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Schüler reisen ins 17. Jahrhundert zurück

Wittstock Schüler reisen ins 17. Jahrhundert zurück

Schlachtgetümmel, Soldatentrosse und historische Flugblätter – Alles Relikte einer Zeit, in der Wittstock vor 380 Jahren zum Mittelpunkt einer der größten militärischen Auseinandersetzungen des Dreißigjährigen Krieges wurde. Mit dem, was damals n ihrer Heimat geschah, hatten sich Wittstocker Schüler in Projekten beschäftigt und ihre Erkenntnisse am Montag vorgestellt.

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Die Diesterweg-Grundschüler hatten sich sogar in historische Gewänder gehüllt.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Warum heißt der Banerplatz so? Was war vor 380 Jahren genau in Wittstock und Umgebung vor sich gegangen? Und wie lebte es sich im Söldnertross der großen Heere des Dreißigjährigen Krieges? Mit diesen und vielen weiteren Fragen hatten sich Wittstocker Schüler in ihren Projektwochen beschäftigt. Montagnachmittag präsentierten sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse im Rathaus.

„Mit der Veranstaltung wollten wir gezielt ins Thema einführen“, erklärte Wittstocks Kulturamtsleiterin Dorothea Stüben, warum sich gerade die Vorträge der Schüler gut als Auftakt für die Festwoche zum 380. Jahrestag der Schlacht bei Wittstock eigneten. Und so konnte sich das Publikum während des Vortrags von Wittstocker Gymnasiasten zum Verlauf der Schlacht sowie zum Dreißigjährigen Krieg an sich ein erstes Bild über die Geschehnisse von damals machen.

Schüler der Waldring-Grundschule berichteten über ihre Spurensuche in Wittstock

Schüler der Waldring-Grundschule berichteten über ihre Spurensuche in Wittstock.

Quelle: Christian Bark

Welche Spuren Schweden und anderes Kriegsvolk in der Stadt noch heute hinterlassen haben, damit hatten sich Schüler der Waldring-Grundschule beschäftigt. Gemeinsam mit Geschichtslehrer Christian Mahnke waren sie in der Dossestadt mit dem Fotoapparat unterwegs. Wie der Pädagoge im MAZ-Gespräch berichtete, hätten die Kinder im Nachgang dann recherchiert, was es mit der „Schwedenstraße“, die sich als historische Themenroute von Vorpommern bis nach Brandenburg schlängelt oder dem Banerplatz, der nach dem schwedischen Feldherrn Johan Banér benannt wurde, auf sich hat.

Weitere Termine der Festwoche

Mittwoch, 21. September : Ab 18 Uhr hält Michael Schefzik vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt einen Vortrag im Museum Alte Bischofsburg. Das Thema des Referats lautet: „Krieg – eine archäologische Spurensuche“.

Freitag, 23. September : Um 19.30 Uhr beginnt die Lesung „Das Geheimnis von Stralsund“. Autorin Sabine Weiß wird dabei im Grünen Salon der Stadtbibliothek Passagen aus ihrem Buch vortragen, in dem es um eine junge Frau geht, die während der Belagerung Stralsunds 1628 zwischen die Fronten gerät.

Samstag, 24. September : Ab 15 Uhr gibt das Musikkorps des schwedischen Territorialheeres ein Konzert am Marktplatz. Von da geht es 15.30 Uhr zum Schwedenstein. Dort beginnt ab 16 Uhr die Gedenkzeremonie. Gegen 17 Uhr setzen sich im Sternmarsch von drei Ausgangspunkten historische Soldatentrosse in Bewegung. Sie marschieren zur Aussichts- und Gedenkplattform, wo die Gäste ein Gottesdienst, eine Lasershow sowie Musik erwartet.

Historisches Handwerk wie Korbflechten oder Papierschöpfen hatte die Schüler der Diesterweg-Grundschule zurück ins 17. Jahrhundert versetzt. Dabei lernten sie auch die Herkunft bekannter Sprichwörter wie „Die Flinte ins Korn werfen“. Dieses spielte auf die flüchtenden Söldner an, die sich der schweren Waffen entledigte, wenn sie merkten, dass eine Schlacht verloren gegangen war. Ihre Ergebnisse präsentierten die Viert- bis Sechstklässler in historische Gewänder aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges gehüllt.

Erik Kritzel von der Polthier-Oberschule hatte sich in seiner Facharbeit mit dem Soldatenalltag befasst

Erik Kritzel von der Polthier-Oberschule hatte sich in seiner Facharbeit mit dem Soldatenalltag befasst.

Quelle: Christian Bark

Weil seine Oma im Museum arbeite, ist der 16-jährige Erik Kritzel schon früh der Faszination von Geschichte erlegen, wie der Zehntklässler der Polthier-Oberschule erklärte. Kein Wunder, dass er jenes Fach für seine Facharbeit gewählt hatte und dann auch speziell den Dreißigjährigen Krieg beleuchtete. Darin hat er sich mit dem Alltag der Soldaten befasst, die übrigens Läuse nicht als Ungeziefer, sondern als Zeichen von Potenz betrachtetet hätten.

Fachlich unterstützt wurden die Schüler von Mitarbeitern des Museums Alte Bischofsburg. Leiterin Antje Zeiger lobte die Arbeit der kleinen Nachwuchshistoriker. Dabei unterstrich sie, dass die Beschäftigung mit der Heimatgeschichte einen Bezug zu weltgeschichtlichen Ereignissen herstellen könne. Die Projektergebnisse werden laut Zeiger in die Ausstellung des Museum integriert.

Von Christian Bark

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