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Ostprignitz-Ruppin Schützengilde feiert 25-jähriges Bestehen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schützengilde feiert 25-jähriges Bestehen
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00:16 10.08.2016
Brudergruß: Die Schützengilde Rheinsberg gibt zum Auftakt der Feier einen Salutschuss ab. Quelle: Frauke Herweg
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Flecken Zechlin

Ein Foto, ein Stück Zeitgeschichte: zwei junge Soldaten, dünn, in schlackernden Uniformen, stehen auf dem Vereinsgelände der Sport- und Schützengilde Zechlin. Die russischen Streitkräfte, die damals noch in der Kyritz-Ruppiner Heide stationiert sind, haben die beiden abkommandiert, um bei Bau des künftigen Schützenhauses zu helfen. Nachts schlafen die Soldaten auf dem Vereinsgelände. Tagsüber sind sie mit uralten Raupen unterwegs. „Die haben mehrere Tonnen Diesel und mehrere Tonnen Öl verbraucht“, sagt Martin Bethke, der Präsident der Schützengilde. Bethke und seine Mitstreiter müssen damals riesige Mengen Sprit und Öl ranschaffen, um die Raupen am Laufen zu halten. Am Schluss sogar Altöl.

Auszeichnungen gab es für verdiente Vereinsmitglieder. Quelle: Frauke Herweg

Am Sonnabend feierte die Sport- und Schützengilde Zechlin ihr 25-jähriges Bestehen. In seiner Festrede erinnerte sich Bethke, wie ungewöhnlich die Gründung 1991 war. In der DDR waren Schützenvereine verboten gewesen. Anders als etwa in Rheinsberg hatte es in Flecken Zechlin keine eigene Schützentradition gegeben. „Was wir gemacht haben, war also sehr gewagt.“

Martin Bethke hatte die Idee der Vereinsgründung

Bethke selbst hatte damals die Idee einer Vereinsgründung gehabt. Nachdem er in Heidelberg einen Schützenverein kennengelernt hatte, wollte er Ähnliches in seiner Heimat versuchen. Gemeinsam mit einigen Mitstreitern beschließt er, auf einer ehemaligen Kriesgrube am Rande von Flecken Zechlin ein Vereinsgelände einzurichten.

65 Betriebe gibt es in den frühen 90er-Jahren noch. Viele von ihnen wurden abgewickelt. Die künftigen Schützen versuchen die Hinterlassenschaften der Betriebe – alte Bungalowplatten, Abrisssteine – zu nutzen, um ein Vereinsheim zu errichten. „Wir haben alles geholt, was greifbar“, sagt Bethke. „Heute könnten wir das, was wir hier erschaffen haben, gar mehr bauen.“

Jürgen Kontak vom Kreis-Schützenbund nahm die Auszeichnungen vor. Quelle: Frauke Herweg

Zunächst allerdings macht die Baubehörde den künftigen Schützen ein Strich durch die Rechnung – der Bau ist nicht normgerecht. Die Vereinsmitglieder müssen alles abreißen. Und von vorne beginnen. Erst 2001 – zehn Jahre nach der Vereinsgründung – können sie Schützenhaus und Schießanlage einweihen. „Heute würde ich die Sache nicht noch mal anfassen“, sagt Bethke im Rückblick.

Zur Einweihungsfeier kommen damals auch Verfechter der Bürgerinitiative Freie Heide, die sich seit Jahren friedlich gegen einen Luft-Boden-Schießplatz in der Heide wehren – „das ist sicherlich ein wenig ungewöhnlich“, sagt Bethke. Doch die persönlichen Kontakte wiegen damals schwerer als die ideologische Differenz.

Zurzeit hat die Schützengilde 22 Mitglieder

Und heute? 22 Mitglieder hat die Schützengilde zurzeit. Auf der Jubiläumsfeier muss Bethke eine Namensliste von mehreren Schützen verlesen, die inzwischen verstorben sind. „Es ist sehr schwierig, Nachwuchs zu gewinnen“, sagt Bethke. Obwohl die Gilde sehr aktiv ist, fehlt es an jungen Leuten. „Und selbst wenn wir mal jemanden haben, ist er zur Ausbildung weg.“

Schwierig auch weiterhin: die Suche nach Fördermitteln: 16-Mal hatte die Sport- und Schützengilde beim Brandenburgischen Schützenbund einen Antrag auf finanzielle Hilfe gestellt – 16 Mal hatte die Gilde eine Ablehnung bekommen. Bei der Sanierung des Daches vor ein paar Jahren half schließlich die Sparkasse OPR weiter. Inzwischen hat Bethke die Hoffnung aufgegeben, für künftig anstehende Reparaturen Geld vom Schützenbund zu bekommen. Bei den nächsten Reparaturen an der Schießanlage werden Bethke und seine Mitstreiter sich auf ihre eigene Kräfte verlassen und viel freie Zeit investieren müssen. So wie immer.

Von Frauke Herweg

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