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Schutz für den Kalksee

Binenwalde Schutz für den Kalksee

Die Ortsdurchfahrt von Binenwalde ist für mehrere Wochen gesperrt, weil die Stadtwerke dort auf knapp hundert Metern einen Regenwasserkanal verlegen. Der soll das Wasser von der Straße in einen Ölabscheider leiten, damit es nicht weiter ungereinigt in den Kalksee fließt.

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In Binenwalde ist zurzeit kein Durchkommen. Die Arbeiten am neuen Regenwassersammler werden noch einige Wochen dauern.

Quelle: Reyk Grunow

Binenwalde. Gefühlt ist die halbe Seestraße aufgerissen, schon seit Tagen ist in Binenwalde kein Durchkommen mehr. Ein Bagger hat mitten im Ort einen tiefen Graben entlang der Grundstücke ausgehoben, mittendrin ein fast vier Meter tiefes Loch. Die eine Hälfte der Anwohner kommt zurzeit nur von Braunsberg aus zu ihren Grundstücken, die andere aus Richtung Gühlen-Glienicke. Die Bauarbeiten bringen Pro­bleme mit sich und doch ist Hans Heinrich von Truchseß froh, dass sich endlich etwas tut. Er und seine Familie leben im Gutshaus von Binenwalde und wissen, wie dringend nötig das ist, was da gerade vor ihrer Tür passiert.

Die Stadtwerke Neuruppin lassen unter einem Teil der Seestraße einen Regenwasserkanal anlegen. Der soll auf einem Abschnitt von knapp hundert Metern künftig das Wasser von der Straße sammeln und in einen extra angelegten Öl­abscheider leiten, wo es gereinigt wird, bevor es weiter in Richtung Kalksee abfließt.

Am Donnerstag hat eine Spezialfirma den 3,5 Meter hohen Filter geliefert und in dem Schacht unter der Fahrbahn eingebaut. „Das ist schon eine ziemlich gute Technik“, sagt Bauleiter Robert Dziamski von den Stadtwerken Neuruppin. Am Freitag soll der Filter an die neue Leitungen angeschlossen werden.

Rückstände werden von der Straße in den See geschwemmt

„Es sind nicht alle Autos sauber“, sagt Hans Heinrich von Truchseß. Immer wieder verlieren Fahrzeuge auf der Seestraße ein wenig Öl oder hinterlassen andere Rückstände. Die werden seit Jahren bei jedem Regenguss von der Straße den Hang hinab in den See geschwemmt.

Der Kalksee ist einer der beliebtesten Badeseen weit und breit, ein Naturparadies und für sein klares Wasser bekannt. Selbst kleinste Ölmengen im Wasser bringen alles in Gefahr. Bei den Kontrollen der Badestellen im Sommer schneidet der Kalksee immer als eine der besten im gesamten Landkreis ab. Das soll auch so bleiben.

„Wir sind wirklich froh, dass die Stadtwerke jetzt die Leitungen verlegen“, sagt deshalb auch Ortsvorsteher Michael Peter. Etwa vier Wochen lang sollen die Arbeiten dauern. Kurz vor Ostern hat eine Tiefbaufirma im Auftrag der Stadtwerke damit begonnen.

Der Schulbus kann wegen der Baustelle nicht fahren

Die Bauarbeiten wurden ganz bewusst in die Zeit der Osterferien gelegt. Weil die schmale Straße vorübergehend ganz gesperrt werden musste, könnte zurzeit auch kein Schulbus fahren. „Wir hoffen, dass wir in der Ferienzeit noch möglichst weit kommen“, sagt Robert Dziamski. Beantragt ist die Sperrung der Straße zwar bis Ende Mai. Wenn alles klappt wie gedacht, könnte sie aber schon deutlich früher wieder freigegeben werden.

Jetzt geht es darum, schnell die Arbeiten an der Straße abzuschließen. Danach geht es weiter am unteren Ende des Hangs – dort, wo das Wasser durch ein Rohr in Richtung Kalksee abgeleitet wird. Auch der alte und marode Auslass muss in den kommenden Wochen noch erneuert werden.

Am Ortseingang hatten die Stadtwerke vor Jahren schon einmal ein Stück Regenkanal verlegt. Jetzt ist ein weiterer Abschnitt an der Reihe. Ein drittes Teilstück soll später gebaut werden. Wann genau, kann Robert Dziamski von den Stadtwerken jetzt noch nicht sagen.

Anwohner hoffen, dass auch der marode Gehweg saniert wird

Auch für die Anwohner bringt das Vorteile. Bei starkem Regen wurden viele Grundstücke in der Vergangenheit regelrecht unter Wasser gesetzt. Auch Familie von Truchseß war davon betroffen. Eines ihrer Gebäude an der Straße war wegen des Regens auf der Straße fast ständig feucht. Hans Heinrich von Truchseß hofft, dass mit der neuen Straßenentwässerung endlich auch dieses Problem gelöst ist.

Bleibt eigentlich nur noch eine Sorge: der marode Gehweg. Der war schon vor den Bauarbeiten in miserablem Zustand, jetzt ist er es erst recht. Baufahrzeuge haben dem alten Plattenweg in den vergangenen Tagen des Rest gegeben. Die Anwohner hoffen, das sich die Stadt durchringen kann, den Gehweg endlich zu erneuern. Für alte Menschen ist er inzwischen schon kaum noch zu benutzen, sagt Hans Heinrich von Truchseß: „Und in Binenwalde leben inzwischen fast nur noch ältere Menschen.“

Von Reyk Grunow

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