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Schüler sprühen Graffiti auf Container

Neuruppin Schüler sprühen Graffiti auf Container

Aus grau mach bunt: Schüler des Evangelischen Gymnasiums in Neuruppin sprühen seit Dienstag Graffiti auf Container der Ruppiner Papier- und Folienwerke. Das Unternehmen hatte die Container für die Kunstaktion angeboten. Friedensbotschaften und ein Gandhi-Zitat schmücken jetzt die Metallwände.

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Ein Gandhi-Zitat soll die Containerwand schmücken. Florian Colbatzky bereitet den Schriftzug vor.

Quelle: Frauke Herweg

Neuruppin. Die schwarze Sprühfarbe zickt. Sie zerläuft in langen Nasen. An einigen Stellen bilden sich Krusten. Fanny Döbel und Irma Bismark machen trotzdem weiter. Innerhalb weniger Minuten haben die beiden einen bedrohlichen Panzer auf die wellige Wand des Überseecontainers gesprüht.

Seit Dienstag gestalten Schüler des Evangelischen Gymnasiums Container der Ruppiner Papier- und Folienwerke mit Graffiti. „Die Container waren hässlich und grau“, sagt Personalmanagerin Annett Kasiske. „Warum sie nicht mit ein bisschen Farbe verschönern?“ Das Unternehmen spendierte die Farbe und das Gerüst für die Kunstaktion und organisierte zwei Berliner Profi-Sprüher, die die Schüler unterstützen sollten. Friedensbotschaften und ein Gandhi-Zitat schmücken künftig die als Lager genutzten Container.

Zuvor hatten sich die Schüler mit Streetart-Künstler Banksy beschäftigt

Im Kunst-Kurs hatte Lehrerin Henrike Sattelmair die Schüler zuvor mit Drucktechniken experimentieren lassen. Zugleich sprach sie mit ihnen über den britischen Streetart-Künstler Banksy und dessen hochpolitische Arbeiten. „Dieses Rebellische an ihm hat die Schüler sehr begeistert“, sagt Sattelmair. In Vorbereitung auf die Sprühaktion im Treskower Gewerbegebiet bat sie die Schüler deshalb um Entwürfe mit möglichst politischer Botschaft. Vier Entwürfe schafften es schließlich in die Endauswahl.

Auch der Entwurf von Emilio Zell. Inspiriert von einem Musikvideo, hatte er einen Liedtext in den Umrissen eines Panzers angeordnet und darüber ein knallbuntes „Peace“-Zeichen gelegt. „Als eine Art Stoppzeichen“, sagt der 16-Jährige. Vor Beginn der Sprühaktion ist Zell gespannt, wie sein Entwurf später auf der großen Fläche aussehen wird. Ein klein wenig Erfahrung im Umgang mit Sprühflaschen hat er schon. „Am besten viele dünne Schichten sprühen“, sagt er. „Sonst bilden sich Nasen.“

Irma Bismark (l) und Fanny Döbel sprühen einen Panzer auf die graue Metallwand – bunte Luftballons sollen ihn wegtragen

Irma Bismark (l.) und Fanny Döbel sprühen einen Panzer auf die graue Metallwand – bunte Luftballons sollen ihn wegtragen.

Quelle: Frauke Herweg

Auch Fanny Döbel und Irma Bismark arbeiten an einer Friedensbotschaft. Eigentlich hatten sie einen Eisbären auf einer kleinen Eisscholle sprühen wollen – als Warnung vor dem Klimawandel. „Doch das war einfach zu schwer umzusetzen“, sagt Döbel. In ihrem neuen Entwurf ist ein Panzer zu sehen, der von bunten Luftballons weggetragen wird. „Wenn es nur so einfach wäre“, sagt sie lachend.

Zur Langen Nacht der Wirtschaft am 24. September werden die Graffiti öffentlich zu sehen sein. Wie lange die Bilder dort bleiben, ist offen. Die Ruppiner Papier- und Folienwerke wollen die Container auch anderen Schülern als Experimentierfläche anbieten.

Von Frauke Herweg

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