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Ostprignitz-Ruppin Neun Schwäne und ein Experiment
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neun Schwäne und ein Experiment
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00:29 29.03.2018
Ein Schwan nach dem anderen wird aus dem Auto geholt und freigelassen. Quelle: Björn Wagener
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Dranse

Endlich frei! Neun Schwäne starteten am Wochenende in ihr neues Leben. An der Badestelle am Dranser See breiteten sie nacheinander ihre Flügel aus und hoben ab – meist in Richtung See, um sich dann dort erst einmal niederzulassen und in der Umgebung zu orientieren.

Sie waren einst verletzt, verlassen, entkräftet

Sie alle hatten keinen leichten Start ins Leben. Sie waren verletzt oder von den Eltern verlassen und entkräftet irgendwo aufgefunden und in der Wildtierauffangstation Struck (Prignitz) wieder aufgepäppelt worden. Es handelte sich meist um Jungtiere, die im vergangenen Jahr das Licht der Welt erblickten. Unter den Freiheitsstürmern war auch jener Schwan, den Kinder aus der Kita Regenbogen in Berlinchen am 2. März bei einem Spaziergang gefunden hatten. Der Vogel war am Ende seiner Kraft.

Manche Jungtiere fallen einfach vom Himmel

„Manche Jungtiere fallen einfach vom Himmel, weil sie im Flug nicht mehr mithalten können“, sagt Ornithologe Jürgen Kaatz, der die Freilassung der Schwäne begleitete.

Tieren nach ihrer Genesung oder Schwächephase wieder die Freiheit zurückzugeben, gehört für Angie und Uwe Löblich zum Alltag dazu. Dennoch war die Aktion am Dranser See etwas Besonderes.

Neue Erkenntnisse erhofft

Jürgen Kaatz erhofft sich gerade von diesen neun beringten Vögeln neue Erkenntnisse über das Sozialverhalten der Schwäne. Denn sie alle stammten aus ganz verschiedenen Regionen in Nordbrandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern. Doch sie verbrachten mitunter mehrere Monate zusammen in der Auffangstation – einige bereits seit dem Sommer 2017. „Es war zu erkennen, dass sie untereinander irgendwie anbändelten“, berichtet Angie Löblich.

Bleiben sie zusammen oder nicht?

Für Jürgen Kaatz ergibt sich daraus vor allem die Frage, ob dieses Miteinander auch in Freiheit weiterhin eine Rolle spielt. Bleiben sie zusammen oder nicht? Und: Bleiben sie in der Region um den Dranser See oder kehren sie dorthin zurück, wo sie einst aufgefunden worden waren? Diese Auswilderung sei eine gute Gelegenheit, um das herauszufinden. „Denn sonst werden meist nur ein oder zwei Tiere freigelassen.“

Es ist ein Experiment

Ein ganzer Verbund von Schwänen, die sich zuvor fremd waren, könne vor diesem Hintergrund wichtige Informationen zum Verhalten der Vögel liefern, die als sehr sozial gelten. „Es ist ein Experiment“, sagt Jürgen Kaatz.

Er vermutet, dass die jungen Schwäne im Mai oder Juni zu den großen Mauserplätzen in Polen oder Dänemark fliegen, um dort ihr Gefieder zu verlieren, damit es erneuert werden kann.

Vorübergehend flugunfähig

Diese Plätze böten ein sehr gutes Nahrungsangebot. Das sei auch nötig, denn die Vögel seien während ihrer Mauser zeitweise flugunfähig.

Im Alter von drei bis vier Jahren würden sie geschlechtsreif. Dann suchten sie sich ihre Brutplätze, so Kaatz. Wo werden sie sein? Ob bei dieser Entscheidung der Auswilderungsort eine Rolle spielt oder nicht, ist für den Fachmann eine weitere Frage, die nur die Vögel selbst beantworten können – mit den Ringen an ihren Beinen.

Von Björn Wagener

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