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„Schulstart“ sagt Danke im Tierpark Neuruppin

Geben und Nehmen „Schulstart“ sagt Danke im Tierpark Neuruppin

Das Projekt Schulstart ermöglicht seit Jahren, dass auch Erstklässler aus sozial schwachen Familien mit einem nagelneuen hochwertigen Schulranzen in ihren ersten Schultag starten. Derzeit sind das auch viele Kinder aus Asylbewerberfamilien. Mit einem Frühjahrsputz im Tierpark Kunsterspring bedankten sich jetzt etliche Familien für die Unterstützung der Projektmacher.

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In Damwildgehege galt es, die Bäume zu schützen.

Quelle: Regine Buddeke

Kunsterspring. „Wir wollen den Menschen eine Chance bieten, etwas zurückzugeben“, umreißt Ivo Haase das Vorhaben. Vielen der Menschen, die vom Projekt Schulstart profitierten, sei es gar nicht so angenehm, sich für die Unterstützung nicht revanchieren zu können. „Das war bislang eine Einbahnstraße“, so der Neuruppiner. Insofern sei der Frühjahrsputz im Heimattierpark Kunsterspring eine gute Premiere und Gelegenheit, sich dafür zu bedanken, dass den angehenden Erstklässlern mit den gespendeten Schulranzen-Sets ein guter Schulstart ermöglicht wurde und auch in Zukunft wird. „Und heute geht es nicht um Geld, sondern um körperlichen Einsatz“, so Haase, der das Projekt 2010 gemeinsam mit seinem Vater Peter und der Unterstützung des Lionsclubs Neuruppin ins Leben gerufen hat. „Schulstart“ sorgt dafür, dass sich auch finanziell schwächer gestellte Familien – derzeit verstärkt Tafel-Kunden und Flüchtlinge – den Schulanfang ihrer Kinder leisten können. In Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt, der Tafel, dem Übergangswohnheim, dem Leoclub, der Firma PeHa, den Wirtschaftsjunioren und dem Lions Club werden dafür Spenden eingeworben. Im Jahr 2015 kamen mehr als 11 000 Euro zusammen. Ziel ist es, allen bedürftigen Kindern den jährlichen Kauf einer Grundausstattung an Schulbedarf zu ermöglichen: mit einem 50-Euro-Gutschein für jeden Schüler und einem Schulranzen-Set im Wert von 150 Euro für alle Einschüler . „Man soll nicht gleich an seiner billigen Schultasche als bedürftig erkannt werden“, so Ivo Haase. Nur so sei es echte Chancengleichheit am ersten Tag. „Meine Brüder Kerim und Karim haben letztes Jahr beide eine Schulmappe bekommen“, erklärt Nadija aus Dagestan, die schon in Fehrbellin die Oberschule besucht. Seit zwei Jahren lebt sie in Lentzke – ihre Mutter Diana ist dankbar für das Projekt Schulstart.

Spaß im Streichelzoo

Spaß im Streichelzoo: für die Kids ist der Besuch mehr Lust als Arbeit.

Quelle: Regine Buddeke

Gut 40 Aktive mit ihren Kindern haben sich am Sonnabend in Kunsterspring eingefunden: Asylbewerber aus den Heimen in Treskow und Lentzke, Mitarbeiter und Klienten der Ruppiner Tafel, Wirtschaftsjunioren und acht Freunde Ivo Haases aus Slowenien, die gerade in Deutschland zu Gast sind.

Für Tierparkleiter Peter Mancke ist es eine tolle Unterstützung. Im Damwildgehege mussten mal wieder die Bäume mit großen Reisighaufen geschützt werden, damit die Tiere nicht immer die Rinde abknabbern und damit langfristig schädigen, bis die Bäume nur noch Totholz sind. Auch im Wildschweingehege fällt viel Arbeit an, darüber hinaus muss der Mufflonstall repariert und mit Holzschutz behandelt werden. „Alles sehr zeitintensive Tätigkeiten, bei denen wir den Tierparkmitarbeitern eine Menge Zeit sparen können“, ist auch Ivo Haase froh über die gute Möglichkeit, die Dankbarkeit der Spendenempfänger in sinnvolle Bahnen zu lenken. Die Wirtschaftsjunioren selber waren seit sechs Uhr auf den Beinen und haben nicht nur stundenlang Brötchen geschmiert und Lunchpakete für alle Helfer gepackt – die Bäckerei Janke und der Ruppiner Biokonsum haben hierbei unterstützt – sie streichen auch einige Bänke.

Aufräumen kann auch lustig sein

Aufräumen kann auch lustig sein.

Quelle: Regine Buddeke

Auf dem Spielplatz und im Streichelzoo toben derweil die Kinder, fragen nach dem Wolfsgehege und rennen vergnügt durch das weiträumige Gelände „Wir haben schon im vergangenen Jahr bei einem Ausflug hierher gemerkt, dass die Kinder ein großes Bewegungsdefizit haben. „Die sind weniger wegen der Tiere hier, sondern weil sie den Platz zum Rennen genießen“, so Hasse. Im Übergangswohnheim sei der Platz knapp bemessen. Auch Franziska Seidel, Betreuerin in Treskow, ist sehr angetan von der Idee des Frühjahrsputzes. „Ich wünschte, wir hätten auch ein Streichelgehege am Wohnheim“, sagt sie mit einem Blick zu den Kindern, die vergnügt den Ziegen hinterherspringen – selber so unbändig herumhüpfen wie die Tierchen.

Von Regine Buddeke

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