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Ostprignitz-Ruppin Schrumpfkur für die Karl-Liebknecht-Schule
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schrumpfkur für die Karl-Liebknecht-Schule
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00:19 02.09.2017
Die Karl-Liebknecht-Schule ist so beliebt, dass der Platz kaum noch für alle Schüler reicht. Für den Schulhort erst recht nicht. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Für manche Eltern dürfte das, was sie da jetzt in einer Vorlage für den Neuruppiner Sozialausschuss lesen können, eine Überraschung sein. Offenbar soll die Karl-Liebknecht-Grundschule doch stärker schrumpfen, als es die Stadtverwaltung den besorgten Eltern Vertretern und Lehrer noch vor Monaten zugesagt hatte. Ab September 2018 soll die Schule statt zuletzt vier 1. Klassen nur noch zwei aufnehmen. Voraussichtlich in fünf Jahren wird sie damit wohl nur noch halb so viele Schüler haben wie bisher.

Dass die Karl-Liebknecht-Schule ein Sorgenkind ist, scheint unstrittig. Das liegt in erster Linie an ihrer Beliebtheit. Inzwischen schicken so viele Eltern ihre Kinder auf Neuruppins größte Grundschule, dass die aus allen Nähten platzt. Bei der Sanierung des Schulhauses vor Jahren war die Stadt von weniger Schülern ausgegangen. Doch nach und nach ist deren Zahl immer weiter gestiegen. Für den Elternsprecher Maik Strecker kein Wunder. Er macht die engagierten Lehrer dafür verantwortlich – aber auch das reiche Ganztagsprogramm.

Eltern sehen das umfangreiche Ganztagsangebot in Gefahr

Und genau das sehen Maik Strecker und andere Eltern massiv in Gefahr, wenn die Zahl der Kinder derart stark sinkt. Eltern und Lehrer hatten an die Stadtverordneten appelliert, mehr als nur zwei 1. Klassen zuzulassen. Denn mit deutlich weniger Kindern seien viele Sportangebote und andere Kurse am Nachmittag unmöglich aufrechtzuerhalten. Dieser Angebote machen für die Eltern einen großen Teil der Attraktivität der Grundschule aus.

Neuruppins Sozialdezernent Thomas Fengler hatten den Eltern einen Kompromiss angeboten: Die Schulen sollen künftig „zwei- bis dreizügig“ sein, hatte er vorgeschlagen und die Wogen damit geglättet. Jetzt legt die Stadtverwaltung dem Sozialausschuss ein neues Papier mit weiteren Details zur Zukunft der Karl-Liebknecht-Schule vor. In dem steht, was „zwei- bis dreizügig“ konkret heißt: Die bestehenden Klassen bleiben erhalten, auch dort, wo es drei in einem Jahrgang gibt. Neue Schüler werden aber nur noch in zwei 1. Klassen aufgenommen, statt in dreien oder vieren wie bislang.

Stadt plant neue Grundschule als Entlastung ganz in der Nähe

Hintergrund ist der Plan der Stadt, an der Fontane-Oberschule in der Artur-Becker-Straße eine weitere Grundschule zu gründen. Sie soll zusammen mit der Oberschule ein sogenanntes Schulzentrum bilden. Auch die soll ab 2018 jeweils zwei 1. Klassen haben. Doch im Einzugsbereich der beiden Schulen reicht die Zahl der Kinder nur für vier Klassen, nicht für mehr.

Damit es für die neue Grundschule überhaupt ausreichend Kinder gibt, will sich Stadtverwaltung zudem für diese Grundschule und für die neue feste Schulbezirke festlegen. Bisher können sich alle Eltern in ganz Neuruppin frei entscheiden, in welche staatliche Schule sie ihr Kinder einschulen lassen wollen. Eltern im Neubaugebiet und in allen anderen Straßen südlich der Altstadt sollen das künftig nicht mehr können. Die müssen ihre Kinder je nach Wohnort ab August 2018 entweder in der Karl-Liebknecht-Schule oder im neuen Schulzentrum einschulen, sofern sie sich nicht für eine private oder freie Schule entscheiden. Diese Regelung soll zunächst für drei Jahre gelten. Nur so sei sichergestellt, dass es genügend Erstklässler gibt, um die neue Grundschule in der Artur-Becker-Straße überhaupt zum laufen zu bringen, heißt es aus dem Rathaus.

Der Sozialausschuss tagt zu dem Thema am Dienstag, 5. September, ab 18.30 Uhr im Neuruppiner Rathaus.

Von Reyk Grunow

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