Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Schülerfirmen streben zum Landeswettbewerb
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schülerfirmen streben zum Landeswettbewerb
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 20.03.2017
Alt alt mach neu: Die Jungunternehmer „Flaschengeister“ hauchen altem Glas neues Leben ein. Quelle: Christamaria Ruch
Anzeige
Wittstock

Mit der Schülerfirma „Leuchtwunder“ kam den Elftklässlern eine zündende Idee. Auch „Flaschengeister“ sind derzeit am Städtischen Gymnasium in Wittstock aktiv. Hinter beiden Namen stecken Jungunternehmer auf Zeit. Ein Schuljahr lang setzen sich die 19 Seminarkursteilnehmer mit den Themen Existenzgründung, Absatz und Vermarktung bis hin zu Buchführung und Öffentlichkeitsarbeit auseinander.

„Schon früh stand fest, dass wir keine Dienstleistungen innerhalb der Schülerfirma anbieten“, erinnert sich Hendrik Gröger von „Flaschengeister.“ Er ist als Geschäftsführer Kopf des Unternehmens. Die zehnköpfige Truppe beherzte einen Hinweis vom Kurslehrer und Schulpaten Kay-Michael Thonack: Schülerfirmen mit Produktion sind auf Dauer effektiver als Dienstleistungen. Nach drei Doppelstunden Ideensuche stand „Flaschengeister“ fest. Unter dem Motto „Aus alt mach neu“ hauchen sie gebrauchten Flaschen in unterschiedlichen Farben und Formen ein zweites Leben ein. Von Windlichtern über Kerzenständern bis hin zu Eierbechern sind keine Grenzen gesetzt. „Die Farbe glasgrün geht am besten“, sagt Hendrik. Für Nachschub sorgen Hotels und Restaurants – mit ihnen haben die Jungunternehmer Partner gefunden. „Alles begann mit Flaschen, in denen Lichterketten steckten“ erinnert sich Hendrik. Dann warf Verwaltungschef Tobi Eckardt die Idee in die Waagschale, Flaschen zu zerschneiden.

Flaschen schneiden ist nicht so einfach. Quelle: Christamaria Ruch

Seitdem kommen immer neue Formen ins Spiel. „Wir haben in einen Flaschenschneider investiert“, sagt Hendrik und demonstriert dies. Ist die Sollbruchstelle auf der Flasche sichtbar, folgt ein Wechselbad aus heißem und kaltem Wasser. Das Problem: Durchschnittlich jede dritte Flasche geht bei diesem Vorgang in die Brüche. „Das ist Nerven zerreibend“, räumt Hendrik ein. Zu dritt schneiden sie die Flaschen und setzen dann für 20 bis 45 Minuten das Nassschleifpapier an der Bruchstelle an. Jedes Mitglied der Schülerfirma hat feste Aufgaben: Robert Zöllner behält die Finanzen im Überblick, Annabell Stening leitet die Marketingabteilung und Marc Hirsch ist technischer Leiter. „Monatlich arbeitet jeder von uns durchschnittlich zehn bis zwölf Stunden im Unternehmen“, sagt Geschäftsführer Hendrik.

Ein Licht ist der Schülerfirma „Leuchtwunder“ mit der Kerzenproduktion aufgegangen. Quelle: Christamaria Ruch

In unmittelbarer Nachbarschaft zu „Flaschengeister“ gründete sich „Leuchtwunder.“ Dort dreht sich alles um „Kerzen, die begeistern.“ Beiden Schülerfirmen stehen neben dem Schulpaten Wirtschaftspaten aus Wittstock zur Seite. „Wir haben überlegt, was einfach herzustellen und gleichzeitig kostengünstig ist“, sagt Geschäftsführerin Doro Zeiger. Lucas Klein, Luis Knispel, Eric Ulrich und Hannes Spitzer stehen den einzelnen Abteilungen im Unternehmen vor. Das Licht ging der neunköpfigen Truppe mit der Kerzenproduktion auf. Schlicht, formschön und schnörkellos – das sind die Markenzeichen der flachen und rechteckigen Kerzen. „Wir haben die optimale Kerzendicke ermittelt“, sagt Franz Meyer. Denn die schmalen Exemplare brennen so exakt herunter, dass kein Wachs über den Rand tritt. „Für die Landesmesse der Schülerfirmen haben wir eine besondere Kerze gegossen“, so Doro. Das weiße Exemplar bringt es auf zwei Kilogramm und wird in einem Holzständer befestigt. Auch Kerzen in Gläsern gehören zum Sortiment. „Alle Farben und Düfte sind möglich, aber Rot und Weiß gehen besonders gut“, sagt Franz. Neben den selbst gefertigten Holzformen, die mit Backpapier ausgelegt und dann mit Paraffinwachs ausgegossen werden, soll kurz vor Ostern noch die Eierkollektion mit Gießsilikon entstehen. „Die Rahmenherstellung für die flachen Kerzen war besonders schwierig“, räumt Manuel Gulde ein.

