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Ostprignitz-Ruppin Schüler zum Experimentieren eingeladen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schüler zum Experimentieren eingeladen
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00:37 03.03.2018
So funktioniert die Leonardo-Brücke. Die Berufsberater Thomas Leitert und Andrea Penther geben eine kleine Hilfe. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Celine will Erzieherin werden, „weil sie Kinder mag“. Ähnlich geht es Anny. Die zwei 14 Jahre alten Mädchen von der Oberschule am Rhin in Fehrbellin sind dennoch am Mittwoch zum Berufsinformationszentrum (Biz) der Neuruppiner Arbeitsagentur gekommen, um bei einem Parcours zu testen, ob nicht auch technische oder naturwissenschaftliche Berufe etwas für sie wären. Die Neuruppiner Arbeitsagentur hat den Parcours organisiert, weil es immer noch zu wenig Mädchen und Frauen in den Berufsfeldern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, kurz Mint-Berufe, gibt.

Das Berufsbild der Frauen in Ostdeutschland hat sich gewandelt

„Die Schülerinnen sollen ausprobieren, was sie für Talente haben und dabei sehen, welche Ausbildungen noch so angeboten werden“, sagte Cornelie Schlegel, die Chefin der Neuruppiner Arbeitsagentur. Schlegel bedauerte, dass sich das Berufsbild der Frauen im Osten Deutschlands gewandelt hat. Denn zu DDR-Zeiten war es nicht ungewöhnlich, wenn eine Frau Baufacharbeiterin oder Chemielaborantin war. Derzeit ist es jedoch eher die Ausnahme. Dabei sind Mädchen und Frauen keinesfalls schlechter in diesen Berufen. Davon konnte sich Cornelie Schlegel gerade bei der Chemiefirma Oleo in Wittenberge (Prignitz) überzeugen. Doch die einstigen Mitschüler der Laborantin hätten mit dem Kopf geschüttelt, als sie sagte, dass sie künftig mit Fettsäuren und Glycerin arbeiten werde, so Schlegel.

Experimente an fünf Stationen

Auch die fünf Schülerinnen der Fehrbelliner Oberschule, die am Mittwoch zum Biz gekommen sind, sehen ihre Zukunft eigentlich nicht in einem der sogenannten Mint-Berufe. Gleichwohl lassen sie sich auf die ungewöhnlichen Experimente an den fünf Stationen ein. Da ist zum Beispiel die Leonardo-Brücke. Dabei handelt es sich um eine Bogenkonstruktion ohne Nieten und Nägel, die der italienische Renaissancekünstler und Erfinder Leonardo da Vinci gegen 1480 entwickelt hat. Dabei wird das Flechtprinzip auf starre Bauteile übertragen, so dass auch keine Dübel, Schrauben oder Seile notwendig sind. Celine und Anny versuchen ihr Glück – und mit kleiner Hilfe der Berufsberater um Thomas Leitert gelingt es, aus den Holzstäbchen eine halbwegs stabile Verbindung zu schaffen.

Wie wird gleich eine Leonardo-Brücke gebaut? Die Berufsberater gaben etwas Hilfe. Quelle: Peter Geisler

„Das macht alles Spaß und ist interessant“, sagte Maggy (14). Gleichwohl will auch sie eigentlich etwas anderes werden, nämlich Krankenschwester, so wie ihre Mutter. Allerdings hat sie am Mittwoch mit viel Freude ebenfalls den aus verschiedenen Teilen bestehenden Soma-Würfel zusammengebaut. „Damit bin ich gut klargekommen.“

Komm-auf-Tour-Aktion im April

Ob die Arbeitsagentur den Mint-Parcours jedes Jahr anbieten wird, das ist offen. Diana Buschmann, die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, zeigte sich jedenfalls zufrieden mit der Resonanz der Schulen aus Fehrbellin, Neuruppin und Rheinsberg – auch wenn wegen der Grippewelle etwas weniger Schüler kamen, als angemeldet waren. Die nächste Gelegenheit zum Ausprobieren gibt es für Siebentklässler Mitte April bei der „Komm-auf-Tour“-Aktion in der Pfarrkirche.

Von Andreas Vogel

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