Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Schüler schauen der Polizei auf die Finger
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schüler schauen der Polizei auf die Finger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:24 29.04.2018
Immer wieder umlagert war das Lasermessgerät bei der Polizei.
Anzeige
Neuruppin

Vincent lässt sich nicht lange bitten. Der 14-Jährige aus Stepenitz im Amt Meyenburg (Prignitz) schnallt sich die Schutzausrüstung eines Polizisten um, setzt den weißen Helm auf und schlägt dann vorsichtig mit einem Einsatzstock auf Egbert Senz ein. „Kräftiger“, sagt der Polizeihauptmeister.

Senz gehörte am Donnerstag zu den Beamten in der Polizeidirektion Nord in Neuruppin, die beim Zukunftstag Jugendlichen an sieben verschiedenen Stationen zeigten, welche Aufgaben die Polizei hat, wie sie technisch ausgerüstet ist und was sie alles bei ihren Einsätzen beachten müssen.

Zur Galerie
Zum 16. Zukunftstag öffneten Unternehmen, Hochschulen, Krankenhäuser, Polizei, Behörden und andere Einrichtungen ihre Türen für Schülerinnen und Schüler, um ihnen die Vielfalt der Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten im Land Brandenburg zu zeigen. In Neuruppin konnten sich die Jugendlichen unter anderem bei der Polizei und im Trichinenlabor des Kreises umsehen.

„Wir wollen Mädchen und Jungen gewinnen, die sich nach der Schule für die Polizei entscheiden“, sagt Sprecher Stefan Rannefeld. Vincent Knacke hat durchaus Interesse. Der Jugendliche möchte später etwas anderes machen als seine Mutter, die Lehrerin ist und sein Vater, der in Berlin in einem Altenpflegeheim arbeitet. Auch seine Schwester arbeitet inzwischen dort. Gleichwohl haben seine Eltern Verständnis für den ganz anderen Berufswunsch von Vincent. „Sie helfen mir.“

Polizei schießt mit Plastekerngeschoss

Also lauscht der 14-Jährige gemeinsam mit den anderen Jugendlichen aufmerksam den Worten von Polizeihauptmeister Senz. Dieser zeigt gerade seine Pistole vom Typ Sig Sauer. „Wir schießen nie auf einen wegrennenden Täter. Es sei denn, er ballert dabei wild um sich“, so Senz. Schließlich gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Polizisten, dass sie nicht nur sich, sondern auch andere Menschen vor Gewalttaten schützen. Geschossen wird bei der Polizei übrigens mit einem Plastekerngeschoss. „Der Stahlkern geht einfach durch den Körper des Täters durch“, so Senz. Der Plastekern bleibe indes im Körper stecken, so dass der Täter schnell kampfunfähig sei. Einmal im Quartal steht bei der Polizeidirektion Nord Schießtraining auf dem Plan. Das reicht, hat doch jeder Beamte auch noch einen Einsatzstock und Reizgas, um sich vor Übergriffen zu schützen.

Auch Mädchen zieht es zur Polizei

Auch Janina Wendt kann sich vorstellen, nach der Schule bei der Polizei anzufangen. Am liebsten würde die 13-Jährige aus Wustrau auf Streife gehen und Autos kontrollieren. Deshalb schaute sie genau, welche technischen Möglichkeiten beispielsweise ein Fahrzeug der Autobahnpolizei bietet, um Dränglern und Rasern in die Schranken zu weisen. Ihre Freundin Pia Duschinski aus Rüthnick zieht es ebenfalls zur Polizei – allerdings zur Mordkommission. Der Auslöser dafür? Die 14-Jährige hat mit einer Cousine im Fernsehen regelmäßig Polizei- und Krimiserien geschaut und dann versucht, diese nachzuspielen.

„Wer gerne Rätsel löst, ist bei der Kriminaltechnik genau richtig“, sagt ein Brandermittler. Jeder müsse sich aber selbst prüfen, ob und wie er auch unappetitliche Anblicke verträgt, etwa von toten Tieren oder von schwer verletzten Menschen. Zudem sollten Interessierte auch für technische Neuerungen aufgeschlossen sein.

Auf der Suche nach Fadenwürmern

Das gilt wohl für die meisten Berufe. Marlies Grunst, die Ausbildungsleiterin bei der Kreisverwaltung in Neuruppin, führte am Donnerstag Schüler zum Gesundheitsamt, zur Bußgeldstelle und zum Trichinenlabor. In Letzterem werden pro Jahr etwa 20 000 Fleischproben auf Fadenwürmer (Trichinen) untersucht. Yalda Eskandari (16) aus Neustadt und Franziska Gross (12) aus Lichtenberg erfahren, dass das Prozedere dafür ganz genau vorgeschrieben ist. Schließlich solle kein Fleisch in Umlauf kommen, in dem sich Trichinen befinden, sagte Tierarzt Klaus Kroschewski. Bevor die Schülerinnen in das Labor dürfen, müssen sie sich eine Art Schutzanzug überziehen. „Das sind die Vorschriften“, so Kroschewski. In dem Labor werden die Proben der Tiere aus der Neuruppiner Schlachterei Färber geprüft und auch die, die Jäger vorbeibringen, nachdem sie ein Schwein geschossen haben.

Konkrete Berufe kennenlernen

Beim Zukunftstag können Mädchen und Jungen ab Klasse 7 einen Tag lang einen oder sogar mehrere Berufe kennenlernen.

Diese Chance wird aber noch nicht überall genutz. In Ostprignitz-Ruppin waren 489 Plätze gemeldet worden, knapp 300 Teilnehmer meldeten sich an.

Ähnlich sah es in der Prignitz aus. Dort waren 488 Plätze zum Reinschnuppern angeboten, es meldeten sich aber lediglich 241 Schüler. Die Auslastung lag damit sogar knapp unter 50 Prozent.

Die Angebote der Polizei in Neuruppin werden meist gut angenommen. 2017 kamen sogar mehr als 90 Schüler.

Von Andreas Vogel

Für den Autobahnbau an der A 24 werden ganze Ameisenstaaten umgesiedelt. Die Biologin Christina Grätz verdient damit ihr Geld. Sie und ihre Helfer müssen tief graben und dürfen keine Angst vor den mitunter aggressiven Insekten haben.

29.04.2018

Die Volleyballer Jacob (22) und Jesco Genzmer (16) wollen über die Relegation mit dem SV Lindow-Gransee II den Aufstieg in die Regionalliga Nordost klar machen. Für den Traum reisen die Grün-Weißen bereits einen Tag vorher nach Halle (Saale). Während Jacob Genzmer viel Erfahrung mitbringt, schaut sein Bruder zu ihm auf.

29.04.2018

Haben Sie am Wochenende schon was vor? Wenn nicht, findet sich hier sicher das Passende. Das Programm in der Region von Kyritz bis Neuruppin folgt auf einen Blick. Die Kulturbeiträge finden sich in der Reihenfolge der Orte alphabetisch geordnet von Freitag, 27. April, bis Sonntag, 29. April.

27.04.2018
Anzeige