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Schullandheim wird Flüchtlingsunterkunft

Ankunft in Schweinrich erwartet Schullandheim wird Flüchtlingsunterkunft

Die Flüchtlingswelle kommt nun auch in Wittstock an. Das Schullandheim im Ortsteil Schweinrich soll vorübergehend als Erstaufnahmestelle für unbegleitete minderjährige Jugendliche genutzt werden. Etwa 25 junge Flüchtlinge sollen dort unterkommen – aber nur im Winter. Wohin sie danach gehen, ist unklar.

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Das Schullandheim in Schweinrich.

Quelle: Björn Wagener

Schweinrich. Im Schullandheim in Schweinrich werden ab dem 2. November Flüchtlingskinder untergebracht, die ohne Eltern in Deutschland angekommen sind. Dabei handelt es sich um sogenannte unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF). Das hat der Landkreis Ostprignitz-Ruppin auf MAZ-Nachfrage bestätigt. Das Haus werde voraussichtlich über die Winterzeit als Erstaufnahme- und Clearingstelle für diese Kinder dienen. Denn es biete räumlich und ausstattungsseitig sehr gute Voraussetzungen für diesen Zweck, heißt es weiter.

Etwa 25 junge Flüchtlinge sollen dort unterkommen. Sie würden rund um die Uhr durch einen „in diesem Bereich sehr erfahrenen Träger“ betreut. Das kommunale Personal des Schullandheimes stehe zur Verfügung. Die gesundheitliche Versorgung der Gäste übernähmen die Ruppiner Kliniken in Neuruppin. Zudem werde das Objekt von einem Wachschutz gesichert, teilt der Landkreis weiter mit. Unabhängig davon seien Streifenwagenbesatzungen der Polizei ohnehin regelmäßig an allen Flüchtlingsunterkünften der Region verstärkt unterwegs, wie Polizeisprecherin Dörte Röhrs bestätigt. „Dabei geht es darum, dass sich sowohl die Flüchtlinge als auch die Bewohner der jeweiligen Orte sicher fühlen“, sagt sie.

Unterbringung in Familien wird geprüft

Nach einer ersten Eingewöhnungsphase in Schweinrich würden die Kinder dann auf stationäre Hilfsangebote von freien Trägern verteilt. Zurzeit werde ebenfalls die Möglichkeit der Unterbringung bei privaten Familien geprüft. Für die Zeit, in der das Haus von den Flüchtlingskindern bewohnt wird, stehe es für andere Aktivitäten nicht zur Verfügung.

In den vergangenen Jahren hat sich das Schullandheim zum beliebten Ausflugsort für Schulen entwickelt – vor allem nach seiner umfassenden Sanierung für 850 000 Euro in den Jahren von 1997 bis 2002. Allein in diesem Jahr besuchten es 763 Kinder und Jugendliche mit ihren Betreuern (Stand 30. September). 34 Schulklassen, Kita- und Hortgruppen verlebten dort interessante Tage. Insgesamt gab es im genannten Zeitraum 1904 Übernachtungen.

Jugendamt rechnet mit 100 minderjährigen Flüchtlingen

Derzeit werde angestrebt, das Schullandheim ab Anfang 2016 wieder seiner eigentlichen Nutzung zuzuführen, kündigt der Landkreis an. Ob das so möglich sein wird, hänge jedoch „entscheidend von den Entwicklungen auf Bundes- bzw. Landesebene“ ab. Aus diesem Grund werde parallel nach einer anderen geeigneten Immobilie gesucht, die als Erstaufnahme- und Clearingstelle genutzt werden kann. Denn das Jugendamt des Landkreises rechnet damit, im kommenden Jahr rund 100 minderjährige unbegleitete Jugendliche zugewiesen zu bekommen. Verlässliche Planungen auf Ebene des Landes seien derzeit nicht möglich. Sicher ist nur, dass der Druck steigt, rasch Unterbringungsmöglichkeiten finden zu müssen. In Absprache mit dem Ministerium seien die entsprechenden kommunalen Planungen zunächst auf den 1. Januar 2016 ausgerichtet gewesen. Da der Flüchtlingsstrom allerdings nicht abreißt und sich die aktuelle Situation in den Erstaufnahmestellen des Landes weiter verschärft, seien auch für den Kreis OPR „neue Fakten“ geschaffen worden, heißt es weiter.

Auf der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates in Schweinrich am Mittwochabend stand der bevorstehende Einzug der Flüchtlingskinder ins örtliche Schullandheim ebenfalls auf der Tagesordnung.

Von Björn Wagener

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