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Ostprignitz-Ruppin Schwan verheddert sich in Angelschnur
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schwan verheddert sich in Angelschnur
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19:10 29.07.2016
Immer wieder werden Schwäne mit Verletzungen durch Angelschnur aufgegriffen. Quelle: Privat
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Kyritz

Es ist ja so idyllisch am Kyritzer Seeufer. Manchmal aber auch nicht. Das findet zumindest Doris Lohmeyer. Die Besucherin aus Berlin beobachtete am Donnerstagnachmittag die Schwäne auf dem Untersee und musste feststellen, dass eines der Jungtiere sich in Angelsehne verheddert hatte. „Das linke Bein war richtig auf dem Rücken verschnürt“, berichtet die Besucherin. „Wahrscheinlich hatte der Schwan auch einen Angelhaken verschluckt.“

Damit könne man das Tier doch nicht allein lassen, fand die 84-Jährige. Passanten, die sie am Seeufer ansprach, hatten allerdings auch keine Idee, wo Hilfe zu finden sein könnte. „Die Leute erschienen mir ziemlich gleichgültig“, kritisiert Doris Lohmeyer. In der Apotheke am Kyritzer Marktplatz habe man sie immerhin an einen örtlichen Tierarzt verwiesen. Doch dort wusste man auch nicht weiter. Letztlich wandte sich die Berlinerin an die MAZ-Lokalredaktion.

Auskunft bei der Wildtierauffangstation in Struck

Ein bisschen Ratlosigkeit herrschte auch dort – zumal die Schwanenfamilie sich nicht mehr blicken ließ. Aber schließlich fand sich fachkundige Auskunft: bei der Wildtierauffangstation in Struck bei Gerdshagen. „Um solche Fälle kümmern wir uns natürlich“, erklärt dort Angie Löblich. „Wenn sich das wirklich bestätigt, müssen wir sehen, wie wir das Tier befreien.“

Herrenlose Angelschnüre seien für Wasservögel eine ernste Gefahr, sagt Angie Löblich. Die Tiere verheddern sich regelmäßig darin. „Meist fängt das bei den Füßen an.“ Das könne bis zum Absterben von Gliedern führen. „Das sind dann Tiere, die irgendwann verenden.“

Polizisten befreiten einen Jungschwan

Erst vor gut einer Woche hatte es in Kyritz einen ganz ähnlichen Fall gegeben. Da befreiten Polizeibeamte einen Jungschwan aus seiner Verstrickung.

Die Frage der Zuständigkeit sei nicht so leicht zu beantworten, berichtet Angie Löblich. „Wir sind eine Anlaufstelle, bei der man sich melden kann.“ Rein von Amts wegen wäre so etwas aber wohl ein Fall für die Untere Naturschutzbehörde, die meist bei den Kreisverwaltungen angesiedelt ist. Wer die Kosten für eventuelle Einsätze von Polizei oder gar Feuerwehr übernimmt, sei aber regelmäßig Thema für Diskussionen.

Tiere werden aufgepäppelt

Die 2008 gegründete Wildtierauffangstation in Struck päppelt verletzte Tiere bei Bedarf auch auf. Ihr Wirkungsbereich reicht dabei weit nach Mecklenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt hinein. Der finanzielle und personelle Aufwand wird ausschließlich über Spenden und ehrenamtliche Leistungen bestritten. Es gibt einen gemeinnützigen Träger, den Verein Wildtierhilfe Prignitz. Unter Tel. 0162/6 02 67 61 sind rund um die Uhr Ansprechpartner erreichbar.

Kontakt: Informationen zum Umgang mit verletzten Wildtieren und zur Hilfe im Notfall gibt es unter www.wildtierauffangstation.homepage.eu.

Von Alexander Beckmann

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