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Schullandheim mit weniger Personal

Schweinrich Schullandheim mit weniger Personal

Das Schullandheim in Schweinrich bei Wittstock erfreut sich wachsender Beliebtheit. Dabei hat es vom Schulamt nur noch eine halbe Lehrerstelle für die pädagogische Arbeit bewilligt bekommen, zuvor waren es zwei halbe Stellen. Umweltbildung steht in Schweinrich dennoch weiter auf dem Plan.

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Heiko Flörke führte durchs Schullandheim.

Quelle: Andreas Vogel

Schweinrich. Das Schullandheim in Schweinrich bei Wittstock wird in diesem Jahr wohl nicht auf so viele Übernachtungsgäste wie im vergangenen Jahr kommen. Für 2015 kann Heimleiter Heiko Flörke auf 3800 Übernachtungen verweisen, in diesem Jahr sind es erst 3100. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Das Heim, das am Rande der Kyritz-Ruppiner Heide liegt, diente von November 2015 bis März 2016 als sogenannte Clearingstelle für minderjährige Flüchtlinge, die ohne Begleitung von Eltern oder Verwandten nach Deutschland geflüchtet waren. In Schweinrich wurde geklärt, ob die zwischen 13 und 17 Jahre alten Jugendlichen unter einem Trauma leiden und eine spezielle Behandlung benötigen. Auch ein Deutschkurs wurde ihnen während ihres dreimonatigen Aufenthalts in der Clearingstelle angeboten. „Wir haben einigen von ihnen ebenfalls das Fahrradfahren beigebracht“, sagte Flörke am Donnerstagabend beim Kulturausschuss des Kreistages.

Der Vorteil: weniger als 60 Plätze

Das Gremium tagte im Schullandheim und ließ sich im Anschluss das 1887 Quadratmeter große Areal zeigen. Es bietet 28 Übernachtungsplätze im sogenannten Bettenhaus, einer ehemaligen Dorfkneipe, sowie 28 weitere Plätze in Zelten. Die überschaubare Zahl von Übernachtungen hat laut Flörke einen entscheidenden Vorteil. Denn ab einer Kapazität von 60 Plätzen gelten noch strengere Brandschutzauflagen. „Diese wären kaum zu bezahlen“, so Flörke. Ohnehin muss sich das Schullandheim bescheiden. Es hat vom Schulamt nur noch eine halbe Lehrerstelle für die pädagogische Arbeit mit den Besuchern gewährt bekommen. Bisher waren es zwei halbe Stellen. Immerhin sollte in Schweinrich die Umweltbildung fortgesetzt werden, die es zuvor in der Umweltbegegnungsstätte in Zippelsförde bei Neuruppin gegeben hatte.

Kaum noch freie Termine für nächstes Jahr

Entsprechend enttäuscht zeigte sich Helmut Kolar von der bunten Fraktion Bauern, freie Wähler, FDP. „Was wir verloren haben, bekommen wir nicht wieder.“ Zugleich lobte Kolar die Arbeit von Flörke und seinem Mitarbeiter Jens Thierock. CDU-Mann Ulrich Jaap und Rita Büchner (Linke) wollten wissen, ob das Schulamt die fehlende Lehrerstelle für Schweinrich nicht wieder bereit stellen könne. Bildungsamtsleiterin Anke Somschor hat wenig Hoffnungen. Schließlich hätten die Schulen Priorität – und das Schulamt bei dem Lehrermangel in der Region ohnehin Probleme. „Wir sollten mit unserer Forderung trotzdem am Ball bleiben. Sonst wird das nie etwas“, sagte Ilona Gottschalk, sachkundige Einwohnerin aus Heiligengrabe.

Das Schullandheim erfreut sich indes auch mit wenig Personal großer Beliebtheit. Für 2017 gibt es kaum noch freie Termine. Selbst für 2021 liegt bereits eine Buchung vor.

Von Andreas Vogel

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