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Schule als Zentrum am Rande

Breddin Schule als Zentrum am Rande

In Breddin dreht sich ein großer Teil des Dorflebens um die Grundschule. Die Einrichtung gilt mit vielen Veranstaltungen, Aktionen und mit ihrem guten Ruf als ein Brennpunkt. Zu verdanken ist das nicht zuletzt der Unterstützung aus dem Ort. Die hat in Breddin eine jahrhundertelange Tradition.

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Das Breddiner Schulhaus wird bald 60 Jahre alt. Die Schulgeschichte des Ortes ist noch länger.

Quelle: Grundschule

Breddin. Sie liegt zwar am Rande des Ortes, bildet aber zugleich eine Art Mittelpunkt: Die Breddiner Grundschule. Mit ihr genießt der Ort einen besonderen Status: Dörfer mit eigener Schule sind inzwischen eine Seltenheit. Im Altkreis Kyritz kann nur Demerthin noch mit so etwas dienen. Seit Mitte der 90er Jahre wurden in der Region ein gutes halbes Dutzend Dorfschulen nach und nach geschlossen.

Auch in Breddin musste man Abstriche machen. In der einstigen Grund- und Gesamtschule werden Kinder seit zehn Jahren nur noch bis zur 6. Klasse unterrichtet. Zehn Lehrer betreuen in der Löwenzahn-Grundschule derzeit rund 130 Mädchen und Jungen aus dem Ort und seiner weiteren Umgebung. Es ist gar nicht so lange her, da ging es um ganz andere Zahlen.

Auf ihrer Internetseite (www.grundschule-breddin.de) informiert die Schule recht ausführlich über die Breddiner Bildungsgeschichte, die sich mindestens bis ins Jahr 1662 zurückverfolgen lässt. Damals entschlossen sich der Pastor und die Dorfbewohner, neben dem Pfarrhaus ein Schulgebäude zu errichten. Sehr viele Breddiner packten damals mit an. Das Haus war bis Anfang des 20. Jahrhunderts in Betrieb. Der Einsatz der Einwohner für ihre Schule entwickelte sich zu einer Art Tradition. Vor rund 100 Jahren entstand der heute noch als „alte Schule“ bekannte Klinkerbau in der Havelberger Straße – erneut mit viel Hilfe aus dem Dorf. Bauern stellten ihre Gespanne für Transporte bereit. Aus Havelberg und Nitzow wurden Ziegel herbeigeschafft, kostenlos wurde beim Dachdecken geholfen.

Zuletzt begeisterten die Breddiner Schüler Besucher aus Breddin und Umgebung mit ihrem Weihnachtsprogramm

Zuletzt begeisterten die Breddiner Schüler Besucher aus Breddin und Umgebung mit ihrem Weihnachtsprogramm.

Quelle: André Reichel

Nach dem Weltkrieg verdoppelte sich die Zahl der Einwohner angesichts der vielen Flüchtlinge. Die Schule musste ihre Arbeit zeitweilig in vier übers ganze Dorf verteilten Häusern verrichten. Am 1. September 1959 konnte dann der noch heute genutzte Bau eröffnet werden. Selbst er reichte lange Zeit nicht aus, zumal die kleinen Schulen in den umliegenden Orten Görike, Barenthin, Kötzlin, Schönermark, Joachimshof und Stüdenitz nach und nach geschlossen worden waren.

Bis heute wird die Schule von sehr vielen Breddinern aktiv unterstützt. Seit 2013 besteht dafür ein Förderverein, der sich bemüht, Aktivitäten im Unterricht und außerhalb davon zu fördern – nicht zuletzt mit dem Sammeln von Spenden. Beim Weihnachtsprogramm Mitte Dezember kamen so wieder über 800 Euro zusammen. Der erste Sponsorenlauf der Schulgeschichte im September brachte sogar einen Betrag weit im vierstelligen Bereich. „Der Förderverein ist super“, sagt Schulleiterin Esther Schneider. Erst kürzlich konnten mit Spendenhilfe zwei Tischtennisplatten angeschafft werden. Der Besuch des Theaters „Nimmerland“ in der Schule konnte finanziert werden und für den Mai steht wieder ein Zirkusprojekt auf dem Plan. Am 30. Juni feiert die Schule ihr Sommerfest.

Schon seit 1994 gibt es Ganztagsangebote

Ganz selbstverständlich engagieren sich auch die zehn Lehrer. Schon seit 1994 gibt es Ganztagsangebote. Die Schule war damit eine der ersten weit und breit. Das galt auch für die sogenannte Inklusion, bei der Kinder mit Behinderungen oder emotionalen Störungen gemeinsam mit allen anderen unterrichtet werden. Das ist pädagogisch durchaus eine ganz besondere Herausforderung.

Am kommenden Freitag kann man erleben, dass die Breddiner den guten Ruf ihrer Schule auch weit über die nähere Umgebung hinaustragen: Beim Kunstfest des Kyritzer Gymnasiums ab 18 Uhr wollen die Schüler der 6. Klasse ihre Version von Shakespeares „Romeo und Julia“ präsentieren.

Dem Schulhaus sind seine demnächst 60 Jahre übrigens kaum anzusehen. Seit Jahren investiert das Amt Neustadt als Schulträger in den Erhalt und die Modernisierung. Das wird auch 2017 fortgesetzt, was das Haus wohl wieder ein bisschen voller machen wird. „Bei uns zieht ab September der Hort mit ins Gebäude“, kündigt Schulleiterin Esther Schneider an. „Da müssen noch Räume hergerichtet werden.“ Das alte Hortgebäude nahe der Kita genügt den heutigen Anforderungen an die Kinderbetreuung nicht mehr.

Von Alexander Beckmann

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