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Schwalben auf dem Hof willkommen

20 Nester der Frühlingsboten bei Familie Reide in Alt Ruppin Schwalben auf dem Hof willkommen

Familie Reide aus Alt Ruppin hat ein schwalbenfreundliches Haus. Auf ihrem Hof nisten die Frühlingsboten in 20 Nästern. Für die Tiere hat die Hausherrin extra eine Schlammpfütze angelegt. Ein Privileg, das nicht jeder den Tieren bietet. Die Schwalben-Bestände gehen immer weiter zurück. Viele dulden die Vögel nicht, die passenden Baumaterialien sind auch knapp.

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Hausherrin Reide lässt auf Schwalben nichts kommen.

Quelle: MAZ

Alt Ruppin. Die Tore zum Pferdestall sind bei Martina Reide immer weit geöffnet. Es ist ein gastfreundliches Haus _ vor allem für Rauchschwalben. Dort, wo sich die Boxen für die drei Pferde befinden, fühlen sich auch die Schwalben wohl. In allen Ecken, auf Mauervorsprüngen und sogar auf Heizungsrohren, haben sie ihre schalenförmigen Nester aus Schlammklümpchen und Stroh gebaut.

Auf dem Hof bei Familie Reide gibt es 20 dieser Schwalbennester. Die Vögel fühlen sich dort wohl.

Quelle: MAZ

Die Schwalben bei Familie Reide in Alt Ruppin sind privilegiert, sie werden von der Hausherrin bevorzugt behandelt. Auf dem Hof wurde extra eine Schlammpfütze angelegt, die feucht gehalten wird, damit die Frühlingsboten ausreichend Baumaterial vorfinden. "Da auf dem Gehöft Pferde gehalten werden, gibt es hier auch ein reicheres Angebot an Insekten, als es heutzutage auf vielen sterilen Grundstücken der Fall ist", sagt Bernd Ewert, Vorsitzender des Naturschutzbundes Neuruppin. Er überreicht Martina Reide an diesem Tag die Auszeichnung der Naturschützer ‒ die Plakette "Schwalben willkommen". Diese Anerkennung erhalten Menschen, die ein Herz für Schwalben haben und die Nester an ihren Hauswänden dulden. Jahrhunderte lang gehörten Schwalben zu jedem Dorf, in jede Stadt und auf jeden Bauernhof. Als Kulturfolger haben sie sich der Umgebung des Menschen angepasst. Doch die Schwalben-Bestände gehen immer mehr zurück. Die intensive Landwirtschaft mit ihren Monokulturen und die fortschreitende Versiegelungen der Landschaften haben einen Verlust an Lebensräumen zur Folge.

Zum Brüten und für die Aufzucht der Jungen baut die Rauchschwalbe offene Nester. Doch die Schwalben finden kaum noch passendes Baumaterial. Gerade neu gebaut, brechen die Behausungen herunter, weil der passende Baustoff fehlt. Künstliche Lehmkuhlen sind da ein probates Mittel, das die Vögel dankbar annehmen.

In früheren Jahrhunderten flogen Rauchschwalben vielfach durch die Öffnungen im Giebel der Häuser ein und aus, durch die auch der Rauch des Herdfeuers abzog. So erhielten sie den Namen Rauchschwalben. Da sie exzellente Flieger sind, reichen ihnen kleine Öffnungen in den Gebäuden, zum Beispiel ein Fenster in Kippstellung. Doch auch die werden ihnen oft verwehrt, denn die Gebäudeeigentümer befürchten Verschmutzungen durch die Vögel. Gedanken, die Martina Reide völlig fremd sind. Sie hängt sogar noch kleine Körbe in ihrem Stall auf , um den Tieren weitere Hilfestellungen zu geben. Mittlerweile existieren in ihrem Pferdestall rund 20Nester. Ihre Flugstrecke kennen die Schwalben genau. Nur Reides Kater Toulouse gelingt es manchmal, sie zu stören.

Aber auch Marder, Krähen und Waschbären können zur Gefahr für die Schwalben werden. Anfang April kamen die ersten Schwalben aus den Überwinterungsgebieten zurück auf das Alt Ruppiner Grundstück. Von der promovierte Verhaltensbiologin Martina Reide wurden sie sehnsüchtig erwartet. "Wenn die Schwalben mit der ersten Brut durch sind, bauen die Jungen schon wieder Nester", sagt sie.

Ein Leben ohne Tiere kann sich die Heilpraktikerin nicht vorstellen. Bereits ihr Großvater züchtete Trakehner. Neben den Schwalben widmet sie ihre Freizeit dem Reitsport ‒ im Damensattel. "Als Kind durfte ich alle Tiere nach Hause bringen", sagt sie und schwärmt von den Zebraspinnen in ihrem Garten. Große Steinhaufen bieten dort den Eidechsen Lebensräume und auch Igel, Eichhörnchen und ein Iltis fühlen sich dort zu Hause. Nicht nur die Schwalben sind bei den Reides willkommen.

Von Cornelia Felsch

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