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Ostprignitz-Ruppin Schwalbennester verzögern Renovierung
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schwalbennester verzögern Renovierung
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16:30 30.05.2016
Dieser Anblick könnte noch eine Weile das Straßenbild prägen. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Eigentlich hätten die Renovierungsarbeiten am eingerüsteten Eckhaus Karl-Marx-Straße 40 gar keine so große Sache werden sollen. Putz und Farbe des Gebäudes am Schulplatz weisen an einigen Stellen Verfärbungen und Risse auf, hier und da löst sich der Mörtel. Probleme, die in sechs bis acht Wochen hätten behoben werden können – wären da nicht die Schwalben, deren Nester gerade noch rechtzeitig entdeckt wurden.

Kreissprecherin Britta Avantario bestätigt auf Nachfrage, dass es sich dabei um besetzte Nester gehandelt habe. Der Eigentümer sowie die Stadt und die Denkmalschutzbehörde seien informiert worden. Auch sei ein Hinweis an die mit den Renovierungsarbeiten beauftragte Firma weitergeleitet worden, dass bis Ende September alle Fassadenbereiche im Umkreis von fünf Metern um die Nester nicht ausgebessert werden dürften.

Arbeiten müssen bis zum Ende der Brutsaison ruhen

Der Grund: Schwalben stehen unter Naturschutz. Ihre Nester dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz nicht ohne Weiteres entfernt werden. „Es darf auf keinen Fall zum Brutabbruch kommen“, sagt Bernd Ewert vom Nabu-Kreisverband Neuruppin. „Die Elterntiere müssen weiter an die Nester kommen und ihren Nachwuchs versorgen können. Notfalls müssen die Arbeiten ruhen, bis die Brutsaison zu Ende ist und die Schwalben ausgeflogen sind.“

Damit die Schwalben weiter ungehindert an ihre Nester und damit zum Nachwuchs kommen, wurden Löcher in das Gerüstnetz geschnitten. Quelle: Peter Geisler

Schwalben leben von April bis September bei uns, den Winter verbringen sie in Afrika. Ihre Nester genießen jedoch auch während der Abwesenheit der Vögel den sogenannten Lebensstätteschutz nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Denn Mehl- und Rauchschwalben sind nesttreue Vogelarten, die alte Nester wieder benutzen oder neue an der alten Stelle errichten.

Arbeiten können nur schlecht verschoben werden

Eigentümerin des Gebäudes ist die Berliner Immobilienverwaltung Horst Lehmann. „Ich bin diese Woche in Gesprächen mit allen beteiligten Behörden – also Natur- und Denkmalschutz des Landkreises“, sagte Michael Purol, Leiter der Lehmann-Immobilienabteilung, am Montag gegenüber der MAZ. Mit ersten Ergebnissen sei in der kommenden Woche zu rechnen.

Als Sofortmaßnahme wurden an den Stellen, an denen Nester sitzen, Löcher in die Gerüstnetze geschnitten. Die Schwalben haben also freien Zugang zu ihrem Nachwuchs. „Wir werden wahrscheinlich in den Bereichen, die weit genug von den Nestern entfernt sind, mit ersten Arbeiten beginnen“, sagte Purol. Die Arbeiten zu verschieben, sei dagegen nicht ohne Weiteres möglich. „Um den Putz zu erneuern, braucht es Temperaturen von durchgehend zehn Grad über Null. Im Herbst ist bereits mit dem ersten Frost zu rechnen“, erklärte Purol.

Das Gebäude in der Karl-Marx-Straße hat eine bewegte Geschichte. Am 19. August 1988 war nur zwei Jahre nach der Sanierung des Hauses der Dachstuhl komplett ausgebrannt.

Von Josephine Mühln

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