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Ostprignitz-Ruppin Schullandheim als Filmstudio
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schullandheim als Filmstudio
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00:17 23.10.2016
Kevin (l.) und Robin gestalten ein Szenenbild. Quelle: Björn Wagener
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Schweinrich

Vorsichtig legt Kevin Dedow Hand an. Jedes Detail muss sitzen. Während der 13-Jährige Äste, Waldboden oder Tiere platziert, können seine Mitstreiter und er selbst das Gesamtbild auf einem Laptop verfolgen. Es entsteht in einem Mini-Filmstudio von der Größe eines durchschnittlichen Aquariums. Das Ganze ist eine von unzähligen Filmszenen, die einzeln fotografiert werden und am Ende einen Trickfilm ergeben. Wie er heißen soll? „Vielleicht ’Vom Freund zum Feind’ oder ’Story of the Wolf’, wir wissen es noch nicht genau“, sagt Kevin Dedow. Das Thema heißt jedenfalls „Heide und Wolf“. So geht es in der Geschichte darum, dass die Menschen früher besser mit dem Raubtier umzugehen wussten, der Wolf heute jedoch oftmals zum Feind geworden sei. Die Handlung, das sogenannte Storybook, haben sich Kevin, Robin, Anton und Hugo selbst ausgedacht. Jede Szene wird zunächst mit dem Bleistift gezeichnet, bevor sie reif für die Kamera ist – spontane Änderungen nicht ausgeschlossen.

Kreatives Ferienprogramm

Noch bis heute läuft im Schullandheim in Schweinrich ein kreatives Ferienprogramm für Kinder, initiiert vom Förderverein für Öffentlichkeitsarbeit im Natur- und Umweltschutz und unterstützt vom Bildungsministerium. „Wir wollen den Kindern die Natur nahe bringen und sie in die Lage versetzten, das Ganze visuell umzusetzen“, sagt Uta Greschner, die die Idee dazu hatte. Es gehe darum, sie für die Natur zu sensibilisieren und gleichzeitig Medienkompetenz aufzubauen. „Zwar können Kinder mit neuen Medien oftmals besser umgehen als Erwachsene, aber man kann damit ja auch viel Unsinn machen. Wir wollen sie in die richtige Richtung lenken.“

Die Kinder kommen größtenteils aus dem Raum Ostprignitz-Ruppin oder Brandenburg, wenige auch aus Berlin. Einige von ihnen kennen sich bereits, weil sie schon im vergangenen Jahr in Schweinrich einen ähnlichen Film produziert haben, denn das Projekt findet bereits seit einigen Jahren regelmäßig in den Ferien am Schullandheim statt.

Die Kinder arbeiten dabei in verschiedenen Gruppen separat an dem selben Thema. Es kommen unterschiedliche Ergebnisse zustande, wenn auch mit dem gleichen Grundtenor. Am Sonnabend werden den Eltern die aktuell produzierten Filme präsentiert. Außerdem sollen sie später auch auf Youtube und beim Landesverband Kinder- und Jugendfilm Berlin (www.Kijufi.de) zu sehen sein.

Exkursionen in die Natur

Wer die Natur in Szene setzen möchte, sollte sie auch kennen. Deshalb wird nicht nur an den Filmen gewerkelt und fotografiert, sondern es geht auch raus in die Umgebung. In den vergangenen Tagen waren die Kinder bereits

Revierförsterin Annette Meckel zeigt den Schülern anhand eines toten Mäusebussardes spezielle Merkmale von Greifvögeln. Quelle: Björn Wagener

mit dem Wolfsbeauftragten Robert Franck unterwegs. Dabei stießen sie auf ganz reale Dinge, die beweisen, dass der Wolf nicht nur in den Filmen eine Rolle spielt. „Wir haben Wolfsspuren gefunden und vermessen, aber auch eine Fotofalle gesehen“, erzählt Journalistin Susanne Harmsen, die die Kinder in dem Ferienprojekt betreut und anleitet. Außerdem machten die jungen Entdecker eine Fahrradtour. Am Donnerstagnachmittag unternahmen sie gemeinsam mit der Rheinsberger Revierförsterin Annette Meckel eine Exkursion durch den Wald. Es ging darum, Pflanzen und Tiere fernab des sonst üblichen Klassenzimmers kennenzulernen. Waldpädagogik spiele in der Oberförsterei Neuruppin, der Annette Meckel angehört, eine große Rolle, sagt sie. Deshalb hatte sie gleich zu Beginn einige tote Tiere aus der Kühlung mitgebracht, anhand derer sie spezielle Merkmale deutlich machen konnte. So ging es etwa um die Anordnung und den Aufbau verschiedener Federn eines Mäusebussardes oder den Körperbau eines Waschbären. „Wir haben auch Unterstützung von der Bundesforst bekommen, um diese Angebote rund um die Natur umzusetzen“, sagt Uta Greschner. Den Kindern gefiel’s. Die Natur zu entdecken, machte ihnen sichtlich Spaß.

Von Björn Wagener

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