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Ostprignitz-Ruppin Schulangebot angeblich mangelhaft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schulangebot angeblich mangelhaft
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18:01 20.10.2017
Einradfahren für Fortgeschrittene. Quelle: Wolfgang Hörmann
Wusterhausen

Immer donnerstags kommen die Clowns. Die Kinder erkennen sie von weitem schon an ihrem blauen Auto. Daran steht hinten rechts oben, dass Tacki und Noisly schon seit 25 Jahren gemeinsam in Sachen Lachen unterwegs sind. Wenn sie aber einmal in der Woche von Dannenwalde zu den Mädchen und Jungen der Astrid-Lindgren-Grundschule fahren, dann haben sie sich als Zivilisten verkleidet. Die heißen David und Eva. Er lädt den kleinen Transporter aus. Sie holt den Schlüssel für die kleine Turnhalle. Dann kann die „Zirkus“-AG beginnen. „Wir kommen schon seit fast zehn Jahren hierher. Und es macht uns Spaß“, sagt David Griffiths. Das Empfinden spürt man beiderseits, als am letzten Donnerstag vor den Herbstferien die Grundschüler mit dem Üben anfangen. Beim Einradfahren geht es für die Anfänger zunächst immer an der Wand lang. Die beiden Trainer in den roten Jacken korrigieren, erklären, helfen nach leichten Stürzen wieder auf die Beine, trösten auch mal. Wer es schon hinkriegt, Balance und Tempo so aufeinander abzustimmen, dass es passabel rollt, findet Spaß an den Wiederholungen. Mal startet er alleine, dann finden sich zwei, sogar drei Mädchen, um am Ziel zu jubeln. Erfolg macht fröhlich, auch beim Tellerdrehen, Jonglieren und anderen kleinen Kunststückchen.

Gut zwei Stunden später, einen Kilometer Luftlinie entfernt. Im kleinen Becken des Wusterhausener Fitnessstudios in der Seestraße herrscht Hochbetrieb. Wolfgang Kamphausen hat kleine Wasserratten um sich versammelt. Er leitet seit langem die Schwimm-Arbeitsgemeinschaft der Schule und wird an diesem Tag von Stephan und Sebastian Scheel unterstützt. Es ist schon der zweite AG-Tag in dieser Woche. Bei bis zu 27 Interessenten bleibt nichts anderes übrig, als die Gruppen aufzuteilen. Während sich Kamphausen drei Mädchen zuwendet, die das Schwimmen erst lernen wollen, wird daneben schon gekrault. Es geht darum, wer in einer bestimmten Zeit am meisten schafft.

Arbeitsgemeinschaften gehören in Ganztagsschulen zum Alltag. Die Angebote sollen den Nachmittag sinnvoll ausfüllen und möglichst jedem Kind etwas bieten. Das gelingt nicht immer. Torsten Stürmer hat es bei der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter thematisiert. „Das Ganztagsangebot ist mangelhaft“, lautete die Kritik in Richtung Bürgermeister. Diese Einschätzung trifft augenscheinlich so nicht zu. Roman Blank wies sie zurück. Seiner Ansicht nach sei das Gebotene ausreichend. Die Information hatte er sich bei der Schulleiterin Birgit Kusche eingeholt. Die steht zu ihrer Aussage. „Wir haben 17 unterschiedliche Möglichkeiten, aus denen die Kinder wählen können“, sagt sie. Allerdings ließen sich Ausfälle durch Krankheit nicht immer ersetzen. Aber Alternativen seien ja da. Sie reichten vom Töpfern und anderer künstlerischer Tätigkeit, über „schnelle Küche“ und der Beschäftigung mit Medien ohne Gewalt bis hin zu sportlicher Betätigung wie Unihockey und Mädchenfußball. Natürlich könnte es immer mehr sein, werde aber stets schwieriger, AG-Verantwortliche zu finden. „So habe ich das den Eltern auch gesagt“, ergänzt Birgit Kusche. „Für neue Vorschläge und Ideen bin ich immer dankbar.“

Torsten Stürmer, Vater einen neun Jahre alten Sohnes, findet es „schade, dass sich große Sportvereine und Verbände der Stadt zurückgezogen haben“. Fußball für Jungen, Segeln, Tennis, Angeln fänden als Arbeitsgemeinschaften nicht mehr statt. „Das gab es aber früher. Darauf will ich nur hinweisen.“

Von Wolfgang Hörmann

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