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Ostprignitz-Ruppin Schwache Erntebilanz der Brandenburger
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schwache Erntebilanz der Brandenburger
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00:25 09.09.2015
Gemüsehändler Volker Metz aus Strubensee bei Lindow. Quelle: Cornelia Felsch
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Strubensee

Sommer, Sonne, Hitze – die Erntebilanz der Brandenburger Bauern sieht schwach aus in diesem Jahr. Waren die Witterungsbedingungen zur Herbstaussaat des Getreides noch optimal, so sorgte die Frühjahrstrockenheit für Trockenstressschäden auf Gerste- und Roggenfeldern. Trotzdem liegt Brandenburg mit einem Getreidedurchschnittsertrag von 50,4 Dezitonnen pro Hektar leicht über dem mehrjährigen Mittel, allerdings 18 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Landesbauernverband schätzt die Gesamtgetreidemenge auf rund 2,7 Millionen Tonnen. Das sind trotz einer größeren Getreideanbaufläche etwa 17 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Wetterextreme machten allerdings nicht nur den Getreidebauern Sorgen, auch die wenigen Brandenburger Gemüseproduzenten mussten mit Trockenheit und Hitze klarkommen. Ohne Beregnungsanlagen geht dort kaum noch etwas, selbst bei Kartoffel- und Kohlpflanzen.

Der Anbau wird von Jahr zu Jahr schwieriger

Frisch geerntet gibt es auf den regionalen Märkten nun die ersten Kohlsorten. Um feste und geschlossene Köpfe zu bekommen, muss der Landwirt den Erntezeitpunkt genau abpassen. Am Gemüsestand von Volker Metz locken weiße Blumenkohlköpfe. Sie gehören zu dem recht anspruchsvollen Gemüse. Warmer, humusreicher und feuchter Boden ist optimal für den Anbau. Ohne eine gute Wasserversorgung sieht es mau aus um die Ernte. Und das bekamen auch die Gemüsebauern in diesem Jahr zu spüren. „Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, Gemüse auf unseren leichten Sandböden anzubauen“, sagt Volker Metz, Gemüsebauer aus Strubensee bei Lindow. „Ohne Beregnungsanlagen würden wir überhaupt nicht mehr klarkommen. Dieser Sommer war sehr heiß und trocken, sodass der Blumenkohl erst jetzt seine Blume entwickelt hat.“ Bei starker Sonneneinstrahlung verfärben sich die knospigen Blütenstände, wenn sie nicht mehr von den Blättern bedeckt werden. Seine Kunden auf dem Neuruppiner Wochenmarkt erwarten allerdings weiße, elfenbeinfarbene Blumenkohl-Köpfe.

Immer weniger Bauern in Brandenburg geben sich mit Kohlköpfen ab. Wegen der ungünstigen klimatischen Bedingungen können sie mit anderen Gemüseproduzenten kaum mithalten. In Brandenburg wird Kohl viel später reif als in westlicheren Regionen wie Frankreich.

Dort sind die Winter nicht so kalt, die Niederschläge relativ ausgeglichen und die Böden nährstoffreich. Wer im Frühjahr oder im zeitigen Sommer Blumenkohl verspeisen möchte, muss in den Supermarkt gehen, denn auf dem Wochenmarkt wird er ihn vergeblich suchen. Wenn der Kohl in Brandenburg reif ist, haben die Preise meist ihren Tiefpunkt erreicht, sodass sich der Anbau in Brandenburg nicht so recht lohnt. Schon gar nicht in trockenen, heißen Sommern wie in diesem Jahr. Aber nicht nur der Kohl, auch Sellerie, Porree, Kürbisse, Kartoffeln und Möhren brauchen in trockenen Zeiten ausreichend Feuchtigkeit. „Wenn wir die Kartoffeln nicht bewässert hätten, würden sie anders aussehen“, sagt Volker Metz und zeigt auf die kräftigen, faustgroßen Knollen. „Alles in allem ist das Jahr 2015 ein schwieriges, kostenaufwändiges Jahr.“

Weniger Sorgen machen dem Gemüsebauern Gurken, Paprika und Tomaten. Sie wachsen in Folienzelten, in denen sie gut mit Wasser versorgt sind.

Von Cornelia Felsch

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