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Schule soll Seniorenzentrum werden

Sieversdorf Schule soll Seniorenzentrum werden

Sieversdorf hält an seinen Umbauplänen für das örtliche Bürger- und Vereinshaus fest. Die ehemalige Schule habe sich für die dörflichen Belange als zu groß und auf die Dauer als nicht finanzierbar erwiesen, schätzt Bürgermeister Hermann Haacke ein. Zusammen mit der Gemeindevertretung strebt er den Umbau und die Vermietung an.

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Adelgunde Haacke war Jahrzehnte lang Lehrerin in Sieversdorf – bis die Schule 1999 geschlossen wurde. Sie hofft, dass das Haus sinnvoll genutzt wird.

Quelle: Alexander Beckmann

Sieversdorf. Die Schulverwaltung des Amtes Neustadt brachte die ehemalige Sieversdorfer Schule kürzlich wieder ins Gespräch: Könnte sie nicht als Ausweichquartier dienen, wenn in der Neustädter Schule gebaut wird?

Die Antwort auf diese Frage stand schon damals fest: Nein. Nach wie vor verfolgt die Gemeinde Sieversdorf-Hohenofen die Absicht, das einstige Schul- und heutige Bürger- und Vereinshaus als Senioreneinrichtung zu vermieten.

Die Idee war im vergangenen Jahr aufgekommen. Hauptauslöser war die Erkenntnis der Gemeindevertreter, dass sich die Kommune so ein großes Bürger- und Vereinshaus auf die Dauer nicht mehr leisten kann. Neben den neun Klassenzimmern zu je 45 Quadratmetern bietet das Haus noch einen Turnraum, Büros, Küche und Wirtschaftsräume. Halbwegs regelmäßig genutzt werden im Grunde ein Raum für die Gemeindevertretung, ein Clubraum und die kleine Turnhalle. Der Rest steht weitgehend leer – und kostet Geld.

Hermann Haacke: Können so großes Gebäude nicht halten

„Wir können ein Objekt dieser Größenordnung nicht halten“, sagt Bürgermeister Hermann Haacke. „Wir können ja nicht immer nur zubuttern.“ Daher zeigte die Gemeinde aufgeschlossen, als ein Rhinower Unternehmen nach einer Immobilie für eine Seniorenwohngemeinschaft fragte. Sieversdorf-Hohenofen ist sogar bereit, in einen Umbau zu investieren, selbst wenn dazu Kredite notwendig werden. Aber schließlich gäbe es dann ja auch Mieteinnahmen, hofft Hermann Haacke. „Wir müssen das Risiko eingehen, wenn wir Erfolg haben wollen.“

„Das muss alles so gestaltet werden, dass wir dem Betreiber einen bezahlbaren Mietvertrag anbieten können“, sagt der Bürgermeister. Inzwischen seien die Planungen dafür ein gutes Stück vorangekommen, zumal der aktuelle Gemeindehaushalt dafür auch Geld bereitgestellt hat. „Wir haben eine Version gefunden, die wir jetzt in Baupläne und Baugenehmigungen umsetzen müssen.“

Große, leere Räume – zu viel Platz für ein Gemeindehaus

Große, leere Räume – zu viel Platz für ein Gemeindehaus.

Quelle: Beckmann

Allerdings gesteht Hermann Haacke: „Der Prozess ist viel länger, als ich mir das vorgestellt habe. Als Gemeinde sind wir an vieles gebunden, das wir einhalten müssen.“ Vom ursprünglichen Vorhaben, das Haus Mitte nächsten Jahres an den neuen Nutzer zu übergeben, habe man sich verabschiedet. „Wir hoffen, dass wir im Frühjahr 2017 mit dem Bau beginnen können.“

Dass dies für die Sieversdorfer mit einem gewissen Verzicht verbunden sein wird, weiß Haacke. „Es ist außergewöhnlich, dass eine Kommune so ein Gemeindehaus aufgeben will.“ Allerdings verfüge das Dorf noch über eine ganze Reihe weiterer Räume für private wie öffentliche Veranstaltungen – sei es im alten Dorfkonsum, bei der Feuerwehr, im Sporthaus oder bei der Kirche. Und für den derzeit von mehreren Turngruppen frequentierten Sportraum in der Schule strebe man in jedem Fall eine gemeinschaftliche Nutzung mit dem künftigen Mieter an. Haacke ist überzeugt: „In der Gemeinde wird die Idee befürwortet.“

Von Alexander Beckmann

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