatz Kyritz-Ruppiner Heide von den Planungen ausgespart wird. „Dort gehen die Wege nur außen herum“, sagt Jürgen Paul. Ein weiterer Grundsatz lautet: Weniger ist mehr.

„Der Impuls für das Wanderwegenetz kam aus der Region“, sagt Martin Bünning, Amtsleiter für Stadtentwicklung in Wittstock. Dranse brachte diesen Stein ins Rollen und hat seit Frühjahr dieses Jahres bereits drei markierte Wanderwege in mehrere Richtungen mit einer Gesamtlänge von 30 Kilometern.

Ausweisen muss die Wanderwege der Landkreis

„Aus formalen Gründen muss der Landkreis die Wanderwege ausweisen“, sagt Martin Bünning. Am Beispiel von Dranse „wissen wir jetzt, wie das funktioniert und sehen darin nicht nur für diesen Ortsteil ein Potenzial“, so Bünning. Von der Idee bis zur Ausweisung rund um Dranse verging ein halbes Jahr.

„Mehr als zehn Jahre hat es gedauert, das Radwegenetz in der Region aufzubauen“, erinnert sich Jürgen Paul. Für das Wanderwegenetz sollen „keine zusätzlichen Wege gebaut, sondern vorhandene Wald-, Feld- und Radwege genutzt werden“, sagt er. Vom Gesetz her besteht ein freies Betretungsrecht auf allen Wegen; das gilt auch für Wege im Privatbesitz. „Zuerst haben wir uns mit den Ortsvorstehern verständigt, dann suchen wir mit den Eigentümern der Wege das Gespräch“, sagt Martin Bünning. „Wenn miteinander gesprochen wird, nehmen die Probleme ab.“ Er sieht auch einen Vorteil darin, dass Jürgen Paul die Ortsteile zunächst bei ihren Beiratsitzungen informiert hat.

In der Wittstocker Heide bei Alt Daber hat die Stadtforst bereits Tatsachen geschaffen. 19 Kilometer Wanderwege sind jetzt fertig markiert. „Das geht auf eine Initiative des Stadtforstleiters Guido Bischoff zurück“, sagt Jürgen Paul. Da alle Flächen Eigentum der Stadt Wittstock sind, war diese Markierung auch so einfach. Nach einer Markierung soll die offizielle Beschilderung Fuß fassen. In welcher Form diese Schilder dann den Weg weisen, ist noch offen. Auch das gesamte Marketingkonzept soll schrittweise entwickelt werden.

Von Christamaria Ruch

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