Das Ostergeschäft im Blick

Beide Schülerfirmen erlebten das Weihnachtsgeschäft und präsentierten auf vier Märkten in der Region ihre Produkte. Derzeit bahnen sie das Ostergeschäft an. Hinzu kommt der Vertrieb über das Internet. Gerade setzen die Jungunternehmer zur Zielgeraden an. Am 16. Mai läuft mit der Teilnahme am Landeswettbewerb Berlin-Brandenburg das Finale. Der Geschäftsbericht mit Stichtag 31. März gilt dabei letztlich als Eintrittskarte. „Zehn Schülerfirmen aus jedem Bundesland werden beim Landeswettbewerb zugelassen“, sagt Schulpate Kay-Michael Thonack. Doch im Gegensatz zu allen Vorjahren existieren nun erstmals mehr als zehn Schülerfirmen in Brandenburg. „19 Unternehmen gab es noch nie, jetzt wird es spannend, welche Firmen mit ihrem Geschäftsbericht überzeugen und den Sprung nach Berlin schaffen“, so Thonack. An einem eigens in Szene gesetzten Messestand muss sich jede Schülerfirma präsentieren. Dem Sieger winkt die Teilnahme am Bundeswettbewerb.

Das Schülerfirmenprogramm

Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) bietet seit 1994 Schülerfirmenprogramme an. Diese sind bei der IW Junior gGmbH, einer Institutstochter, angesiedelt. Schirmherrin ist die Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD).

Schülerfirmen sind in den drei Kategorien Basic, Advance und Expert möglich. Nur wer sich wie die beiden Firmen aus Wittstock für Expert entscheidet, kann sich für den Landeswettbewerb qualifizieren.

Die Laufzeit einer Schülerfirma ist auf ein Schuljahr begrenzt und mündet in die Teilnahme am Landeswettbewerb. Der Sieger qualifiziert sich für den Bundesausscheid.

Jeweils acht bis 15 Schüler gründen ein Juniorunternehmen. Zu Beginn der Geschäftstätigkeit müssen 90 Anteilsscheine á zehn Euro verkauft werden. Damit wird das Startkapital für die unternehmerische Arbeit gelegt.

Die Geschäftsidee muss erfolgreich umgesetzt, Absatzmärkte müssen analysiert und Marketingstrategien entwickelt werden.

Vor Beginn der Sommerferien muss sich jedes Juniorunternehmen auflösen und die Anteilsscheine müssen wieder zurückgenommen und ausgezahlt werden. cmr

Von Christamaria Ruch

Auch in ihrer neuen, vierköpfigen Besetzung ist die Band „Prignitzfolk“ am Gründonnerstag wieder beim vorösterlichen Konzert in Wusterhausen zu erleben. Das Repertoire hat sich um eine gute Portion Klezmer erweitert.

27.02.2018

Gute Nachrichten für den Tierpark Kunsterspring bei Neuruppin. Weil dort zwei an der Geflügelpest erkrankt waren, musste der Park vor etwa sieben Wochen schließen. Nun darf er am Wochenende wieder öffnen.

17.03.2017

Vier Frauen aus England haben am Donnerstagabend in einer Drogerie in Neuruppin eimerweise Kosmetik gestohlen, mit zwei Autos die Flucht ergriffen und dabei einen 34-jährigen Mann angefahren. Beamte stellten die Frauen, die in zwei Autos und mit mehreren Kleinkindern unterwegs waren.

17.03.2017
Anzeige