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Ostprignitz-Ruppin Schwalbe, Star und die ganze Schar
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schwalbe, Star und die ganze Schar
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02:18 01.07.2015
Sie alle haben Spaß an den alten Mopeds und genossen die Ausfahrt. Ganz vorn: der 16-jährige Chris Nöhmke. Quelle: Björn Wagener
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Sewekow

Rasant „fliegt“ eine blaue Schwalbe um die Ecke. Fahrer Chris Nöhmke steigt ab und verkündet, was ihn am Vorabend noch lange beschäftigt habe: „Probleme mit der Zündung. Ich hoffe, dass sie heute nicht rummuckt.“ Der 16-Jährige gehört zu den letzten der insgesamt neun Fahrer, die am Sonnabendvormittag nach und nach auf die Grundstückseinfahrt der Ahlers in Sewekow einrollen. Wer schon da ist, redet über die gute alte Technik. Es geht um Vergaser, Düsensätze oder Zündungen. Jeder der Mopedbesitzer weiß: Die betagte Technik kann auch mal Ärger machen. Aber im Notfall hilft man sich gegenseitig. Und außerdem ist ja auch noch Heiko Thiel mit von der Partie, der mit einem Quad samt Anhänger als Service-Mann für alle Fälle zur Stelle ist.

Viel Spaß hatten die Fahrer auf ihrem 50 Kilometer langen Trip durch die Region. Quelle: Björn Wagener

So gerüstet, kann das Wochenende kommen. Kurz bevor es auf Tour geht, rauschen Fahrer mit dicken Motorrädern auf der Hauptstraße vorbei. Doch Neid kommt nicht auf. Dafür huscht den Männern von der Moped-Gang höchstens ein müdes Lächeln übers Gesicht. Denn sie wissen: Sie fahren, was nicht jeder fährt. Gegen 10.45 Uhr heißt es: Kickstarter, fertig, los. Schon im nächsten Moment biegen sie um die Ecke und ab geht’s. 50 Kilometer haben sie sich vorgenommen, mit Rast in der Pension „Zum Wassermann“ in Priborn. „Hinterher wollen wir bei uns noch zusammen grillen, mit Blick auf die Mopeds“, sagt Thomas Ahlers. Die Idee für diesen etwas anderen Ausflug sei aus einer Bierlaune heraus entstanden. Er selbst legte sich im vergangenen Jahr eine ockerfarbene Schwalbe, Baujahr ’84, zu und fand bald darauf heraus, dass es noch etliche andere Besitzer alter DDR-Mopeds in Sewekow gibt. Da lag es nahe, eine gemeinsame Tour zu unternehmen. „Wir haben das dann ganz einfach organisiert, ohne Verein oder so“, berichtet Ahlers. An seiner Schwalbe seien zwar viele Teile erneuert worden, aber vor allem optisch darf der Zahn der Zeit ruhig nagen. Das gehöre einfach dazu. Die Ahlers kommen eigentlich aus dem Raum Hamburg, entschieden sich 2011 aber dazu, nach Sewekow zu ziehen. Da kannten sie das Dorf längst, denn sie verbrachten bereits seit Anfang der 1990’er Jahre immer wieder gern ihren Urlaub am Nebelsee. Inzwischen haben sie sich nicht nur eingelebt, sondern fühlen sich richtig wohl im Ort.

Auf dem Weg kam es nicht auf Schnelligkeit an, sondern nur auf die gute Figur. Quelle: Björn Wagener

Mit dabei waren am Sonnabend unter anderem auch Matthias Wiltzsch mit seiner grünen Schwalbe, Baujahr irgendwann in den 1980-ern; Kay-Michael Thonack mit einem Star, Baujahr 1970, oder auch Dirk Mundt mit seiner Simson S51, Baujahr 1989. „Ich habe sie einem Arbeitskollegen abgekauft, komplett zerlegt, in Schuss gebracht und wieder zusammengebaut. Da stecken rund 100 Arbeitsstunden drin“, sagt er. Am Sonnabend glänzte das gute Stück wie neu. Der Jüngste im Fahrerfeld war aber Chris Nöhmke. Wie kommt ein 16-Jähriger ausgerechnet auf eine DDR-Schwalbe? „Sie ist für Tempo 60 zugelassen, nicht nur für 45, wie andere Mopeds. Außerdem kann man daran noch viel selbst machen“, erklärt er die Vorzüge und gibt kurz darauf mit den anderen Gas. Als die Motorengeräusche verklungen sind, liegt noch einen Moment lang der typische Abgas-Geruch in der Luft – auch das ist ein Stück DDR-Erinnerung.

Von Björn Wagener

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